Râmnicu Vâlcea

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Râmnicu Vâlcea
Wappen von Râmnicu Vâlcea
Râmnicu Vâlcea (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Kleine Walachei
Kreis: Vâlcea
Koordinaten: 45° 6′ N, 24° 22′ OKoordinaten: 45° 6′ 7″ N, 24° 22′ 19″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Fläche: 89,52 km²
Einwohner: 98.776 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 1.103 Einwohner je km²
Postleitzahl: 240xxx
Telefonvorwahl: (+40) 02 50
Kfz-Kennzeichen: VL
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016[2])
Gemeindeart: Munizipium
Bürgermeister: Mircea Gutău (PER)
Postanschrift: Str. General Praporgescu, nr. 14
loc. Râmnicu Vâlcea, jud. Vâlcea, RO–240182
Website:
Râmnicu Vâlcea (rotes Viereck) - Rumänien - Nachbarorte: Pitești, Sibiu

Râmnicu Vâlcea [ˈrɨmniku ˈvɨlt͜ʃe̯a] (alte Schreibweise Rîmnicu Vîlcea; deutsch veraltet: Rümnick,[3] Rimnik,[4] Remnik oder Rebnik,[5] Wultsch, älter auch: Königsberg) ist die Hauptstadt des Kreises Vâlcea in Rumänien.

Râmnicu Vâlcea liegt etwa 180 Kilometer von Bukarest entfernt und gilt als eine der ältesten Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Rumänien. Sie befindet sich an der Europastraße 81, der Nord-Süd-Linie (AradSibiuPitești–Bukarest), dem zweitwichtigsten Hauptverbindungsweg Rumäniens. Das Autokennzeichen ist VL.

Ortsname und Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name hat einen slawischen (Râmnicu = Weiher, kleiner Teich) und einen lateinischen (Vâlcea = Tal) Ursprung. Er wird der idyllischen Lage dieser Stadt im südlichsten Tal der Südkarpaten gerecht, die bis auf ihren Süden von bewaldeten Gebirgsrücken umringt wird. In unmittelbarer Nähe liegen Kurorte wie Călimănești, Băile Govora und Băile Olănești, sowie Sehenswürdigkeiten wie z. B. ‚Masivul Cozia‘ mit dem gleichnamigen Kloster.

Durch die Stadt fließt der Olt (deutsch Alt, lateinisch Alutus), ein breiter Fluss und Zulauf der Donau. Er wird innerhalb des Stadtgebietes zweimal gestaut und liefert mit seinen Kraftwerken den notwendigen Strom für die aufstrebende Stadt. Ein weiteres Gewässer, das die Stadt durchfließt, ist der Olănești. Je nach Jahreszeit wandelt er sich zum reißenden Gewässer oder gemächlich daherfließenden Rinnsal.

Geografisch gesehen gehört Râmnicu Vâlcea zu Südrumänien, zur Walachei, genauer: Oltenien, der sog. Kleinen Walachei, dem eigentlichen rumänischen Kernland. Sie war Ausgangsort der Revolution von 1848, an deren Ende die Vereinigung der rumänischen Länder (Fürstentum Walachei und Fürstentum Moldau) stand. Diesem Ereignis und der Dichtung der Nationalhymne wird am historischen Ort des Geschehens im Stadtpark Zavoy in Form eines Monumentes gedacht.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftlich gehörte Râmnicu Vâlcea lange Zeit nicht zu den bedeutendsten rumänischen Städten. Erwähnenswert waren nur die im Süden gelegene Chemie- und Lebensmittelindustrie (Oltchim, Raureni) sowie mittelständische Schuh- und Möbelfabriken.

Mehrere Jahre galt die Stadt als Hochburg des internationalen Online- und Kreditkartenbetrugs und wird seitdem oft mit dem Spitznamen Hackerville bezeichnet. Diese Entwicklung äußerte sich im Stadtbild etwa in der Existenz von über zwei Dutzend Western-Union-Filialen und der für rumänische Verhältnisse starken Verbreitung deutscher Luxuskarossen.[6][7][8][9][10]

Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolgreichster Sportverein der Stadt ist der ehemalige Verein CS Oltchim Râmnicu Vâlcea, dessen Handballmannschaft der Damen 19-mal rumänischer Meister sowie 14-mal Pokalsieger wurde und 2007 den Europapokal der Pokalsieger sowie die EHF Champions Trophy gewann.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Râmnicu Vâlcea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. Bürgermeisterwahlen 2016 in Rumänien (MS Excel; 256 kB)
  3. Magdeburgische Zeitung Nr. 232, den 1. Oktober 1848 online
  4. Illustriertes Magazin, Zeitschrift, Leipzig, Jahrgang 1849 online
  5. Johann Huebner: Allgemeine Geographie aller vier Welt-Theile - Zwenter Theil, Dresden 1773.
  6. Romania home base for EBay scammers. Beitrag von Ian Wylie in der Los Angeles Times vom 26. Dezember 2007.
  7. How a Remote Town in Romania Has Become Cybercrime Central. Beitrag von Yudhijit Bhattacharjee in Wired, Februar 2011.
  8. Die Neppermetropole (Memento vom 8. Januar 2012 im Internet Archive). Beitrag von Andrzej Rybak auf der Website der Financial Times Deutschland, 5. Januar 2012. (Nur die Einleitung ist kostenfrei zugänglich.)
  9. Millionengeschäft: Eine Stadt in Rumänien ist das Zentrum internationaler Hacker. Beitrag des SF-Korrespondenten Erwin Schmid in 10vor10 vom 28. Februar 2012. (Flashvideo, 5 Minuten 40 Sekunden)
  10. Abgezockt im Internet - Eine Kleinstadt voller Krimineller. Film von Holger Senft und Hanno di Rosa in der Reihe die story. WDR Fernsehen, 3. September 2012. (Flashvideo, 43 Minuten 47 Sekunden)