New Left Review

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Die Zeitschrift The New Left Review wurde 1960 in Großbritannien gegründet, als die Herausgeber der Zeitschriften New Reasoner und Universities and Left Review die Redaktionen beider Publikationen zusammenführten. Die Zeitschrift war eine der einflussreichsten Publikationen innerhalb der Neuen Linken in Großbritannien.

Universities and Left Review war aus der Sueskrise 1956 heraus entstanden und kritisierte die revisionistische Linie der Labour Party aus einer marxistischen Perspektive.

The New Left Review wurde zunächst von Stuart Hall herausgegeben, der 1962 von Perry Anderson abgelöst wurde. Die Zeitschrift wurde zu einem Forum der Diskussion über den westlichen Marxismus. 1964 wurde die Zeitschrift Socialist Register von Ralph Miliband und John Saville als eine Art von Gegenprojekt gegründet. Edward P. Thompson, als Kritiker der Öffnung hin zum westlichen Marxismus, wandte sich Ende der 1960er Jahre im Zuge dessen von der NLR ab und war statt dessen der Socialist Register verbunden.[1]

Robin Blackburn übernahm die Herausgeberschaft 1982. 2000 wurde wieder Perry Anderson Herausgeber. Die Zeitschrift wurde neu lanciert, sie erhielt ein neues Design und auch die politische Linie änderte sich. Manche Kritiker sehen in der neuen Linie eine De-facto-Kapitulation gegenüber der Rechten.

In den 1970er Jahren trugen in der Zeitschrift die marxistischen Staatstheoretiker Nicos Poulantzas und Ralph Miliband in mehreren Artikeln eine Debatte über den kapitalistischen Staat aus. Ernesto Laclau invernierte mit einem eigenen Beitrag. Anlass dessen war eine kritische Besprechung des Werkes Der Staat in der kapitalistischen Gesellschaft von Miliband durch Poulantzas.[2]

Die britische Tageszeitung The Guardian bezeichnete die New Left Review 1993 als das „Flaggschiff der Westlichen intellektuellen Linken“. 2003 rankte das Institute for Scientific Information in einer Impact Factor-Analyse die New Left Review auf Platz 12 unter den 20 wichtigsten politikwissenschaftlichen Zeitschriften weltweit.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chun, Lin: Wortgewitter. Die britische Linke nach 1945. Rotbuch Verlag, Hamburg 1996.
  • Stuart Hall: Life and Times of the New Left, S. 177 - 196; in: New Left Review, Nr. 61 Januar/Februar 2010

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Jünke: Die Tränen des Edward P. Thompson, in: Christoph Jünke: Streifzüge durch das rote 20. Jahrhundert. Hamburg: Laika-Verlag, 2014, ISBN 978-3-94423-300-0, S. 165f.
  2. Vgl.: Kontroverse über den kapitalistischen Staat. Merve, Berlin 1976.
  3. Roland Erne, "The Profession," European Political Science (2007) 6, 306–314.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]