Nonylphenolethoxylate

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Allgemeine Strukturformel der Nonylphenolethoxylate.

Nonylphenolethoxylate (NPE oder NPEO) stellen eine Gruppe von nichtionischen Tensiden dar, die sich von den Nonylphenolen ableiten und in der Anzahl der hydrophilen Ethoxy-Einheiten der Polyethylenglycol-Seitenkette unterscheiden.

Nonylphenolethoxylate sind in der No-Longer-Polymers-Liste enthalten.[1]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre häufigste Verwendung finden sie in Reinigungsmitteln. Aufgrund der Gefahren hat die Industrie in einer freiwilligen Selbstverpflichtung 1986 zugesichert, diese Substanz innerhalb der EU nicht mehr in Wasch- und Reinigungsmitteln für den Privatgebrauch zu verwenden. Im Jahre 1992 wurde der Verzicht auf industrielle Reinigungsmittel erweitert. Im Jahr 2003 wurde die Verwendung von Nonylphenolethoxylaten und Nonylphenolen in der EU stark eingeschränkt.[2]

Toxizität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sicherheitshinweise
CAS-Nummer

9016-45-9

EG-Nummer

500-024-6

ECHA-InfoCard

100.105.533

GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
05 – Ätzend 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​318​‐​400
P: 273​‐​280​‐​305+351+338​‐​501 [3]

Im Jahr 1984 wurde entdeckt, dass Nonylphenolethoxylate in Kläranlagen zu 4-n-Nonylphenolen, welche auf viele Organismen toxisch wirken, abgebaut werden und bedeutende Mengen davon in die Gewässer gelangen.[4] In Gewässern ist insbesondere die hormonaktive (östrogene) Wirkung auf Wasserorganismen problematisch. Die Bioakkumulationsfähigkeit ist sehr hoch (> 1000).

In einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace wurden Rückstände der NPE in 52 von 78 Textil-Produkten (zwei Drittel) aus Geschäften in 18 Ländern nachgewiesen. Es handelt sich dabei durchwegs um Markenartikel, die in Billiglohnländern hergestellt wurden. Für Verbraucher haben die untersuchten Artikel keine unmittelbar gesundheitsschädigende Auswirkung.[5]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ismail-H. Acir, Klaus Guenther: Endocrine-disrupting metabolites of alkylphenol ethoxylates – A critical review of analytical methods, environmental occurrences, toxicity, and regulation. In: Science of The Total Environment. Band 635, 2018, S. 1530–1546, doi:10.1016/j.scitotenv.2018.04.079, PMID 29874777.
  • T. B. Chokwe, J. O. Okonkwo, L. L. Sibali: Distribution, exposure pathways, sources and toxicity of nonylphenol and nonylphenol ethoxylates in the environment. In: Water SA. Band 43, Nr. 4, 2017, S. 529–542, doi:10.4314/wsa.v43i4.01.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Notification of new chemical substances in accordance with directive 67/548/EEC on the classification, packaging and labelling of dangerous substances – No-longer polymer list, version 2.
  2. Richtlinie 2003/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2003 zur 26. Änderung der Richtlinie 76/769/EWG des Rates über Beschränkungen des Inverkehrbringens und der Verwendung gewisser gefährlicher Stoffe und Zubereitungen (Nonylphenol, Nonylphenolethoxylat und Zement). 17. Juli 2003.
  3. a b Eintrag zu Nonylphenolethoxylat, Isomere in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2017 (JavaScript erforderlich).
  4. W. Giger, P. H. Brunner, C. Schaffner: 4-Nonylphenol in sewage sludge: accumulation of toxic metabolites from nonionic surfactants. Science, 225(4662), 1984, S. 623–625, doi:10.1126/science.6740328.
  5. Greenpeace Pressemitteilung vom 23. August 2011.
  6. Helenius, A. & Simons, K. (1975): Solubilization of membranes by detergents. In: Biochim. Biophys. Acta. Bd. 415, S. 29–79. PMID 1091302, doi:10.1016/0304-4157(75)90016-7.
  7. Calbiochem Booklet: A Guide To The Properties And Uses Of Detergents, 2001 (PDF; 597 kB).