Nudow

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Nudow
Gemeinde Nuthetal
Koordinaten: 52° 19′ 44″ N, 13° 9′ 54″ O
Höhe: 37 m
Einwohner: 422 (21. Jul. 2016)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 14558
Vorwahl: 033200

Nudow ist ein Straßendorf im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark. Es ist heute Teil der Gemeinde Nuthetal, welche aus einem Zusammenschluss von fünf bis dahin selbständigen Ortschaften entstandenen ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehnschulzenhaus

Das 1359 erstmals urkundlich erwähnte Nudow ist eine slawische Gründung. Der Name Nudow bedeutet Siedlung an der Nuthe.[1] Ursprünglich war die dortige Bevölkerung, gemeinsam mit acht weiteren Dörfern, verantwortlich für die Versorgung der Besatzung der Burg Saarmund.

Die Familie von Schlabrendorf erwarb 1450 die Rechte an Nudow. Das Dorf wird im Lehnsbrief als der Burg Beuthen zugehörig genannt. Die Familie hielt das Dorf bis zum Dreißigjährigen Krieg. Danach konnte sie ihren Besitz nicht länger halten und verkaufte ihn an den brandenburgischen Kurfürsten.

Die Dorfkirche, die heute ein anerkanntes Baudenkmal ist, wurde im 18. Jahrhundert errichtet.

In den 1930er Jahren wurde zwischen Nudow und dem „Langen Berg“ Sand für den Autobahnbau gewonnen. Die entstandenen Gruben haben sich heute mit Wasser gefüllt und werden von der Bevölkerung zum Baden und zur Erholung genutzt.

Seit 1928 verfügt Nudow über eine Freiwillige Feuerwehr, die mittlerweile als Löschgruppe zur Freiwilligen Feuerwehr Nuthetal gehört.[2] In Nudow leben gegenwärtig vierhundertfünfzig Einwohner.[3][4]

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. Oktober 2003 wurde Nudow in die neue Gemeinde Nuthetal eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Harald Schmidt-Urbich (Bürger Ortsteile Nuthetal).

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat setzt sich aus 3 Abgeordneten zusammen.

Partei/Gruppierung Sitz/e
Bürger Ortsteile Nuthetal (BON) 2
Bürger für Nuthetal (BFN) 1
Gesamt 3

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014[6])

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 gibt es im Ort ein kleines Museum im ehemaligen Feuerspritzenhaus. Es hat im Sommer am Wochenende geöffnet und beherbergt interessante Ausstellungsgegenstände aus der jüngeren Geschichte.

Auf dem Friedhof von Nudow befindet sich die Grabplatte der Barbara von Thümen. Sie wurde mit Genehmigung des königlichen Konsistoriums und der Regierung und auf Kosten der Familie von Thümen in die Friedhofsmauer eingelassen. Die Inschrift war bis etwa 1960 noch lesbar und lautete: „Anno 1577, den 8. August ist des gestrengen und ehrenfesten Caspar von Reibnitz ehrbare Hausfrau ‚Babara von Thümen‘ in Gott selig eingeschlafen. Bescher der Seelen Gott Gnade in Ewigkeit Amen.“

Historische Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde in den Jahren 1733-34 unter dem Patronat des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I. vermutlich von Johann Gottfried Kemmeter erbaut. Pfingsten 1734 war die feierliche Einweihung. Das Gebäude hat eine Grundfläche von 10 m × 16 m. Auf dem quadratischen ziegelgedeckten Westturm thronen Kugel, Wetterfahne und Krone mit den Initialen des „Soldatenkönigs“. Sie ist eine der wenigen Kronkirchen in Brandenburg.

Die Schule wurde 1884 mit einem Klassenraum und einer Lehrerwohnung erbaut. Bis 1968 wurden Schüler hier in einem Klassenraum (jahrgangsübergreifend) unterrichtet. 1973 fand hier letztmals der Schulunterricht statt. Nach einer umfassenden Sanierung befindet sich hier seit 1998 das Gemeindezentrum.

Bereits seit 1375 wurde über einen Lehnschulzen in Nudow berichtet. Im Jahr 1884 wurde das Lehnschulzengut mit insgesamt rd. 800 Morgen Land (rd. 200 ha) verkauft. Das Haus gehörte zu dem Besitz.

Der heute „Storchenhof“ genannte Bauernhof blieb im Dreißigjährigen Krieg als einer der wenigen Höfe unzerstört. Eine Urkunde aus dem Jahr 1653 weist einen Bauern namens Krause als Eigentümer des Hofes aus.

Ein vollständiger Überblick über die Baudenkmale findet sich in der Liste der Baudenkmale in Nuthetal.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kieskuten werden einerseits von Anglern genutzt, andererseits sind sie Ausflugsziel für Spaziergänger und ein beliebter Badeort. Mehrere Reitsportanlagen und Pferdehöfe prägen das im Teltow gelegene kleine Dorf.

Wie in vielen brandenburgischen Dörfern ist auch hier ein Storchenpaar beheimatet. An der Durchgangsstraße werden von vielen Einwohnern, direkt auf Tischen in ihren Vorgärten, selbstangebautes Obst und Gemüse sowie Blumen angeboten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nudow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 125 ISBN 3-937233-30-X, ISSN 1860-2436
  2. Feuerwehr Nudow
  3. Stand: 2008
  4. http://nuthetal.verwaltungsportal.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=16076
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  6. Wahlergebnis 2014 Ortsbeirat Nudow