North American Soccer League (2011)

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Dieser Artikel behandelt die 2009 gegründete North American Soccer League. Der Artikel zur amerikanischen Fußball-Profiliga, die von 1968 bis 1984 existierte, findet sich unter North American Soccer League.
North American Soccer League
Logo
Voller Name North American Soccer League
Abkürzung NASL
Verband USSF
Erstaustragung 2011
Hierarchie 2. Liga
Mannschaften 11
Meister San Antonio Scorpions FC
Rekordmeister Minnesota United
New York Cosmos
San Antonio Scorpions FC
Tampa Bay Rowdies (je 1)
Rekordspieler BrasilienBrasilien Pablo Campos
Rekordtorschütze BrasilienBrasilien Pablo Campos (45)
Website www.nasl.comVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Webseite
Qualifikation für U.S. Open Cup
Region KanadaKanada Kanada
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte StaatenVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Kartenformat

Die North American Soccer League (NASL) ist eine professionelle Fußballliga in den USA und Kanada. Sie wurde als zweite Liga in den Ligensystemen der Vereinigten Staaten und Kanada akzeptiert und steht damit unter der Major League Soccer.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 27. August 2009 verkaufte der US-amerikanische Sportartikelanbieter Nike seine Anteile an den United Soccer Leagues (USL) an Rob Hoskins und Alec Papadakis von der NuRock Soccer Holdings. Eigentlich sollten diese Anteile an die Team Owner's Association (TOA) gehen. Die TOA ist eine Vereinigung von Besitzern verschiedener USL First Division Franchises und St. Louis Soccer United.

Nachdem der Verkauf vollzogen war, gaben viele TOA-Mitglieder ihren Unmut darüber zum Ausdruck und kritisierten die Führung und Organisation der USL. Der Verkauf an NuRock hatte auch zur Folge, dass die Team Owner's Association ihren Einfluss innerhalb der USL schwinden sah. In den folgenden Wochen gaben viele Teambesitzer bekannt, nicht am Spielbetrieb der USL-Ligen teilnehmen zu wollen, um ihre eigene Liga zu gründen. Offiziell wurde dies am 10. November 2009 als sechs Vereine der USL-1 und St. Louis die United States Soccer Federation, die Canadian Soccer Association und die FIFA um Erlaubnis baten, eine neue Liga North American Division 2 League zu gründen.

Am 23. November 2009 wurde der offizielle Name der neuen Liga bekanntgegeben. Mit dem Namen North American Soccer League, will man die Pioniere der ersten professionellen Liga in Nordamerika ehren. Vorher wurde die Liga inoffiziell als TOA-League bezeichnet.

Die Ligabetrieb für 2010 wurde von der USSF nicht bewilligt, da die USL noch bindende Verträge mit einzelnen Franchises hatte. Als Kompromisslösung wurde für ein Jahr die USSF Division 2 Professional League ins Leben gerufen. In dieser Liga gab es eine NASL und eine USL Conference.

Im Laufe des Jahres 2010 haben wegen der ständigen Ungewissheit, ob die Liga überhaupt seinen Spielbetrieb aufnehmen darf, einige Mannschaften ihren Rückzug aus der NASL bekanntgegeben. Minnesota Thunder hatte finanzielle Probleme und musste den Spielbetrieb einstellen. Die Rochester Rhinos haben sich zurückgezogen und werden weiterhin im Ligabetrieb der USL bleiben und ab 2011 in der United Soccer League spielen. Auch die Crystal Palace Baltimore zogen sich zurück.

Nach der Ausspielung der USSF D2 Pro League im Jahr 2010, stellte die NASL erneut den Antrag, als zweite Liga im US-amerikanischen und kanadischen Ligasystem anerkannt zu werden. Diesem Antrag wurde am 21. November 2010 vorläufig stattgegeben. Diese Entscheidung widerrief die USSF im Januar 2011. Grund hierfür war das Wegfallen von zwei Eigentümern der Liga und damit die Gefahr einer Instabilität der Liga.[1] Am 12. Februar wurde die Liga wiederum als vorläufige zweite Liga in den USA und Kanada bestätigt.

Im April 2011 wurde erstmals der Spielbetrieb mit acht Teams aufgenommen. Bis zur Saison 2015 wuchs die Zahl der Team trotz mehrerer Abgänge auf elf.

Organisation[Bearbeiten]

Eigentümer[Bearbeiten]

In der NASL sind, anders als in der Major League Soccer, die einzelnen Franchisebesitzer auch gleichzeitig Anteilseigner an der Liga. Somit ist jedes Franchise maßgeblich an den Entscheidungen der Liga beteiligt. Sowohl im Sportlichen als auch im Finanziellen. Aktuell besteht die Vorstandsgruppe der NASL aus 12 Eigentümern. Das Unternehmen Traffic Sports ist Eigentümer an zwei Franchises. Aktuell ist auch dessen Besitzer, Aaron Davidson, Vorsitzender des Gremiums.[2]

Sponsoren[Bearbeiten]

Die Liga selber unterhält keine Sponsorenvereinbarungen, außer dass der jeweilige Spielball von der Firma Voit hergestellt wird.[3] Des Weiteren besteht eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Seiko, welche Geräte für die Zeitmessung bei den einzelnen Fußballspielen zur Verfügung stellt.

Einige NASL-Mannschaften haben Trikotsponsorenverträge abgeschlossen. Die bislang größte Summe erhält New York Cosmos von der Fluggesellschaft Emirates. Das Franchise erhält hier 1 Millionen Dollar jährlich. Des Weiteren haben alle Mannschaften Vereinbarungen mit lokalen und regionalen Sponsoren abgeschlossen.

Stadien[Bearbeiten]

Das größte Stadion der Liga ist das TD Place Stadium in Ottawa. Dieses fasst 24.000 Zuschauer.[4] Mit jeweils 5.000 Zuschauerplätzen sind die Stadien in Atlanta und Edmonton die kleinsten der Liga. Die Stadien in Atlanta, Blaine, San Antonio und Cary sind reine Fußballstadien. In allen anderen wird auch Baseball oder American Football gespielt.

Medien[Bearbeiten]

Während der Saison 2013 waren alle Spiele via Stream frei über die NASL-Website zu empfangen. Zur Saison 2014 wurde eine Vereinbarung mit dem Unternehmen Perform Group abgeschlossen. Der Zuschauer kann nun für 4,99 US-Dollar im Monat alle Spiele via Internet Stream verfolgen. Auch seit 2014 ist der US-amerikanische Sportsender ESPN3 offizieller Ausstrahlungspartner der NASL. Dort wurde auch zum ersten Mal ein Finalspiel der NASL, der SoccerBowl 2013, ausgestrahlt. Des Weiteren gibt es jede Woche das Spiel der Woche zu sehen.

Auch die einzelnen Franchises können bestimmen, wo ihre Spiele übertragen werden. So hat jeder eigene Vereinbarungen mit lokalen Fernseh- und Radiostationen geschlossen.

Wettbewerbsformat[Bearbeiten]

Seit 2013 ist die Saison in zwei eigenständige Wettbewerbe geteilt. Wie in vielen mittelamerikanischen Ligen üblich, gibt es auch hier eine Saison im Frühjahr (Spring Season) und eine im Herbst (Fall Season). Die Gewinner dieser Spielzeiten qualifizieren sich automatisch für das Play-off Halbfinale. Die anderen beiden Halbfinalteilnehmer sind die Mannschaft, welche auf beide Saisons verteilt gesehen am besten abgeschnitten haben. Sollte nun eine Mannschaft beide Saisons gewinnen, rückt automatisch die drittstärkste Mannschaft nach. Das Finale wird als SoccerBowl bezeichnet und immer im Stadion des Spring Season Gewinners ausgetragen.

Die Spring Season wird in der Regel von April bis zum 4. Juli ausgespielt. Nach einer Pause von einem Monat beginnt die Fall Season, welche Anfang November endet. Aufgrund von internationalen Turnieren, wie Fußball-Weltmeisterschaften oder dem CONCACAF Gold Cup, kann es zu Verschiebungen kommen.

Wie in amerikanischen Ligen üblich, gibt es auch hier keinen Auf- oder Absteiger. Wenn Franchises bestimmte Kriterien erfüllen besteht für diese jedoch die Möglichkeit, in die Major League Soccer zu wechseln. Dies hat den Hintergrund, dass die Ligen zwar unter der Aufsicht der United States Soccer Federation stehen, aber anders als viele europäische Ligen unterschiedlichen Organisationen gehören. Es entspricht auch nicht dem amerikanischen Sportverständnis von Ligawettbewerb.

NASL-Mannschaften haben die Möglichkeit, sich für internationale und nationale Fußballwettbewerbe zu qualifizieren. Zum einen nehmen alle Mannschaften am nationalen Pokalwettbewerb Lamar Hunt U.S. Open Cup teil. Dessen Sieger qualifiziert hierbei sich für die CONCACAF Champions League. Die kanadischen Mannschaften FC Edmonton und Ottawa Fury nehmen nicht am US Open Cup teil, sondern spielen in der Canadian Championship. Diese setzt sich aus den fünf professionellen Mannschaften Kanadas zusammen. Auch hier qualifiziert sich der Sieger für die CONCACAF Champions League.

Mannschaften[Bearbeiten]

Standorte der Franchises der NASL (Rot: aktuell, Blau: zukünftig, Gelb: ehemalig)

Mannschaften 2015[Bearbeiten]

Mannschaft Gegründet Eintritt Stadion Kapazität Stadt Bundesstaat/Provinz Trainer
Ottawa Fury FC Ottawa Fury FC 2011 2014 TD Place Stadium 28.826 Ottawa OntarioOntario Ontario KanadaKanada Marc Dos Santos
Fort Lauderdale Strikers Fort Lauderdale Strikers 2005 2011 Lockhart Stadium 20.500 Fort Lauderdale USA-FloridaFlorida Florida ArgentinienArgentinien Marcelo Neveleff
Indy Eleven Indy Eleven 2013 2014 Michael A. Caroll Stadium 12.111 Indianapolis USA-IndianaIndiana Indiana Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Juergen Sommer
Jacksonville Armada FC 2013 2015 Baseball Grounds of Jacksonville 11.000 Jacksonville (Florida) USA-FloridaFlorida Florida ArgentinienArgentinien José Luis Villarreal
Minnesota United FC Minnesota United FC 2009 2011 National Sports Center 12.000 Blaine (Minnesota) USA-MinnesotaMinnesota Minnesota Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Manny Lagos
New York Cosmos New York Cosmos 2010 2013 James M. Shuart Stadium 11.929 Hempstead USA-New YorkNew York New York VenezuelaVenezuela Giovanni Savarese
Carolina RailHawks FC Carolina RailHawks FC 2006 2011 WakeMed Soccer Park 10.000 Cary (North Carolina) USA-North CarolinaNorth Carolina North Carolina NordirlandNordirland Colin Clarke
San Antonio Scorpions FC San Antonio Scorpions FC 2010 2012 Toyota Field 08.000 San Antonio USA-TexasTexas Texas KanadaKanada Alen Marcina
Atlanta Silverbacks FC Atlanta Silverbacks FC 1998 2011 Atlanta Silverbacks Park 07.500 Atlanta USA-GeorgiaGeorgia Georgia EnglandEngland Gary Smith
Tampa Bay Rowdies Tampa Bay Rowdies 2008 2011 Al Lang Stadium 07.250 Saint Petersburg USA-FloridaFlorida Florida NiederlandeNiederlande Thomas Rongen
FC Edmonton FC Edmonton 2009 2011 Clarke Stadium 05.000 Edmonton Alberta Alberta KanadaKanada Colin Miller

Expansionen[Bearbeiten]

Mannschaft Stadt Stadion Kapazität Gegründet Eintritt Trainer
Virginia Cavalry Virginia Cavalry FC Ashburn (Virginia) Edelman Financial Field 10.000 2012 2016 TBA
Oklahoma City FC Oklahoma City Miller Stadium 06.500 2013 2016 TBA
Miami Football Club Miami unbekannt 0- 2015 2016 TBA
Puerto Rico FC Puerto Rico Estadio Juan Ramón Loubriel 0- 2015 2016 (Fall) TBA

Ehemalige Mannschaften[Bearbeiten]

Mannschaft Stadt Stadion Kapazität Eintritt Austritt
Montreal Impact Montreal Stade Saputo 13.034 2011 2011
Puerto Rico Islanders FC Bayamón Estadio Juan Ramón Loubriel 22.000 2011 2012

Statistik[Bearbeiten]

Saisonstatistiken[Bearbeiten]

Saison Teilnehmer Spring Season Fall Season Sieger der Regular Season Soccer Bowl-Sieger
2011 08 Carolina RailHawks Carolina RailHawks FC Minnesota Stars Minnesota Stars FC
2012 08 San Antonio Scorpions San Antonio Scorpions FC Tampa Bay Rowdies Tampa Bay Rowdies
2013 08 Atlanta Silverbacks Atlanta Silverbacks FC New York Cosmos New York Cosmos Carolina RailHawks Carolina RailHawks FC New York Cosmos New York Cosmos
2014 10 Minnesota United Minnesota United FC San Antonio Scorpions San Antonio Scorpions FC Minnesota United Minnesota United FC San Antonio Scorpions San Antonio Scorpions FC

Rekord-Torschützen[Bearbeiten]

Regular Season
Spieler Tore
1 BrasilienBrasilien Pablo Campos 45
2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Brian Shriver 28
3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mike Ambersley 25
4 MaltaMalta Etienne Barbara 23
5 ItalienItalien Simone Bracalello 20
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Nick Zimmerman 20
7 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Christian Ramirez 19
KanadaKanada Shaun Saiko 19
9 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Matt Horth 18
10 JamaikaJamaika Nicholas Addlery 17

Stand: 16. Oktober 2014

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brian Quarstad: NASL Releases Press Statement Concerning US Soccer’s Decision to Decline Sanctioning. In: Inside Minnesota Soccer, 21. Januar 2010. Abgerufen am 9. Februar 2011. 
  2. NASL 2012 Media Guide. 19. Juli 2012. Archiviert vom Original am 8. Oktober 2012. Abgerufen am 10. Oktober 2014.
  3. NASL, VOIT Announce Official Match Ball Partnership. NASL. 25. Januar 2014. Abgerufen am 10. Oktober 2014.
  4. TD Place Stadium. tdplace.ca, abgerufen am 22. März 2015.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]