Molluscum contagiosum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klassifikation nach ICD-10
B08.1 Molluscum contagiosum
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Molluscum contagiosum (Synonyme: Dellwarze, Epithelioma molluscum, Epithelioma contagiosum, Molluske) bezeichnet eine knötchenartige Hauterscheinung (Effloreszenz), die durch eine Virusinfektion verursacht wird. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch direkten Kontakt (bei Erwachsenen auch sexuell). Der Verlauf dieser häufigen Infektionskrankheit ist in den meisten Fällen gutartig und selbstlimitierend, sie bilden sich meist im Verlauf von bis zu 18 Monaten vollständig zurück. Am häufigsten betroffen sind Kinder (insbesondere solche mit atopischem Ekzem), sexuell aktive Erwachsene und Immunsupprimierte[1].

Aussehen und Ursache[Bearbeiten]

Molluscum contagiosum
Molluscum contagiosum (Nahansicht)

Dellwarzen sind im Durchschnitt 2–6 mm große, weiße, rötliche oder hautfarbene Knötchen mit glatter und oft glänzender Oberfläche, die stets multipel auftreten. Sie haben meist in der Mitte eine Delle, die eine kleine Öffnung aufweisen kann, und treten in unterschiedlicher Anzahl (wenige bis mehrere Hundert Mollusken) am ganzen Körper auf, besonders an Armen, Händen, Fingern, Genitalien und Oberkörper. Beim Erwachsenen ist die Verbreitung im Genitalbereich vorherrschend. Druck auf Dellwarzen führt zur Entleerung einer rahmartigen bis teigigen Masse, die auch Molluscumbrei oder Molluscumkörperchen genannt wird. Dellwarzen kommen besonders häufig bei Kindern vor, insbesondere bei Kindern mit atopischem Ekzem (Neurodermitis), bei Personen mit Immunschwäche, Personen unter Kortisontherapie und sexuell aktiven Erwachsenen.

Gelegentlich kann es zu einer lokalen Entzündung bzw. Ekzembildung in der Umgebung der Dellwarzen kommen.

Erreger[Bearbeiten]

Das Molluscum contagiosum-Virus (Transmissions-Elektronenmikroskopische Aufnahme)

Entgegen den gebräuchlichsten deutschen Bezeichnungen werden Mollusken nicht zu den Warzen (Verruccae) gezählt. Sie entstehen nach einer Infektion durch das Molluscum-contagiosum-Virus (aus der Familie der Pockenviren), einem behüllten, doppelsträngigen DNA-Virus (dsDNA).

Übertragung[Bearbeiten]

Die Übertragung erfolgt beim Menschen durch Schmierinfektion oder Kontaktinfektion, meist innerhalb eines Haushaltes, aber auch in Schwimmbädern und Kindergärten durch die gemeinsame Benutzung von Handtüchern. Ist ein Familienmitglied betroffen, überträgt sich die Infektionskrankheit innerhalb weniger Monate meist auch auf andere Mitglieder, wobei Kinder im Vor- und Grundschulalter am stärksten gefährdet sind. Geschätzte 2–8 % der Weltbevölkerung sind mit dem Virus infiziert, wobei Gebiete mit höher Bevölkerungsdichte, niedrigem Hygienestandard und Armut stärker betroffen sind. Ein erster Erkrankungsgipfel wird in der Kindheit, ein zweiter im frühen Erwachsenenalter – hier auch als sexuell übertragbare Krankheit – beobachtet. Die Inkubationszeit ist sehr variabel und liegt zwischen 2 Wochen und 6 Monaten.

Diagnose[Bearbeiten]

Histologie des Molluscum contagiosum

Dank des charakteristischen Aussehens ist meist eine Blickdiagnose möglich. In Zweifelsfällen kann eine histopathologische Untersuchung die Diagnose sichern.

Therapie[Bearbeiten]

Bei einem großen Teil der Patienten bilden sich die Veränderungen nach sechs bis 18 Monaten ohne Behandlung spontan zurück. Sie können aber auch mehrere Jahre bestehen bleiben. Das Wachstum der Mollusca contagiosa ist sehr langsam.

Dellwarzen können bei entsprechender Notwendigkeit chirurgisch durch Abtragung mit dem scharfen Löffel oder einem anderen scharfen Instrument bei örtlicher Betäubung entfernt werden. Die Kryotherapie (Vereisung) ist eine mögliche Alternative, ebenso die Therapie mit dem gepulsten Farbstofflaser. Auch eine medikamentöse Behandlung ist möglich. Bewährt hat sich die Therapie mit 5 %-iger Kalilauge (Jansen et al.).

Literatur[Bearbeiten]

  • D. Hanson, D. G. Diven: Molluscum contagiosum. In: Dermatology online journal. Band 9, Nummer 2, März 2003, S. 2, ISSN 1087-2108. PMID 12639455. (Review).
  • T. Jansen, R. Romiti, J. Dissemond, S. Grabbe: Evaluierung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von 5%iger Kaliumhydroxid-Lösung in der Behandlung von Mollsucum contagiosum im Kindesalter. In: Aktuelle Dermatologie Ausgabe 6, 2007, S. 210-215, doi:10.1055/s-2007-966517

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Molluscum contagiosum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationsblatt Dellwarzen. Landeshauptstadt Kiel, Amt für Gesundheit, 2006, abgerufen am 7. März 2013 (PDF; 43 kB).
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!