Pelješac-Brücke

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42.93977417.543793Koordinaten: 42° 56′ 23,2″ N, 17° 32′ 37,7″ O

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Pelješac-Brücke
Pelješac-Brücke
Lage der Pelješac-Brücke
Offizieller Name Pelješki most
Nutzung Kraftfahrzeuge
Querung von

Bucht von Mali Ston zwischen der Halbinsel Pelješac und dem Festland

Ort Komarna
Unterhalten durch Hrvatske ceste
Konstruktion Schrägseilbrücke
Gesamtlänge 2.374 m
Breite 21 m, 4 Spuren
Anzahl der Öffnungen 10
Längste Stützweite 563 m
Pfeilerachsabstand 180 m
Pfeilhöhe 240 m
Konstruktionshöhe 115 m
Lichte Höhe 55 m
Baukosten € 260 Mio
Baubeginn 24. Oktober 2007
Zustand Projekt gestoppt
Planer IGH
Lage
Pelješac-Brücke (Kroatien)
Pelješac-Brücke

Die Pelješac-Brücke (kroat. Pelješki most) ist eine geplante Schrägseilbrücke in Südkroatien, deren Bau 2012 gestoppt wurde. Sie soll die Bucht von Mali Ston überbrücken und somit die Gespanschaft Dubrovnik-Neretva mit dem Rest Kroatiens unter Umgehung des Neum-Korridors verbinden. Durchreisende auf dem Weg nach Süden müssen bislang bei der Ortschaft Neum damit auf wenigen Kilometern bosnisch-herzegowinisches Staatsgebiet durchqueren, was insbesondere für den Transitverkehr nachteilig ist. Zudem soll durch die Brücke der Zugang zu den Inseln im Süden Kroatiens erleichtert werden und somit ein wirtschaftlicher Aufschwung in dieser bislang verkehrstechnisch relativ abgelegenen Gegend möglich werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem am 24. Oktober 2007 mit dem Bau begonnen wurde, wurden wegen finanzieller Probleme die langsam verlaufenden Arbeiten im Jahr 2010 vorläufig gestoppt. Am 17. Mai 2012 hat die sozialdemokratische Regierung unter Premier Zoran Milanović dann die Verträge mit dem ausführenden Konsortium um die Firmen Konstruktor-Inzenjering, Viadukt und Hidroelektra Niskogradnja gekündigt.[1] Das Projekt wurde damit auf unabsehbare Zeit gestoppt. Als mittelfristige Alternative soll eine Transit-Autobahn durch den Neum-Korridor gebaut werden. Nach Presseinformationen[2], die offiziell noch nicht bestätigt wurden, wird die EU die Finanzierung der Brücke zu 75 Prozent übernehmen.

Planungen[Bearbeiten]

Technische Ausführung[Bearbeiten]

Mit einer Mittelspannweite von 563 Metern (bei einer Gesamtlänge von 2.374 m) wäre die Pelješac-Brücke bei ihrer Fertigstellung die größte Schrägseilbrücke in Kroatien. Die Stahlbetonpylone haben gemäß ersten Planungen eine Höhe von 240 m und sollen in 50 bis 70 m Tiefe auf Fels gegründet werden. Der Überbau wäre 21 Meter breit und würde maximal 55 Meter über dem Meeresspiegel liegen.

Lage[Bearbeiten]

Die Brücke soll die Ortschaft Komarna auf dem Festland mit der Halbinsel Pelješac (bei Brijesta) verbinden. Die in den Sommermonaten stark ausgelastete alternative Fährverbindung führt von Ploče nach Trpanj auf der Halbinsel Pelješac.

Die Brückenverbindung soll zur Revitalisierung der Gegend von Pelješac und der Neretva-Gegend beitragen und negativen demographischen Trends entgegenwirken. Insbesondere die Bevölkerung auf den Inseln Korčula, Lastovo und Mljet, aber auch die Bevölkerung von Dubrovnik, erwarteten sich durch den Bau der Pelješac-Brücke bessere Verbindungen zum Festland und zu anderen kroatischen Städten.

Zukunft[Bearbeiten]

Es ist unklar, ob die Brücke jemals realisiert werden wird. Durch die Kündigung der Verträge zum Bau ist eine Realisierung in den nächsten Jahren sehr unwahrscheinlich geworden. Das wird allerdings auch davon abhängen, ob die bilateralen Verhandlungen zwischen Kroatien und Bosnien und Herzegowina über den Bau einer Transit-Autobahn durch den Neum-Korridor erfolgreich verlaufen. Für den Fall eines Scheiterns oder großer Verzögerungen könnte der Bau der Pelješac-Brücke trotzdem wieder zum Thema werden.

Da Kroatien seit dem EU-Beitritt am 1. Juli 2013 eine Lösung für die Verkehrs-Problematik aufgrund des Neum-Korridors benötigt, war auch im Gespräch, an der Stelle der Brücke eine Fährverbindung aufzubauen.[3][4] Für die Brücke entschied sich inzwischen der amtierende kroatische Ministerpräsident Milanović.[5] Im Dezember 2013 gab der kroatische Verkehrsminister Siniša Hajdaš Dončić bekannt, dass eine EU-Studie herausgefunden habe, dass eine Brücke die plausibelste Lösung sei. Man hoffe, dass der Bau im Jahr 2015 beginnen könne.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gov't terminates contract on construction of Peljesac bridge. Auf: daily.tportal.hr, 17. Mai 2012
  2. Ivan Grbin: EU će financirati gradnju Pelješkog mosta! Auf: vijesti.korcula.net, 18. Juli 2012
  3. Trajekti će biti skuplji i od pelješkog mosta
  4. Nova trajektna linija kopno - Pelješac
  5. Das Brücken-Problem am Wurmfortsatz der EU. Die Welt, 9. August 2013, abgerufen am 22. Februar 2014.
  6. Peljesac bridge is best solution to connect the south of Croatia