Nachversicherung

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Unter dem Begriff der Nachversicherung wird eine eigenständige Versicherung verstanden, die zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer auf Basis einer bereits bestehenden Versicherung abgeschlossen wird. Zweck der Nachversicherung ist die Anpassung des bestehenden Versicherungsschutzes. Die Nachversicherung ist bedeutsam im Bereich der Personen- (Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherung) sowie der Sachversicherung (etwa der Gebäudeversicherung).

Im Rahmen der Nachversicherung werden unterschieden:

  • das Optionsrecht (Nachversicherung)
  • die Nachversicherung als Erhöhung der Versicherungssumme

Option[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachversicherung im Rahmen eines Optionsrechts hat einen „aufstockenden“ Charakter. Es kommt zu einer Erhöhung des Versicherungsschutzes. Nachversicherungen sind rechtlich Optionen, müssen also nicht in Anspruch genommen werden. Anzutreffen ist diese Option insbesondere bei Personenversicherungen, um zu gewährleisten, Veränderungen der Lebenssituation des Versicherungsnehmers zu berücksichtigen.

Nachversicherungen zur Berufsunfähigkeitsversicherung unterliegen nicht dem Vorbehalt der Gesundheitsprüfung. Einzelne Versicherer verzichten zusätzlich auf eine Prüfung neu hinzugekommener Berufs- und Freizeitrisiken. Bei einer anlassbezogenen Nachversicherung kommen grundsätzlich folgende Ereignisse in Frage:

  • Heirat
  • Geburt oder Adoption eines Kindes (Kindernachversicherung)
  • Scheidung
  • Berufseinstieg (nach erfolgter Berufsausbildung)
  • Erwerb/Bau einer Immobilie
  • Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze (GKV)
  • Wechsel in die Selbstständigkeit
  • Tod eines Versicherten bei verbundenen Lebensversicherungen
  • Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze (Rentenversicherung).

Manche Versicherer bieten darüber hinaus anlassunabhängige Nachversicherungen an. Dann ist die Erhöhung des Versicherungsschutzes auch zu bestimmten Zeitpunkten oder innerhalb bestimmter Fristen möglich.

Die Option der Nachversicherung kann unter bestimmten Voraussetzungen durch den Versicherer ausgeschlossen werden. Dazu gehört unter anderem das Erreichen einer bestimmten Altersgrenze oder die Umstellung der Versicherung in einen Tarif ohne entsprechende Nachversicherungsoption. Des Weiteren kann der Versicherer dem Versicherungsnehmer konkrete Vorgaben zur Höhe der Nachversicherung machen.

Erhöhung der Versicherungssumme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachversicherung als Erhöhung der Versicherungssumme findet neben den Lebens- und Rentenversicherungen bei den verbundenen Versicherungen der Hausrats- und Gebäudeversicherung Anwendung. Die Vereinbarung einer Nachversicherung in diesem Sinne ist eine Vertragsänderung gemäß § 305 BGB, Versicherungssummenanpassung. Diese wird mit einem neuen Versicherungsschein oder einem Nachtrag dokumentiert.

Abgrenzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wird eine Nachversicherung bei einem anderen Versicherer abgeschlossen, entsteht eine Nebenversicherung (Mehrfachversicherung).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]