Neum-Korridor

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Lage des Neum-Korridors

Der Neum-Korridor oder Korridor von Neum ist ein an der schmalsten Stelle 5 km breiter Gebietsstreifen, der zu Bosnien und Herzegowina gehört und das kroatische Staatsgebiet auf dem Festland (Gespanschaft Dubrovnik-Neretva) in zwei Teile trennt. Die Küste des Korridors am Adriatischen Meer, mit der Ortschaft Neum, ist für Bosnien und Herzegowina der einzige direkte Zugang zum Meer.

Situation für Kroatien[Bearbeiten]

Problematik[Bearbeiten]

Übersichtskarte des Neum-Korridors

Durch die Lage des Neum-Korridors entsteht für Kroatien das Problem, dass der innerkroatische Straßenverkehr auf der D8 (Jadranska Magistrala) zwischen Ploče und Dubrovnik bosnisch-herzegowinisches Staatsgebiet durchqueren muss. Für die geplante Autocesta A1 entlang der Küste nach Dubrovnik ergibt sich sowohl das Problem der Grenzkontrollen als auch der genauen Streckenführung.

Drastisch verschärft wurde die Situation durch den Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union zum 1. Juli 2013. Die Grenze zum Neum-Korridor wurde dadurch zur EU-Außengrenze, an der entsprechende Personen- und Zollkontrollen durchgeführt werden müssen. Damit wurde der Transitverkehr durch den Neum-Korridor deutlich komplizierter. Das kroatische Außenministerium gibt an, dass EU-Bürger den Korridor mit Lichtbildausweis und zollfreien persönlichen Gegenständen passieren können. Bürger von Drittstaaten müssen sich hingegen einer Grenzkontrolle unterziehen, zudem kann der Korridor nicht mit einem einmaligen Einreisevisum durchquert werden. Alle Autobesitzer müssen eine für Bosnien gültige Autoversicherung besitzen.[1]

Der geplante Beitritt zum Schengener Abkommen würde diese Situation noch weiter verschärfen.

Lösungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Um diese Problematik zu lösen, begann Kroatien am 24. Oktober 2007 den Bau der Pelješac-Brücke, die eine Verbindung zur gleichnamigen Halbinsel Pelješac unter Umgehung des Neum-Korridors ermöglichen würde. Aus finanziellen Gründen wurde der Bau im Jahr 2010 jedoch gestoppt. Am 17. Mai 2012 wurden dann die Verträge zum Bau der Brücke durch den kroatischen Staat gekündigt; das Projekt ist also vorerst auf Eis gelegt.[2] Erneut in Erwägung gezogen wurde diese (oder eine kostengünstigere) Brücke im Juli 2012 im Hinblick auf eine Teilfinanzierung durch die EU.[3] [4]

Statt der Brücke strebt Kroatien nun den Bau einer Transit-Autobahn ohne Grenzkontrollen und Einreisemöglichkeit nach Bosnien und Herzegowina durch den Neum-Korridor an. Die Autocesta A1, welche aktuell bis Ploče führt, soll in Zukunft auf dem Weg nach Dubrovnik den Neum-Korridor durchqueren. Da der Bau der Autobahn nicht bis zum EU-Beitritt realisiert werden konnte, wurden eine Fähr- und eine Katamaranverbindung eingerichtet.[1]

Situation für Bosnien und Herzegowina[Bearbeiten]

Auch wenn der Neum-Korridor eine direkte Verbindung zum bosnisch-herzegowinischen Mutterland besitzt und keine Exklave ist, bringt die Lage auch für Bosnien und Herzegowina Nachteile mit sich. So ist die Magistralstraße M17.3 die einzige Straßenverbindung zum restlichen Land. Diese schmale und schlecht ausgebaute Straße führt auf einer kurvigen Strecke über die Berge zur M6 nach Stolac. Aufgrund der schlechten Straßenanbindung wird der Verkehr von und nach Neum überwiegend über Kroatien abgewickelt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neum – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Paul Bradbury: How to Get from Dubrovnik to Split: The 2015 Guide vom 17. Januar 2014 auf croatia-split.com – Abgerufen am 3. Juni 2015
  2. Gov’t terminates contract on construction of Peljesac bridge. Auf: daily.tportal.hr, 17. Mai 2012
  3. http://www.mppi.hr/UserDocsImages/a-w%20intw%20min%20SHDoncic-Globus%2018.7_12.pdf
  4. http://vijesti.korcula.net/2012091536-EU+-C4-87e+financirati+gradnju+Pelje-C5-A1kog+mosta-21.html

42.93417.661Koordinaten: 42° 56′ 2,4″ N, 17° 39′ 39,6″ O