Natriumbromid

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Kristallstruktur
Struktur vin Natriumbromid
__ Na+     __ Br
Kristallsystem

kubisch

Raumgruppe

Fm3mVorlage:Raumgruppe/Unbekannter Anzeige-Typ

Koordinationszahlen

Na[6], Br[6]

Allgemeines
Name Natriumbromid
Verhältnisformel NaBr
CAS-Nummer 7647-15-6
PubChem 253881
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 102,89 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte
Schmelzpunkt

755 °C[2]

Siedepunkt

1393 °C[2]

Dampfdruck

1,3 hPa (806 °C)[1]

Löslichkeit
  • 905 g·l−1 (20 °C) in Wasser[2]
  • leicht löslich in Ethanol[3]
Brechungsindex

1,642[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten

3500 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Natriumbromid ist das Natriumsalz des Bromwasserstoffs. Es ist ein farbloser Feststoff mit der Formel NaBr.

Darstellung und Gewinnung[Bearbeiten]

Natriumbromid kann durch Reaktion von Natriumhydroxid und Bromwasserstoff hergestellt werden:

\mathrm{NaOH \ _{(aq)} + \ HBr \ _{(aq)} \longrightarrow \ NaBr \ _{(aq)} + \ H_2O \ _{(l)}}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Natriumbromid kristallisiert in der Natriumchlorid-Struktur.[5] Die wässrige Lösung reagiert schwach sauer. So besitzt eine Lösung von 50 g Natriumbromid pro Liter Wasser bei 20 °C einen pH-Wert von 5,4.[1] Unterhalb von 50,7 °C kristallisiert aus wässriger Lösung ein Dihydrat.[3]

Die Standardbildungsenthalpie von Natriumbromid beträgt ΔHf0 = -360 kJ/mol.[5]

Verwendung[Bearbeiten]

Natriumbromid kann zur Herstellung elementaren Broms im Labormaßstab dienen. Hierzu wird Chlorgas in eine wässrige Lösung von Natriumbromid geleitet. Diese Reaktion kann allgemein zum Nachweis löslicher Bromide herangezogen werden.[6]

\mathrm{2\ NaBr\ +\ Cl_2\ \longrightarrow 2\ NaCl\ +\ Br_2}

Aus Natriumbromid kann im Labormaßstab Bromwasserstoff hergestellt werden. Hierzu wird konzentrierte Phosphorsäure bei schwach erhöhter Temperatur auf den Feststoff getropft.

\mathrm{2\ NaBr\ +\ H_3PO_4\ \xrightarrow {\Delta T} \ 2\ HBr \uparrow +\ Na_2HPO_4}

Es können hierzu auch andere Säuren, zum Beispiel verdünnte Schwefelsäure, verwendet werden, doch ist hierbei die Reaktion oft zu wenig kontrollierbar, um einen konstanten Gasstrom zu erzeugen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Datenblatt Natriumbromid (PDF) bei Merck, abgerufen am 18. Januar 2011.
  2. a b c d e f Eintrag zu Natriumbromid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 18. Dezember 2007 (JavaScript erforderlich).
  3. a b c Brockhaus ABC Chemie, F.A. Brockhaus Verlag Leipzig 1971, S. 920.
  4. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Index of Refraction of Inorganic Crystals, S. 10-247.
  5. a b A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1170 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Jander, Blasius, Strähle: Einführung in das anorganisch-chemische Praktikum, S. 281, 14. Auflage. Hirzel, Stuttgart 1995, ISBN 978-3-7776-0672-9.