Schleitheim

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Schleitheim
Wappen von Schleitheim
Staat: Schweiz
Kanton: Schaffhausen (SH)
Bezirk: Schleitheimw
BFS-Nr.: 2952i1f3f4
Postleitzahl: 8226
Koordinaten: 678336 / 28923147.748968.4832467Koordinaten: 47° 44′ 56″ N, 8° 29′ 0″ O; CH1903: 678336 / 289231
Höhe: 467 m ü. M.
Fläche: 21.63 km²
Einwohner: 1721 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 80 Einw. pro km²
Website: www.schleitheim.ch
Schleitheim

Schleitheim

Karte
Deutschland Bezirk Oberklettgau Bezrk Schaffhausen Bezirk Unterklettgau Beggingen Schleitheim SiblingenKarte von Schleitheim
Über dieses Bild
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Schleitheim, im schweizerdeutschen Ortsdialekt Schlaate [ʃlaːtə],[2] ist eine politische Gemeinde im schweizerischen Kanton Schaffhausen.

Dorfbach
Dorfstrasse

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Schleitheim liegt im Kanton Schaffhausen und somit im Norden der Schweiz unmittelbar an der Grenze zu Deutschland. Im Ortsteil Oberwiesen befindet sich der einzige Zoll auf Gemeindegebiet. Die schweizerischen Nachbargemeinden von Schleitheim sind das bekannte Rebbaudorf Hallau, der Kantonshauptort Schaffhausen sowie die kleineren Gemeinden Beggingen, Siblingen, Gächlingen und Oberhallau. Das Dorf Schleitheim liegt eingebettet im Schleitheimertal, umgeben vom Staufenberg und dem Randen, einem Juraausläufer. Auf deutscher Seite grenzt Schleitheim an Stühlingen.

Klima[Bearbeiten]

Schleitheim liegt in der gemässigten Klimazone. Prägend für das Klima sind einerseits Winde aus westlichen Richtungen, die oft Niederschlag heranführen, andererseits die Bise (Ost- oder Nordostwind), die meist mit Hochdrucklagen verbunden ist, aber in allen Jahreszeiten kühlere Witterungsphasen verursacht als im Mittel zu erwarten wären. Der in den Alpentälern und am Alpenrand wichtige Föhn zeigt im Normalfall keine besonderen klimatischen Auswirkungen auf Schleitheim, abgesehen von einer klaren Fernsicht, die die gesamte Bergkette der Schweizer Alpen sichtbar werden lässt.

Schleitheim liegt in einem trockenen Gebiet, denn die Jahresniederschlagsmenge liegt im Schnitt bei 995 mm. Der trockenste Monat ist der Oktober mit 64 mm, der feuchteste der August mit 112 mm. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 8.7 °C, wobei der Januar mit –0.5 °C der kälteste und der Juli mit 17.5 °C der wärmste Monat ist.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus fünf Personen.

Der aktuelle Gemeindepräsident heisst Hans Rudolf Stamm. Er hat das Polizei-, Feuerwehr-, Kanzlei, Gesundheits-, Militär- und Güterreferat sowie Landwirtschaft inne.

Der Finanz-, Forst- und Werkreferent heisst Christoph Hafner.

Susanne Stamm-Burger hat das Sozialreferat und Asylwesen, das Erbschaftsreferat und das Heimreferat inne.

Karin Gubser ist für die Schule, die Sportanlagen, den Friedhof sowie das Bestattungswesen zuständig.

Für Hoch- und Tiefbau sowie Strassen ist Erwin Schudel zuständig.

Gemeindeschreiber ist Eugen Stamm.

Parteien[Bearbeiten]

In Schleitheim gibt es die FDP, SP und SVP als Ortsparteien.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde lebt vom Gewerbe und der Landwirtschaft.

Verkehr[Bearbeiten]

Die an Deutschland (Gemeinde Stühlingen) grenzende Gemeinde war der Endpunkt der ehemaligen Strassenbahn Schaffhausen–Schleitheim.

Strassenverbindungen existieren nach Oberwiesen – Staatsgrenze beziehungsweise Schaffhausen sowie Ortsverbindungen nach Beggingen und Hallau.

Im öffentlichen Nahverkehr wird Schleitheim durch die Autobusse der Regionalen Verkehrsbetriebe Schaffhausen RVSH AG bedient. Dieses Unternehmen tritt unter der Marketingbezeichnung SchaffhausenBus auf und ging aus der früheren Gesellschaft Autoverbindung Schaffhausen-Schleitheim (ASS) hervor. Diese wiederum folgte der Gesellschaft Strassenbahn Schaffhausen-Schleitheim (StSS) nach.

Ein Radweg führt durch die raren Weinberge nach Oberwiesen und dem Grenzübergang an der Wutach. Für Mountainbiker interessant ist der Weg auf den Schlossranden von Schleitheim über den Strickhof bis zum ‚Schlaatemer‘ Randenturm.

Geschichte[Bearbeiten]

Schleitheim war bereits in römischer Zeit besiedelt und trug damals den Namen Juliomagus. Historische Bedeutung erlangte Schleitheim unter anderem als Abfassungsort der unter Federführung von Michael Sattler entstandenen Schleitheimer Artikel von 1527, dem ältesten Glaubensbekenntnis der reformatorischen Täufer.

Im Jahr 1530 gingen Schleitheim und Beggingen im Tausch gegen Grafenhausen und Birkendorf von der Landgrafschaft Stühlingen an die Stadt Schaffhausen über.[3]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In rot schwarzer Stierkopf.

1569 findet sich als das Schleitheimer Wappen einen ganzen, roten Ochsen auf weissem Hintergrund. Kurze Zeit später findet man den weissen Stier mit gelben Hörnern in rot. Der Ochse als Wappentier stammt von Ludwig Ochs, dem ersten Obervogt (1559–1569) von Schleitheim. Vermutlich wurde es aus mangelndem Wissen über die Herkunft des Wappen als Gemeindewappen interpretiert, da es auf den amtlichen Dokumenten zu finden war. Auf einem Siegel 1792 findet sich erstmals der Stierkopf auf rot schraffiertem Grund. Bei der Bereinigung 1949 wurde der Gemeindeversammlung die beiden Varianten, ganzer Ochs oder nur sein Kopf, vorgeschlagen, wobei letzteres sich durchsetzte. Für die Tinktur wurde diejenige aus dem 16. Jahrhundert gewählt.[4]

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Akeret Weishaupt: Schleitheim im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Markus Höneisen: Iuliomagus im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Anke Burzler: Das frühmittelalterliche Schleitheim. Siedlung, Gräberfeld und Kirche (Schaffhauser Archäologie, Band 5), Schaffhausen 2002, ISBN 3-9521-8682-1.
  • Eckhard Deschler-Erb: Römische Kleinfunde und Münzen aus Schleitheim. Iuliomagus (Beiträge zur Schaffhauser Archäologie, Band 4), Schaffhausen 2010, ISBN 978-3952-1868-86.
  • Jürg E. Schneider: Turicum, Vitudurum, Iuliomagus = Zürich, Winterthur und Schleitheim. Drei römische Siedlungen in der Ostschweiz, Zürich 1988, ISBN 3-8593-2002-5.
  • René Steiner: Stühlingen und Schleitheim. Zwei Grenzgemeinden, in: Schaffhauser Magazin 26 (2003), No. 4, S. 5–47.
  • Christian Wanner: Geschichte von Schleitheim, Schleitheim 1985.
  • Hans Wanner: "Schlaathe. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Wirtschaft von Schleitheim, Schleitheim 1979.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schleitheim – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen, hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol, Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 809.
  3. grafenhausen.de: Geschichte. Abgerufen am 21. Juli 2012
  4. Bruckner-Herbstreit, Berty: Die Hoheitszeichen des Standes Schaffhausen und seiner Gemeinden, Reinach-Basel 1951, S. 271-274.