Schleitheim

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Schleitheim
Wappen von Schleitheim
Staat: Schweiz
Kanton: Schaffhausen (SH)
Bezirk: Schleitheim
BFS-Nr.: 2952i1f3f4
Postleitzahl: 8226
Koordinaten: 678336 / 289231Koordinaten: 47° 44′ 56″ N, 8° 29′ 0″ O; CH1903: 678336 / 289231
Höhe: 467 m ü. M.
Fläche: 21,63 km²
Einwohner: 1704 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 79 Einw. pro km²
Website: www.schleitheim.ch
Schleitheim

Schleitheim

Karte
Deutschland Bezirk Oberklettgau Bezrk Schaffhausen Bezirk Unterklettgau Beggingen Schleitheim SiblingenKarte von Schleitheim
Über dieses Bild
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Schleitheim, im ostschweizerischen Ortsdialekt Schlaate [ʃlaːtə],[2][3] ist eine politische Gemeinde im schweizerischen Kanton Schaffhausen.

Dorfbach
Dorfstrasse

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schleitheim liegt im Randental im Kanton Schaffhausen und somit im Norden der Schweiz unmittelbar an der Grenze zu Deutschland. Im Ortsteil Oberwiesen befindet sich der einzige Zoll auf Gemeindegebiet. Die schweizerischen Nachbargemeinden von Schleitheim sind das bekannte Rebbaudorf Hallau, der Kantonshauptort Schaffhausen sowie die kleineren Gemeinden Beggingen, Siblingen, Gächlingen und Oberhallau. Das Dorf Schleitheim liegt eingebettet im Schleitheimertal, umgeben vom Staufenberg und dem Randen, einem Juraausläufer. Auf deutscher Seite grenzt Schleitheim an Stühlingen.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schleitheim liegt in der gemässigten Klimazone. Prägend für das Klima sind einerseits Winde aus westlichen Richtungen, die oft Niederschlag heranführen, andererseits die Bise (Ost- oder Nordostwind), die meist mit Hochdrucklagen verbunden ist, aber in allen Jahreszeiten kühlere Witterungsphasen verursacht als im Mittel zu erwarten wären. Der in den Alpentälern und am Alpenrand wichtige Föhn zeigt im Normalfall keine besonderen klimatischen Auswirkungen auf Schleitheim, abgesehen von einer klaren Fernsicht, die die gesamte Bergkette der Schweizer Alpen sichtbar werden lässt.

Schleitheim liegt in einem trockenen Gebiet, denn die Jahresniederschlagsmenge liegt im Schnitt bei 995 mm. Der trockenste Monat ist der Oktober mit 64 mm, der feuchteste der August mit 112 mm. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 8.7 °C, wobei der Januar mit –0.5 °C der kälteste und der Juli mit 17.5 °C der wärmste Monat ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend des heutigen Schleitheim war bereits in römischer Zeit besiedelt. Der damalige Vicus trug – wie dank der auf das 4. Jahrhundert zurückgehenden Tabula Peutingeriana bekannt ist – den Namen Juliomagus. Der deutsche Name findet sich erstmals im Jahr 995 als Sleitheim bezeugt. Er ist aus althochdeutsch *sleit «sanft abfallend, geneigt» (vgl. gleichbedeutend schweizerdeutsch schleit, schleiter) und althochdeutsch heim «Haus, Wohnort» zusammengesetzt und bedeutet damit «Siedlung am sanften Hang, auf der schiefen Ebene».[4][3]

Historische Bedeutung erlangte Schleitheim unter anderem als Abfassungsort der unter Federführung von Michael Sattler entstandenen Schleitheimer Artikel von 1527, dem ältesten Glaubensbekenntnis der reformatorischen Täufer.

Im Jahr 1530 gingen Schleitheim und Beggingen im Tausch gegen Grafenhausen und Birkendorf von der Landgrafschaft Stühlingen an die Stadt Schaffhausen über.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In rot schwarzer Stierkopf.

1569 findet sich als das Schleitheimer Wappen einen ganzen, roten Ochsen auf weissem Hintergrund. Kurze Zeit später findet man den weissen Stier mit gelben Hörnern in rot. Der Ochse als Wappentier stammt von Ludwig Ochs, dem ersten Obervogt (1559–1569) von Schleitheim. Vermutlich wurde es aus mangelndem Wissen über die Herkunft des Wappen als Gemeindewappen interpretiert, da es auf den amtlichen Dokumenten zu finden war. Auf einem Siegel 1792 findet sich erstmals der Stierkopf auf rot schraffiertem Grund. Bei der Bereinigung 1949 wurde der Gemeindeversammlung die beiden Varianten, ganzer Ochs oder nur sein Kopf, vorgeschlagen, wobei letzteres sich durchsetzte. Für die Tinktur wurde diejenige aus dem 16. Jahrhundert gewählt.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde lebt vom Gewerbe und der Landwirtschaft sowie den zahlreichen Wegpendlern, die vor allem in Schaffhausen und in Neuhausen am Rheinfall arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die an Deutschland (Gemeinde Stühlingen) grenzende Gemeinde war der Endpunkt der ehemaligen Strassenbahn Schaffhausen–Schleitheim. Strassenverbindungen existieren nach Oberwiesen – Staatsgrenze beziehungsweise Schaffhausen sowie Ortsverbindungen nach Beggingen und Hallau.

Im öffentlichen Nahverkehr wird Schleitheim durch die Autobusse der Regionalen Verkehrsbetriebe Schaffhausen RVSH AG bedient. Dieses Unternehmen tritt unter der Marketingbezeichnung SchaffhausenBus auf und ging aus der früheren Gesellschaft Autoverbindung Schaffhausen-Schleitheim (ASS) hervor. Diese wiederum folgte der Gesellschaft Strassenbahn Schaffhausen-Schleitheim (StSS) nach.

Im Rahmen des Fahrplanwechsels im Dezember 2015 wurde das Angebot stark gekürzt, trotz der bestgenutzten Regionalbuslinie im Kanton. Der Viertelstundentakt zur Hauptverkehrszeit wurde zu einem Halbstundentakt ausgedünnt, der Halbstundentakt zur Nebenverkehrszeit zu einem Stundentakt. Seither bestehen Probleme mit den Kapazitäten der Busse zur Hauptverkehrszeit. (SN vom 5. Januar 2016)

Ein Radweg führt durch die raren Weinberge nach Oberwiesen und dem Grenzübergang an der Wutach. Für Mountainbiker interessant ist der Weg auf den Schlossranden von Schleitheim über den Strickhof bis zum ‚Schlaatemer‘ Randenturm.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Bächtold (1891–1981), Mundartschriftsteller, in Schleitheim heimatberechtigt
  • Jakob Baechtold (1848–1897), Professor in Zürich und Feuilletonleiter bei der Neuen Zürcher Zeitung, in Schleitheim geboren
  • Jakob Bächtold (1905–1993), Ingenieur, Politiker (LdU) und Umweltschützer, in Schleitheim geboren
  • Daniela Baumer (heute Tenger), Silbermedaillengewinnerin Olympische Spiele 1996 Atlanta 500 m Viererkajak
  • Hans Wanner (1905–1996), Germanist und Chefredaktor des Schweizerischen Idiotikons, in Schleitheim heimatberechtigt
  • Werner Weber (1942–2001), Radrennfahrer

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Akeret Weishaupt: Schleitheim im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Markus Höneisen: Iuliomagus im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Anke Burzler: Das frühmittelalterliche Schleitheim. Siedlung, Gräberfeld und Kirche (Schaffhauser Archäologie, Band 5). Schaffhausen 2002, ISBN 3-9521-8682-1.
  • Eckhard Deschler-Erb: Römische Kleinfunde und Münzen aus Schleitheim. Iuliomagus (Beiträge zur Schaffhauser Archäologie, Band 4). Schaffhausen 2010, ISBN 978-3952-1868-86.
  • Jürg E. Schneider: Turicum, Vitudurum, Iuliomagus = Zürich, Winterthur und Schleitheim. Drei römische Siedlungen in der Ostschweiz. Zürich 1988, ISBN 3-8593-2002-5.
  • René Steiner: Stühlingen und Schleitheim. Zwei Grenzgemeinden. In: Schaffhauser Magazin 26 (2003), No. 4, S. 5–47.
  • Christian Wanner: Geschichte von Schleitheim. Schleitheim 1985.
  • Hans Wanner: Schlaathe. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Wirtschaft von Schleitheim. Schleitheim 1979.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schleitheim – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Sprachatlas der deutschen Schweiz, Band V 1b.
  3. a b Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen, hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol, Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 809.
  4. Schweizerisches Idiotikon, Band IX, Spalte 766, Artikel schleit (Digitalisat).
  5. grafenhausen.de: Geschichte. Abgerufen am 21. Juli 2012
  6. Bruckner-Herbstreit, Berty: Die Hoheitszeichen des Standes Schaffhausen und seiner Gemeinden, Reinach-Basel 1951, S. 271–274.