Norröna

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt eine Fähre; zur Fähre, die den Namen von 1983 bis 2004 trug, siehe Logos Hope. Zu weiteren Bedeutungen siehe norrön.
Norröna
Norröna
Norröna
Schiffsdaten
Flagge FaroerFäröer Färöer
Schiffstyp RoRo-Schiff
Heimathafen Tórshavn
Eigner Smyril Line[1]
Reederei Smyril Line
Bauwerft Flensburger Schiffbau-Gesellschaft, Flensburg
Flender-Werft, Lübeck[1]
Baunummer 694[1]
Kiellegung 1. Juli 2002[1]
Stapellauf 24. August 2002[1]
Übernahme 7. April 2003[1]
Verbleib in Dienst
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
165,74[2] m (Lüa)
Breite 30,00[2] m
Tiefgang max. 6,30[2] m
Verdrängung 6.113 tdw[1]
Vermessung 35.966 BRZ / 15.922 NRZ[1]
 
Besatzung 20-118
Maschinenanlage
Maschine 4 × Dieselmotor (Caterpillar-MaK 6M43C)[2]
Maschinen-
leistung
30.000 PS (22.065 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
21 kn (39 km/h)
Propeller 4 × Verstellpropeller[2]
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 1428[2]
Fahrzeugkapazität ~800 PKW
Sonstiges
Klassifizierungen

Det Norske Veritas

Registrier-
nummern

IMO: 9227390[1]

Die Norröna [ˈnɔrøːna] ist eine RoRo-Fähre der färöischen Reederei Smyril Line. Sie verbindet die Färöer-Inseln mit Häfen in Dänemark und Island. Die früheren Verbindungen zu den Shetlandinseln, nach Schottland und Bergen in Norwegen wurden 2009 eingestellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 gab es erste Überlegungen bei Smyril Line, ein neues Schiff anzuschaffen. Mit der Aufnahme des ganzjährigen Fährbetriebs 1998 wurde ein Schiffsneubau beschlossen und am 12. November 1999 ein Vertrag mit der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) unterzeichnet. Die Kiellegung der Baunummer 694 erfolgte am 1. Juli 2002 bei FSG, der Ausbau wurde von der Flender-Werft in Lübeck ausgeführt.[1] Die neue Norröna war das letzte Schiff, das die Flender-Werft ablieferte, bevor sie wegen Insolvenz geschlossen wurde. Die Baukosten betrugen 93,4 Millionen Euro.[2]

Der Neubau wurde am 7. April 2003 an Smyril Line ausgeliefert, und ihre Namensvorgängerin wurde in Norröna I umbenannt. Diese wurde im April 2004 an Operation Mobilisation verkauft, nachdem sie im Frühjahr 2004 nach einer Havarie der Norröna noch im Ersatzdienst verkehrte.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2004 stieß die Norröna im Hafen von Tórshavn mit der Hafenmauer zusammen. Diese Kollision beschädigte einen Propeller so sehr, dass sie erst wieder im März 2004 auslaufen konnte. In dieser Zeit wurde der Fährbetrieb mit der alten Norröna I wieder aufgenommen.

In Zusammenhang mit dem Orkan „Kyrill“ kam es im Januar 2007 zu nachhaltigen Beschädigungen im Rumpfbereich der Norröna. Bugstrahlruder und Stabilisatoren wurden beschädigt und das Schiff ging für mehrere Tage in die Werft Blohm & Voss nach Hamburg.

Im November 2007 kam es nach der Kollision mit einer zwölf Meter hohen Welle zu einem Zwischenfall. Das Schiff war für zwölf Minuten manövrierunfähig, weil sich die Maschinen automatisch ausschalteten. Der Steuerbordstabilisator wurde abgerissen und hatte dabei den Schiffsrumpf durchschlagen. Es entstand ein 20 Zentimeter großer Riss unterhalb der Wasserlinie. Auf dem Fahrzeugdeck stürzte ein Anhänger um und zerstörte zwölf Autos. Weitere 80 Wagen wurden bei dem Vorfall beschädigt. Von den 325 Personen an Bord wurde keine schwer verletzt. Es kam zu einer Krängung von 40°.[3]

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff wird nicht nur als Fährschiff, sondern auch als Frachtschiff eingesetzt, und bediente die Linie Hanstholm – Tórshavn zweimal wöchentlich mit einer Ladekapazität von 13.000 Tonnen Gütern pro Woche. Im Winter kann sie von einer Kernbesatzung mit 20 Mann betrieben werden. Sie befördert dann nur wenige Passagiere, welche meist Färinger sind.

Seit dem Winterhalbjahr 2005/06 verkehrte die Norröna auch ganzjährig bis Seyðisfjörður, seit dem Winter 2007/08 jedoch auf diesem Streckenabschnitt von Oktober bis März nur noch als Frachtfähre ohne Passagier- und Pkw-Beförderung. Der früher im Sommerhalbjahr angelaufene Hafen Lerwick wurde nicht mehr bedient, dafür lief das Schiff seit dem Sommer 2007 den im äußersten Norden Schottlands gelegenen Hafen Scrabster an.

Der bis Ende 2008 erzwungene Zwischenstopp für Islandreisende auf den Färöern von Montagvormittag bis Mittwochabend (die Norröna fuhr in der Zeit nach Bergen und Scrabster) bot eine Gelegenheit, die Inseln kennenzulernen. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Reederei im Herbst 2008, die nur durch eine finanzielle Zuwendung der färöischen Regierung abgewendet werden konnten, gilt ab Januar 2009 ein deutlich geänderter Fahrplan, von dem sich die Reederei wohl ein besseres wirtschaftliches Ergebnis verspricht.

Seit Januar 2009 werden weder Scrabster noch Bergen angefahren. In den Wintermonaten fuhr die Norröna von dem dänischen Hafen Esbjerg einmal wöchentlich nach Tórshavn und zurück. In den Sommermonaten fanden zwei Touren pro Woche von Hanstholm nach Tórshavn statt, von denen eine weiter nach Seyðisfjörður ging. Damit konnte mehr Fracht zwischen Dänemark und den Färöern transportiert werden, und gleichzeitig wurde die touristisch interessante und lukrative Linie nach Island bedient – ohne den früher längeren Zwangsaufenthalt auf den Färöern. Im Frühjahr und Herbst sollte es eine Verbindung pro Woche auf der Strecke Esbjerg – Tórshavn – Seyðisfjörður – Tórshavn – Esbjerg geben.

2010 wurde der Fahrplan erneut geändert: Die Norröna läuft seit dem 2. Oktober 2010 Hirtshals als Hafen in Dänemark an.[4]

Mittlerweile bedient Smyril Line auch ganzjährig die Passagierroute nach Island. Aufgrund der Wetterbedingungen auf dem Nordatlantik weist man allerdings auf mögliche Unregelmäßigkeiten hin. [5]

Bei ungünstigem Wetter dienen die dänischen Häfen Esbjerg und Frederikshavn sowie Klaksvík auf den Färöern als Ausweichhäfen.

Bordeinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neubau ist wesentlich größer und komfortabler ausgestattet als die alte Norröna. Sie fasst 800 statt 300 Pkw und 1480 statt 1050 Passagiere. Zudem stehen mit verschiedenen Kabinenkategorien, Restaurants, Bars und Nachtclub, Fitnessraum, Swimmingpool, Sauna und Solarium, mit Bordkino, Spielautomaten und Animationsprogrammen Angebote vergleichbar mit Kreuzfahrtschiffen, zur Verfügung.[6]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Norröna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: norrønur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Technische und administrative Daten. DNV GL, abgerufen am 16. Oktober 2016.
  2. a b c d e f g M/S Norröna: Über das Schiff. Smyril Line, abgerufen am 7. Januar 2015.
  3. Rosalind Griffiths: Norröna back at Holmsgarth after four years (Englisch) In: The Shetland Times. 9. Mai 2012. Abgerufen am 23. April 2017.
  4. Website der Smyril Line (färöisch), abgerufen am 3. August 2012
  5. Smyril Line - Zusätzliche Bedingungen zum Islandverkehr in den Wintermonaten. Abgerufen am 7. Februar 2017.
  6. Tim Schwabedissen: Gestrandet - Schiffsunglücke vor der Nordseeküste. Verlag Koehler-Mittler, 2004, ISBN 3-7822-0893-5