Norbert Wagenbrett

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Norbert Wagenbrett

Norbert Wagenbrett (* 7. November 1954 in Leipzig) ist ein deutscher Maler und Grafiker in der Tradition veristischer Menschenbildnisse.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norbert Wagenbrett wurde als zweites Kind des Ingenieurs Gerhard Wagenbrett und seiner Frau Annemarie Wagenbrett, geb. Graichen, geboren. Er wuchs gemeinsam mit seiner Schwester Ute in Leipzig auf.

Von 1970 bis 1972 absolvierte er eine Lehre als Offsetretuscheur im Leipziger Druckhaus. Nach dem Wehrdienst arbeitete er als Fertigungstechnologe und Fotooperateur in Leipziger Druckereien und als Beleuchter an der Leipziger Oper.

Nachdem er seit 1970 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig die Abendakademie besucht hatte, studierte er dort ab 1977 bei Arno Rink, Wolfgang Peuker, Volker Stelzmann und Sighard Gille und erwarb 1982 das Diplom im Fach Malerei mit Auszeichnung. Anschließend war er freischaffend in Halle (Saale) und Leipzig tätig. Von 1986 bis 1988 war er Meisterschüler bei Willi Sitte.

Studienreisen führten ihn in den 1980er Jahren nach Sibirien, später nach Italien und Griechenland.

Norbert Wagenbrett hat drei Kinder. Er lebt und arbeitet in Leipzig.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Maler Norbert Wagenbrett wendet sich seit den 1980er Jahren fast ausschließlich dem Bild des Menschen zu. Im Antlitz seiner Modelle sucht er nach dem Unverwechselbaren, dem Einzigartigen und kommt mit zeichnerischer Prägnanz seinem Gegenüber sehr nah. Sein Verismus zeigt die natürliche Unvollkommenheit der porträtierten Zeitgenossen und schließt Überzeichnung nicht aus.[1]

Über seine Arbeit als Maler, als „Menschensucher“, sagt Norbert Wagenbrett selbst:
„Ich gehe zu den Menschen und suche ihre Träume und finde ihre Ängste, finde Ebenen der Gemeinsamkeit, finde Bilder, es sind Bilder dieser Menschen, unendlich einmalig, mit keinem Objekt auf der Welt vergleichbar, und doch, im alltäglichen, öffentlichen Leben scheinen die Gesichter sich zu ähneln, einander gleich zu werden und zu verschmelzen, wie die Gedanken, die nicht mehr die eigenen sind.“[2]

Norbert Wagenbrett sucht im Antlitz seiner Modelle das Unverwechselbare, Einzigartige, was er im Porträt festhält. Er selbst nennt seine Arbeiten allerdings lieber Bildnisse statt Porträts, denn sie gehen über die Porträtmalerei hinaus, spiegeln mehr als nur das Sichtbare wider. Das gemalte Bild bedeutet keine Reproduktion des Menschen in einem anderen Material, sondern zeigt ein neues Wesen, „das andere Selbst“, auf das durch den Entstehungsprozess über Emotion, Phantasie, Kreativität und Technik des Malers auch ein Teil von ihm übergegangen ist.[3]

Norbert Wagenbrett: „Das Gesicht der Gesellschaft ist nicht das Gesicht des Einzelnen. Wer nicht sein möchte, wie er ist, sucht Gemeinschaft. Das Gesicht unter der Maske kennt niemand. Wenn das Wesen durch die Maske dringt und wie ein wärmendes Licht aus dem Inneren erscheint, wird Unendlichkeit in der Wirklichkeit sichtbar.“[4]

Kunstmessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliedschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Krieger (Hrsg.): Norbert Wagenbrett. Der lebende Spiegel. Bildnisse 1982–2012. JOVIS Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-86859-204-7. Darin: Richard Hüttel: "Das Individuum ist nicht zu fassen", Hans-Georg Sehrt: "Porträtmalerei im 21. Jahrhundert?".
  • Ralph Grüneberger: Der Porträtist Norbert Wagenbrett. Einblicke in Leben und Werk. Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V., Leipzig 2004. ISBN 3-937264-63-9
  • Norbert Wagenbrett (Hrsg.): Der andere Spiegel. Bildnisse. Ausstellungskatalog. Leipzig, 1999. Darin: Rainer Behrends: Man könnte fast sagen, die Hände können sprechen! Zur Bildauffassung Norbert Wagenbretts. ISBN 3-00-004472-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] Galerie Koenitz Leipzig, Ausstellung Norbert Wagenbrett: Die weiße Stadt, 2011. Abgerufen am 11. Januar 2011.
  2. Rainer Behrends: „ ‚Man könnte fast sagen, die Hände können sprechen!’ Zur Bildauffassung Norbert Wagenbretts“. In: Norbert Wagenbrett (Hrsg.): „Der andere Spiegel. Bildnisse“. Ausstellungskatalog. Leipzig 1999. S. 5.
  3. [2] Galerie Eva Poll, Berlin, Ausstellung Norbert Wagenbrett: Das andere Selbst, 2010. Abgerufen am 11. Januar 2011.
  4. Ada Raev: „1984. ‚Bauarbeiter und Bauarbeiterin’. Norbert Wagenbrett“. In: Simone Tippach-Schneider (Hrsg.): „Helden auf Zeit. Porträts aus dem Kunstarchiv Beeskow“. Kunstarchiv Beeskow 2009. S. 166.