Nationalromantik

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Nationalromantische Darstellung auf einer Postkarte von Andreas Bloch, 1905: Eine mit dem Rücken an einen Menhir stehende Wikingerin auf einer Bergspitze hält in der Rechten die Streitaxt, das Symbol Olav II. Haraldsson, und in der Linken einen Schild mit dem norwegischen Königswappen.

Als Nationalromantik werden kulturelle und politische Strömungen bezeichnet, die romantische Deutungsmuster, Ausdrücke und Bilder für geschichtliche und politische Prozesse sowie für die Identität der als Nation verstandenen sozialen Gruppen anbieten. Häufig fanden nationalromantische Motive bei dem Entwurf von Nationaldenkmälern und bei der Ausgestaltung von öffentlichen Gebäuden im 19. und frühen 20. Jahrhundert Verwendung, zum Beispiel beim Hermanns- und beim Niederwalddenkmal.

In Skandinavien wird mit dem Begriff Nationalromantik eine spezielle Richtung der Kulturpolitik, der Architektur, Literatur und Malerei um 1900 bezeichnet, die Elemente der Volkskunst, der Arts and Crafts-Bewegung und des Jugendstils aufnahm. Auch mit dem Streben nach Monumentalität und Vereinfachung der Formen wurde dort die Besinnung auf nationale Traditionen verknüpft. In Schweden gilt vor allem Ragnar Östbergs Bau des Stockholmer Rathauses (1911–1923) als herausragendes Beispiel der Nationalromantik, in Finnland ist es das Werk von Eliel Saarinen, vor allem sein Hauptbahnhof Helsinki. Das Rathaus von Oslo hat aufgrund seiner etwa 35-jährigen Planungsgeschichte (Fertigstellung 1950) äußerlich eine eher funktionalistische Formensprache angenommen, zeigt aber deutliche Elemente der Nationalromantik in der Gestaltung der Innenräume. Ähnliche Tendenzen der Suche nach einem bewusst nationalen Architekturstil gab es damals auch in Ungarn, etwa bei Ödön Lechner und Karoly Kós. Der deutsche Heimatstil ist ein ähnliches Phänomen.

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