New York Cosmos

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Dieser Artikel behandelt den zwischen 1971 und 1985 existierenden Fußballclub. Für das 2010 neu gegründete Franchise siehe New York Cosmos (2013).
New York Cosmos
Logo der alten New York Cosmos
Voller Name New York Cosmos
Ort New York
Gegründet 1970
Aufgelöst 1985
Vereinsfarben blau, gelb, grün
Stadion zuletzt Giants Stadium
Plätze 78.000
Liga NASL
1984 3. Platz, Eastern Division

New York Cosmos (dt. New York Kosmopoliten) war zwischen 1971 und 1985 ein Fußball-Franchise in der nordamerikanischen Fußballliga North American Soccer League (NASL). Eigentümer war Warner Communications.

Der Fußballverein ist vor allem durch die Verpflichtung vieler internationaler Spieler, darunter Weltstars wie Pelé und Franz Beckenbauer, bekannt geworden. Beckenbauer wechselte 1977 für die damalige Rekord-Ablösesumme von zwei Millionen Dollar vom FC Bayern München zu Cosmos. Er gewann gleich in seiner ersten Saison zusammen mit Pelé die US-Meisterschaft der NASL (1977). Dies gelang New York Cosmos insgesamt fünfmal: 1972, 1977, 1978, 1980 und 1982. 1980 wechselte Beckenbauer wieder in die Bundesliga, diesmal zum Hamburger SV, bevor er zwischen Mai und November 1983 nochmals ein kurzes Gastspiel bei New York Cosmos gab und seine Karriere beendete.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde 1970 von den Musikproduzenten und Eigentümern von Atlantic Records, den türkischen Brüdern Ahmet und Nesuhi Ertegün, gegründet. In Anlehnung an die musikalische Vergangenheit der beiden Ertegün-Brüder sollte der Club ursprünglich „New York Blues“ heißen. Der aus England engagierte Manager Clive Toyle, ein früherer Sportjournalist, fand den Namen jedoch unpassend für ein Fußballteam und ließ einen Namenswettbewerb ausrichten. Der siegreiche Vorschlag war schließlich Cosmos und wurde offiziell im Februar 1971 bekannt gegeben.

Cosmos debütierte in der 1971er Saison der North American Soccer League und gehörte von Anfang an zu den spielerisch erfolgreichsten Clubs der jungen, seinerzeit noch halbprofessionellen Liga. Die Geschichte von New York Cosmos ist eng verknüpft mit Gründung und Auflösung der North American Soccer League von 1968 bis 1984 und hat zum Teil einen parallelen Entwicklungsverlauf.[1] Die Spielzeiten von 1971 bis 1975 waren dabei geprägt vom Bermudianer Randy Horton, den man vom aufgelösten ASL-Meister „Philadelphia Ukrainians“ übernommen hatte. Dank Hortons Treffsicherheit erreichte Cosmos gleich in der ersten Saison den zweiten Platz in der Meisterschaft. In der Folgesaison (1972) wurde Cosmos zum ersten Mal in der Club-Geschichte NASL-Meister.

Parallel wandelte sich die Liga durch das Engagement von finanzkräftigen Mäzenen wie den Ertegün-Brüdern von einer Amateur- zu einer Profiliga und 1974 konnte mit CBS wieder ein Medienpartner gewonnen werden,[2] der die Spiele live im Fernsehen übertrug. Die landesweite Übertragung der Spiele und die hieraus resultierenden Einnahmen sorgten bei Cosmos für eine Verstetigung des wirtschaftlichen und sportlichen Erfolgs. In diese Periode der Vereinsgeschichte fiel auch die Verpflichtung des Weltstars Pelé: „Soccer“ und insbesondere Cosmos erfreuten sich beim amerikanischen Publikum einer nie dagewesenen Popularität, der Spielbetrieb musste mehrfach in größere Spielstätten verlegt werden. So lagen etwa die Zuschauerzahlen der Spiele des Clubs nach dem Wechsel ins Stadion der New York Giants mit durchschnittlich 40.000 Zuschauern weit über damaligen dem Liga-Schnitt von 15.000.

Mit weiteren Verpflichtungen südamerikanischer und europäischer Spieler (u. a. Franz Beckenbauer 1977–1980 und 1983) und dem deutschen Fußballtrainer Hennes Weisweiler (Saisons 1980 und 1981) konnte sich Cosmos ab der zweiten Hälfte der 1970er Jahre in der Liga-Spitze etablieren und errang bis 1982 vier weitere Male die Meisterschaft.

Allerdings ließ das Interesse des Fernsehpublikums bald wieder nach. Bereits 1981 zeigte ABC als zwischenzeitlicher Inhaber der Übertragungsrechte nur noch eine einzige Begegnung der Meisterschaft, bevor die Liga ab 1982 überhaupt keinen Medienpartner mehr hatte. Rettungsversuche wie das Bemühen um die Austragung der Fußballweltmeisterschaft 1986 schlugen fehl, so dass die NASL schließlich in der Bedeutungslosigkeit versank und 1984 aufgelöst wurde.[3]

Der Niedergang der Liga brachte auch Cosmos in finanzielle Schwierigkeiten. Hinzu kam, dass die Warner Communications infolge eines Konzernumbaus ihr Engagement im Sportbereich zurückfuhr und ihre Fußballbeteiligungen schließlich 1981 an den damaligen Cosmos-Spieler Giorgio Chinaglia verkaufte. Der seit 1976 bei den New Yorkern spielende Italiener verfügte jedoch nur über einen Bruchteil der Mittel Warners und sah sich gezwungen, viele der Top-Spieler des international besetzten Kaders zu verkaufen. Nach der Auflösung der NASL wechselte Cosmos 1984 in die amerikanische Major Indoor Soccer League und versuchte im Hallenfußball an frühere Erfolge anzuknüpfen. Mangels Zuschauerinteresse zog man sich aber bereits 1985 wieder aus der Liga zurück. Der zuletzt von Hubert Birkenmeier trainierte Club wurde daraufhin aufgelöst und liquidiert – erhalten blieben lediglich die Fußballschulen des Jugendbereichs, die bis 2003 vom ehemaligen Vereinsmanager G. Peppe Pinton geleitet wurden. Als Inhaber der Namensrechte für Cosmos fühlte sich Pinton auch dem erfolgreichen Erbe des Vereins verpflichtet und sperrte sich trotz lukrativer Angebote lange gegen einen Verkauf derselben. So gab es im Zuge der vielen Anläufe der Re-Etablierung einer US-Profiliga auch mehrere Versuche einer Neugründung von New York Cosmos (mit entsprechenden Offerten der Eigentümer der New York Metrostars bzw. später der New York Red Bulls), aber erst 2009 ließ sich Pinton nach Fürsprache von Pelé dazu überreden, die Rechte an ein britisches Konsortium zu verkaufen. Die neuen Eigentümer um den früheren Tottenham Hotspur-Vizepräsidenten Paul Kemsley gründeten daraufhin 2010 den heutigen, in der Major League Soccer spielenden Club New York Cosmos.

Verfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem 7. Juli 2006 lief in den USA und in Großbritannien der Dokumentarfilm Once in a Lifetime: The Extraordinary Story of the New York Cosmos in den Kinos.

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cosmos-Trikot von Franz Beckenbauer

Cheftrainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • NASL Meisterschaft: 1972, 1977, 1978, 1980, 1982
  • Divisions-Siege:
    • Northern Division: 1972
    • Eastern Division, National Conference: 1978, 1979, 1980, 1981
    • Eastern Division: 1982, 1983

Besucherschnitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971 – 4.517
  • 1972 – 4.282
  • 1973 – 5.782
  • 1974 – 3.578
  • 1975 – 10.450
  • 1976 – 18.227
  • 1977 – 34.142
  • 1978 – 47.856
  • 1979 – 46.690
  • 1980 – 42.754
  • 1981 – 34.835
  • 1982 – 28.479
  • 1983 – 27.242
  • 1984 – 12.817

Stadien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Für weiterführende Informationen sei der Artikel en:North American Soccer League (1968–84) in der englischsprachigen Wikipedia empfohlen.
  2. CBS hatte bereits 1968 in der NASL-Auftaktsaison die Fernsehübertragungsrechte, zog sich zur Folgesaison aber wieder zurück, so dass die NASL zwischen 1969 und 1974 ohne Medienpartner war.
  3. Die Fußball-Weltmeisterschaft 1986 war bereits 1974 an Kolumbien vergeben worden. Nach einer Aufstockung der Teilnehmerzahl von 16 auf 24 Mannschaften sah sich der kolumbianische Fußballverband jedoch nicht mehr in der Lage, die Auflagen der FIFA zu erfüllen und sagte die Ausrichtung im November 1982 ab. In der Folge boten sich u. a. die USA als Ersatzgastgeber an. Die Initiative für die Bewerbung kam hier maßgeblich von der NASL und war mit der Hoffnung verbunden, die Austragung der WM würde das nachlassende Interesse für die Liga neu beleben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gavin Newsham: Once in a Lifetime. The Incredible Story of the New York Cosmos. Grove/Atlantic, 2006, ISBN 0-8021-4288-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]