Moon Jae-in

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Moon Jae-in
Moon Jae-in
Koreanische Schreibweise
Hangeul 문재인
Hanja 文在寅
Revidierte Romanisierung Mun Jae-in
McCune-Reischauer Mun Chaein
siehe auch: Koreanischer Name

Moon Jae-in (* 24. Januar 1953 in Geoje) ist ein südkoreanischer Politiker der sozialliberalen Minju-Partei und seit dem 10. Mai 2017 der 12. Präsident des Landes. Der Menschenrechtsanwalt hatte für den früheren Präsidenten Roh Moo-hyun gearbeitet und war 2012 als Kandidat bei der Präsidentschaftswahl Park Geun-hye unterlegen. Moon setzt sich unter anderem für eine Annäherung seines Landes und Nordkoreas ein.

Leben und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moon wurde in Geoje geboren. Sein Vater war aus Nordkorea geflüchtet und arbeitete während des Korea-Krieges im Kriegsgefangenenlager Geoje. Moon studierte nach dem Schulabschluss Rechtswissenschaften an der Kyung-Hee-Universität. Wegen seiner Beteiligung an Protesten gegen die Yushin-Verfassung wurde er zeitweise der Universität verwiesen. Später konnte er nach Ableistung des Militärdienstes sein Hochschulstudium abschließen und wurde Rechtsanwalt. Gemeinsam mit dem späteren Staatspräsidenten Roh Moo-hyun eröffnete er eine Anwaltskanzlei in Busan, die sich in Menschenrechts- und Bürgerrechtsfragen engagierte.

Mitarbeiter Rohs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2002 leitete er Rohs Kampagne für die Präsidentschaftswahl und bekleidete nach dessen Wahlsieg zwischen 2003 und 2008 führende Positionen im Blauen Haus, unter anderen das Amt des Stabschefs. Während des Amtsenthebungsverfahrens gegen den Präsidenten im Jahr 2004 war er einer seiner rechtlichen Vertreter. Nach dem Tod Rohs 2009 kümmerte sich Moon um dessen persönliche Angelegenheiten.

Parteipolitik und Präsidentschaftskandidatur 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisch wurde Moon im April 2012 wieder aktiv, als er zum Abgeordneten der größten Oppositionspartei Minju-tonghap-Partei in der Nationalversammlung (Gukhoe) gewählt wurde. Zwei Monate später kündigte er seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl in Südkorea 2012 an. Er siegte bei der Vorwahl der Minju-tonghap-Partei und wurde so deren Kandidat, unterlag jedoch bei der Hauptwahl im Dezember Park Geun-hye, der Kandidatin der regierenden Saenuri-Partei, mit einem knappen Stimmen-Unterschied von 3,6 Prozent.

Von Februar 2015 bis Januar 2016 war Moon Jae-in Vorsitzender der Neuen politischen Allianz für Demokratie – der heutigen Minju-Partei als Nachfolgerin der Minju-tonghap-Partei.

Präsident Südkoreas ab 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. März 2017 gab er bekannt, für die Minju-Partei bei der Präsidentschaftswahl am 9. Mai 2017 zu kandidieren.[1] Am 3. April siegte er bei den parteiinternen Vorwahlen mit 57 % der Stimmen und wurde zum offiziellen Kandidaten. Laut verschiedenen Umfragen lag er knapp vor seinem ehemaligen Parteikollegen Ahn Cheol-soo, dem Kandidaten der zentristischen Gungminui-Partei, und führt damit die Kandidatenliste. Nachdem er von der Wahlkommission mit 41 % zum Sieger erklärt worden war, trat er am 10. Mai 2017 sein Amt an.[2] Er setzt sich für eine Verständigung mit Nordkorea ein und hat eine größere Distanz zu den Vereinigten Staaten angekündigt.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Moon Jae-in – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Moon, Ban begin race for presidency. In: Korea Times, 15. Januar 2017 (englisch).
  2. Moon Jae-In ist neuer Präsident. Deutschlandfunk, 10. Mai 2017, abgerufen am gleichen Tage.
  3. Erste Prognosen: Linkspolitiker Moon gewinnt Präsidentenwahl in Südkorea. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Mai 2017; Choe Sang-Hun: Moon Jae-in Declares Victory in South Korea Presidential Election. In: The New York Times, 9. Mai 2017 (englisch).
Koreanischer Name Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Koreanischen. Moon ist hier somit der Familienname, Jae-in ist der Vorname.