Nockerl

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Nockerl (Mehrzahl: Nockerln) ist die Bezeichnung für Klößchen in der Wiener Küche, sie sind entweder Suppeneinlage, Süßspeise oder Beilage.

Wortherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wortherkunft wird von dem seit dem 1. Jahrhundert nachgewiesenen technischen Begriff Nocken ausgegangen, was den Vorsprung an einer Scheibe oder Welle bezeichnet. Zum selben Wortstamm gehören:

  • Nock, was "kleiner Berg" oder auch das Ende eines Rundholzes bedeutet
  • seit dem 18. Jahrhundert das österreichische Klößchen Nocken mit seiner Diminutivform Nockerl.[1][2][3][4]

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der verwendete Grundteig besteht aus Mehl, Eiern, Butter und Speisesalz. Dieser wird frisch in kochendes Salzwasser gegeben, und darin gegart. In Österreich wird dafür ein Nockerlsieb verwendet.[5] Dabei handelt es sich um einen Seiher mit Löchern, auch Grobes Lochsieb oder Durchschlag genannt, was die typische Form der Nockerln ergibt. Durch dieses streicht man den Teig, der sofort ins Kochwasser fällt. Für die Verwendung als Beilage schwenkt man sie vor dem Servieren in heißer Butter und würzt sie ggf. mit Salz, Pfeffer und Muskat. Die Garnierung mit Kräutern wie Petersilie und Schnittlauch ist üblich.

Bei der anderen Zubereitung werden Nockerl mit einem Löffel von einem Teig abgestochen und ins kochende Wasser gegeben.

Als Teigwaren haben sie Ähnlichkeit mit anderen Speisen des Alpenraums wie Spätzle[6] und Knöpfle. Ebenso werden Speisen in Nockerl/Nocken- oder Kloßform als Nockerl bezeichnet, wenn andere Teige und Massen verwendet werden.

Gerichte mit Nockerl in der Wiener Küche [7][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerichte in der Böhmischen Küche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Namen der Gerichte in der deutschen Sprache werden für die tschechischen Bezeichnungen Nok, Noky und Nokedli die Begriffe Nocken, Nockerl und Nockerln unterschiedlich als Übersetzung verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag im Duden zu Nockerl
  2. Bibliographisches Institut (Mannheim). Dudenredaktion.: Duden, das Herkunftswörterbuch : Etymologie der deutschen Sprache. 5., neu bearb. Aufl. Dudenverlag, Mannheim 2014, ISBN 978-3-411-04075-9.
  3. Theoretisch-praktische Anleitung zur Kochkunst. Strauß, 1817 (google.de [abgerufen am 9. Dezember 2017]).
  4. Matthias von Lexer: Kärntisches Wörterbuch: mit einem Anhange: Weihnacht-Spiele und Lieder aus Kärnten. Hirzel, 1862 (google.de [abgerufen am 9. Dezember 2017]).
  5. Ewald Plachutta und Mario Plachutta: Plachutta Wiener Küche . Christian Brandstätter Verlag, Wien 2014, ISBN 978-3-85033-811-0, S. 186
  6. Hans-Joachim Rose (Bearb.), Ralf Frenzel (Hrsg.): Küchenbibel. Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri, Wiesbaden 2007, S.626, ISBN 978-3-937963-41-9.
  7. Ewald Plachutta und Mario Plachutta: Plachutta Wiener Küche . Christian Brandstätter Verlag, Wien 2014, ISBN 978-3-85033-811-0, S. 282-286