Weltkulturen Museum

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Dieser Artikel behandelt das Museum in Frankfurt. Zum Mannheimer Museum Weltkulturen siehe dort.
Museum der Weltkulturen
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Alle 3 Häuser
Daten
Ort Frankfurt am Main, Schaumainkai
Art Ethnographie, außereuropäische Kunst
Eröffnung 1904
Betreiber Stadt Frankfurt
Leitung Clémentine Deliss
Website www.weltkulturenmuseum.de/
ISIL DE-1971


Das Weltkulturen Museum (bis 2001: Museum für Völkerkunde; von 2001 bis 2013: Museum der Weltkulturen) ist ein ethnologisches Museum am Museumsufer in Frankfurt am Main. Offiziell heißt das Museum immer noch Museum der Weltkulturen, jedoch darf für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit die Bezeichnung Weltkulturenmuseum als Marke verwendet werden.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Von 1904 bis 1945[Bearbeiten]

Das Museum wurde 1904 von interessierten Bürgern gegründet, um die im Besitz der Stadt befindlichen ethnographischen Sammlungen zusammenzuführen. Die Finanzierung und die Bereitstellung von Räumlichkeiten übernahm die Stadtverwaltung. Im Jahr 1908 bezog das Museum das Palais Thurn und Taxis in der Frankfurter Innenstadt. 1925 erwarb die Stadt die Sammlungen des von Leo Frobenius gegründeten Instituts für Kulturmorphologie, des späteren Frobenius-Instituts. Frobenius siedelte mit seinem Institut nach Frankfurt über und wurde Honorarprofessor an der Universität Frankfurt und 1934 Leiter des Völkerkundemuseums. Auch unter seinen Nachfolgern blieb die Personalunion des Museumsleiters und des Institutsdirektors bestehen, bis die Frankfurter Universität 1966 in eine Landesuniversität überführt wurde. Seitdem besteht das Museum wieder als städtische Einrichtung.

Im Zweiten Weltkrieg gingen bei der Zerstörung des Palais im Bombenkrieg erhebliche Teile der Sammlungen verloren. Einige Exponate konnten jedoch rechtzeitig ausgelagert werden.

Neubeginn in umgenutzten Gebäuden[Bearbeiten]

Die erhaltenen Bestände wurden seit 1973 in einer umgebauten Villa am Mainufer wieder der Öffentlichkeit präsentiert. Das Völkerkundemuseum war somit eines der ersten Museen am Frankfurter Museumsufer.

In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Ausstellungshäuser hinzu: die nebeneinanderliegenden Gebäude Schaumainkai 29 (das Haupthaus), Nummer 35 (die sogenannte Villa) und Nummer 37 (Galerie 37), die in den 1980er-Jahren erworben und umgebaut worden waren. Die Sammlungen umfassten an der Wende zum 21. Jahrhundert etwa 65.000 Objekte aus Ozeanien, Australien, Südostasien, Amerika, Afrika und Europa. In der Galerie 37 finden Ausstellungen von zeitgenössischen Werken indianischer, afrikanischer, ozeanischer und indonesischer Künstler statt.

Das Museum im 21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Villa Nr.35 und Nr.37

Mittelfristig ist der Umzug des Museums in einen Neubau beabsichtigt, der etwa 5000 Quadratmeter Ausstellungsfläche haben soll und eine umfassende Präsentation zahlreicher eingelagerten Bestände ermöglicht. Eine Entscheidung über einen neuen Standort sollte 2008 erfolgen, das Projekt ist jedoch wegen fehlender Gelder zurückgestellt worden.[2]

Das Gebäude der Villa Schaumainkai 29 wurde von Juni 2011 bis Januar 2012 saniert und mit der Ausstellung Objekt Atlas – Feldforschung im Museum wieder eröffnet.[2]

Im Jahr 2015 werden 67.000 Exponate angegeben sowie ein Bildarchiv mit etwa 120.000 historischen und zeitgenössischen ethnografischen Fotografien und Filmen.[3]

Leitung des Museums[Bearbeiten]

Das im Eigentum der Stadt Frankfurt befindliche Museum wird seit seinem Bestehen von Direktorinnen/Direktoren geleitet. Das waren/sind:

  • 1972–1983: Heinz Kelm
  • 1984–1985: Johanna Agthe, Interimsdirektorin
  • 1985–1998: Franz Josef Thiel
  • 1998–2000: Johanna Agthe, Interimsdirektorin
  • 2000–2008: Anette Rein
  • 2008–2010: Christine Stelzig, Kommissarische Direktorin
  • 2010 Clémentine Deliss; seit Mai 2015: Eva Raabe (kommissarisch)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sachstand
  2. a b Geschichte des Museums auf der Museums-Homepage, abgerufen am 6. Oktober 2015.
  3. Die Sammlungen des Museums, abgerufen am 6. Oktober 2015.

50.1055555555568.6788888888889Koordinaten: 50° 6′ 20″ N, 8° 40′ 44″ O