Mullo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Asteroiden siehe (5164) Mullo.

Mullo ist in der Keltischen Mythologie der Name einer gallischen Gottheit, die in Frankreich bezeugt wird.

Mythologie und Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mullo wird als Heilgottheit, besonders bei Augenerkrankungen, gesehen. Sein Name ist auf insgesamt elf Inschriften, alle aus Frankreich, gefunden worden. Eine davon auf einem in Angers (Département Maine-et-Loire, Region Pays de la Loire) gefundenen Weihetäfelchen lautet:[1]

Aug(usto) | Marti Mullon(i) | Tauricus Tauri f(ilius) | v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)
(„Tauricus, Sohn des Taurus, erfüllte gerne und verdientermaßen das Gelübde für Augustus Mars Mullo“)

Weitere wichtige Fundorte sind Craon (Dép. Mayenne), Rennes (Dép. Ille-et-Vilaine) und Allonnes (Dép. Sarthe).

Nach der Interpretatio Romana wird er mit Mars gleichgesetzt. Die Etymologie des Namens Mullo ist umstritten, die lateinischen Wörter mulus („Maultier“) oder cumulus („Hügel“)[2] werden neben dem irischen mul („Hügel“, „Haufen“) in Erwägung gezogen. Auch eine proto-Indogermanische Wurzel *mel („Maultier“) wird genannt. Die ausschließliche Erklärung von Mullo als Maultier-Gottheit ist fraglich.

Im Romani, der Sprache der Roma, bezeichnet Mullo einen Untoten, einen Vampir. Ein eventueller Zusammenhang mit dem gallischen Gott ist nicht belegbar.

Eponyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der am 20. November 1984 entdeckte Asteroid (5164) Mullo trägt seit 1996 den Namen der Gottheit.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. CIL 13, 3096.
  2. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3 S. 651, 768.
  3. Minor Planet Circ. 27128