Oberhallau

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Oberhallau
Wappen von Oberhallau
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Schaffhausen Schaffhausen (SH)
Bezirk: Unterklettgau
BFS-Nr.: 2972i1f3f4
Postleitzahl: 8216
Koordinaten: 678046 / 284325Koordinaten: 47° 42′ 18″ N, 8° 28′ 42″ O; CH1903: 678046 / 284325
Höhe: 430 m ü. M.
Höhenbereich: 418–622 m ü. M.[1]
Fläche: 6,05 km²[2]
Einwohner: 447 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 74 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
9,2 % (31. Dezember 2020)[4]
Website: www.oberhallau.ch
Oberhallau

Oberhallau

Lage der Gemeinde
DeutschlandKanton ZürichBezirk OberklettgauBezirk SchaffhausenBezirk SchleitheimHallauOberhallauTrasadingenWilchingenKarte von Oberhallau
Über dieses Bild
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Oberhallau ist eine politische Gemeinde des Kantons Schaffhausen in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberhallau liegt im Schaffhauser Klettgau, eingebettet zwischen Lugmer und Oberhallauer Berg am Fusse der Rebberge. Die Oberhallauer pflegen gute Beziehungen zu den Nachbardörfern Hallau, Gächlingen und Neunkirch. Im Nordwesten verläuft die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz.

Historisches Luftbild aus 100 m von Walter Mittelholzer von 1923

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberhallau hat etwas mehr als 400 Einwohner. Die Bevölkerungsentwicklung zeigt, dass es bereits 1771 rund 400 Einwohner waren. Der Höchststand war 1840 mit 800 Einwohnern erreicht. Von den 400 Oberhallauern gehören 330 der reformierten Kirchgemeinde an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In blau weisse von gelbem Schlüssel horizontal belegte Lilie.

Da Oberhallau früher mit Hallau eine Gemeinde bildeten, befindet sich die Lilie auf ihrem Wappen. Nach der Loslösung wollte Oberhallau jedoch ein besonderes Wappen tragen. Da ihre Kirche St. Peter geweiht ist, wählten sie den Schlüssel als zusätzliches Symbol für ihr Wappen. Dieses findet sich zum ersten Mal 1558 auf einem Scheibenriss. Hier befindet sich der Schlüssel jedoch noch rechts (heraldisch: links) von der Lilie. Der Schild mit dem Wappen ist gespalten von weiss mit blauem Schlüssel und blau mit gelber Lilie. 1751 findet sich erstmals die Version mit der Lilie belegt von einem waagrechten Schlüssel. Dieses Wappen wurde schliesslich 1949 vom Gemeinderat angenommen.[5]

Bergrennen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einmal im Jahr, bevorzugt am letzten Wochenende im August, wird auf der 3,0 km langen Strecke von Oberhallau nach Vord. Berghöf auf den Oberhallauerberg das Automobil-Bergrennen ausgetragen. Der Höhenunterschied beträgt 157 m bei einer durchschnittlichen Steigung von 5,2 %. Das erste Rennen wurde im Jahre 1923 durchgeführt, überwiegend mit Motorrädern. Bereits zu dieser Zeit wurden Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 80 km/h realisiert. Das Bergrennen 2007 wurde erstmals durch den eigens gegründeten Verein Pro Bergrennen Oberhallau (kurz VBO) organisiert. Der Vereinszweck des VBO versteht sich darin, diese einzigartige Veranstaltung auch in Zukunft durchführen zu können. Einmalig im Bergrennzirkus ist der Gottesdienst, der während einer speziellen Motorenruhe am Sonntagmorgen entlang der gesamten Rennstrecke übertragen wird.[6]

Der im Rennen gefahrene Streckenrekord für Tourenwagen beträgt 1:14.56, 2019 erzielt von Ronnie Bratschi. Der absolute Streckenrekord wurde von Eric Berguerand in einem Formel 3000 Lola FA99 mit 1:08,00 im Jahr 2019 erzielt. Der letzte Wert entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von annähernd 159 km/h.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Gmandhuus" Oberhallau

Die neue Strassennummerierung mag zwar vom Platz mit dem Dorfladen ausgehen, optischer Mittelpunkt und Wahrzeichen des Dorfes ist aber zweifellos die (Evangelisch-reformierte) Kirche. Sie wurde 1751 anstelle der damaligen St. Peterskapelle gebaut und 1998 letztmals renoviert. Diese Renovation gab viel zu reden: Die Rebfrauen protestierten, als sichtbar wurde, dass die Zeiger aus der Ferne nicht mehr sichtbar sind, weil das mauergraue Zifferblatt mit einem Lapisblau im Ton des Oberhallauer Wappens verschönert wurde. Der Architekt liess sich von den Rebfrauen überzeugen und stimmte der Vergoldung der Zeiger zu – so blieb die Kirche auch im Dorf, was die Zeitmessung angeht.

Im Kircheninnern fällt der Blick sofort auf die Orgel. Sie ist nicht auf der Empore installiert, sondern inmitten der Chorwand. Als 1922 eine pneumatische Orgel eingebaut werden sollte, wollten die jungen Männer nicht auf ihre Plätze auf der Empore verzichten – sie hätten sonst im Kirchenschiff Platz nehmen müssen –, weswegen der Orgelprospekt im Chor montiert wurde. Die Spätrenaissance-Kanzel aus Eichenholz wurde kurzerhand mitten in die Orgelpfeifen hineingebaut.

Neben der Kirche steht das 2002 renovierte Restaurant «Gmaandhuus», das aber seit mehreren Jahren geschlossen ist.

Interessantes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oberhallauer Jakob Ochsner (* 1858) erlernte den Beruf des Wagners, wanderte nach Amerika aus und entwickelte nach seiner Rückkehr das System Ochsner (Entsorgungssystem).[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oberhallau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Bruckner-Herbstreit, Berty: Die Hoheitszeichen des Standes Schaffhausen und seiner Gemeinden, Reinach-Basel 1951, S. 253–257
  6. Website des Vereins pro Bergrennen
  7. http://www.oberhallau.ch/article/article.php3?art=13