Ocnele Mari

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Ocnele Mari
Wappen von Ocnele Mari
Ocnele Mari (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Kleine Walachei
Kreis: Vâlcea
Koordinaten: 45° 5′ N, 24° 18′ OKoordinaten: 45° 5′ 15″ N, 24° 17′ 59″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 260 m
Fläche: 25,05 km²
Einwohner: 3.309 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Postleitzahl: 245900
Telefonvorwahl: (+40) 02 50
Kfz-Kennzeichen: VL
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 7 Gemarkungen/Katastralgemeinden: Buda, Cosota, Făcăi, Gura Suhașului, Lunca, Ocnița, Slătioarele, Țeica
Bürgermeister: Mihai Pătru (PNL)
Postanschrift: Str. Alexandru Ioan Cuza, nr. 53
loc. Ocnele Mari, jud. Vâlcea, RO–245900
Website:

Ocnele Mari ist eine Kleinstadt und ein Kurort im Kreis Vâlcea in der Region Walachei in Rumänien.

Lage und Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ocnele Mari liegt im südlichen Vorland der Transsilvanischen Alpen. Die Kreishauptstadt Râmnicu Vâlcea befindet sich etwa 6 km nordöstlich. In der Nähe der Stadt befinden sich die größten Salzlagerstätten der Walachei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der heutigen Stadt ist vermutlich seit dem Ende des Neolithikums besiedelt. Die Daker errichteten in vorrömischer Zeit am Bach Sărat eine Befestigungsanlage, die zu einem regionalen wirtschaftlichen, militärischen und religiösen Zentrum wurde. Einige rumänische Forscher lokalisieren die von Claudius Ptolemaeus beschriebene dakische Festung Buridava nach Ocnele Mari. Möglicherweise wurde der dakische König Burebista hier geboren. Nach der Eroberung Dakiens durch die Römer erbauten diese ein Militärlager, nutzten die nahe gelegenen Salzvorkommen und transportierten dieses in andere Gebiete des Reiches. Aus dieser Zeit stammen mehrere Münzfunde.

Im Mittelalter existieren indirekte schriftliche Hinweise über den Ort aus dem Jahr 1373, die Erwähnung des heutigen Namens erfolgte 1402. Der Salzabbau spielte auch in dieser Zeit eine besondere Rolle. Mehrere walachische Herrscher stifteten hier insgesamt 16 Kirchen und Klöster.[2]

Ab 1812 entwickelte sich Ocnele Mari der Kurbetrieb.[3] 1933 wurde es offiziell zur Stadt und zum Kurort ernannt. Von da an bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erlebte Ocnele Mari seine größte Blütezeit.[2]

Nach dem Krieg und der kommunistischen Machtübernahme entstand in Ocnele Mari ein Gefängnis u. a. für politische Gefangene.[4]

Auch heute wird noch Salz über die Extraktion aus wässrigen Lösungen gewonnen.[3] Das Abpumpen der Flüssigkeit aus dem Boden führte zu gefährlichen Absenkungen des Bodens, die möglicherweise sogar die Existenz der Stadt in ihrer derzeitigen Form bedrohen.[5]

Die wichtigsten Erwerbszweige sind der Tourismus und die Salzgewinnung.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1930 lebten auf dem Gebiet der heutigen Stadt etwa 7200 Bewohner.[6] Bei der Volkszählung 2002 wurden in Ocnele Mari 3563 Einwohner gezählt, darunter 3531 Rumänen und 20 Roma.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ocnele Mari verfügt über keinen Bahnanschluss. Es bestehen regelmäßige Busverbindungen in viele größere Städte des Landes, unter anderem nach Bukarest.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reste der dakischen Festung Buridava (2. Jh. vor Chr. bis 1. Jh. nach Chr.)
  • zahlreiche Kirchen und Klöster (16.–18. Jahrhundert)

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 lag in Ocnele Mari das Zentrum der maximalen Totalität; hier dauerte die vollständige Abdeckung der Sonne 2 Minuten und 23 Sekunden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ocnele Mari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. a b Petre Iordache et al.: Strategia de dezvoltare locală a orasului Ocnele Mari pentru perioada programatică 2007 – 2013
  3. a b Birgitta Gabriela Hannover: Rumänien entdecken: Kunstschätze und Naturschönheiten Trescher Verlag, 2007. Ausgabe 3. S. 262/263. ISBN 978-3-89794-104-5
  4. Alexandru Daniel Popescu: Petre Țuțea: between sacrifice and suicide. Ashgate Publishing, 2004. S. 71/72
  5. David Turnock: Aspects of independent Romania's economic history with particular reference to transition for EU accession Ashgate Publishing, 2007. S. 241. ISBN 9780754658924
  6. Karte der Volkszählung 1930, abgerufen am 21. Juli 2009
  7. Volkszählung 2002, abgerufen am 21. Juli 2009