Odette Maniema Krempin

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Odette Maniema Krempin, 2010

Odette Maniema Krempin (* 30. Oktober 1973 in der Provinz Maniema, Zaire, heute Demokratische Republik Kongo) ist frühere Honorarkonsulin der Demokratischen Republik Kongo in Frankfurt am Main und Vorsitzende der Société Miniére du Maniema. Sie wurde in der Presse zunächst bekannt als Philanthropin, später war sie in mehrere Skandale verwickelt, die ihre wohltätigen und geschäftlichen Aktivitäten in Frage stellten.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren und aufgewachsen ist Krempin in der Provinz Maniema im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Sie war die dritte von fünf Töchtern und entstammt nach eigenen Angaben einem afrikanischen Adelsgeschlecht aus dem 16. Jahrhundert, dessen Abstammung bis in das Luba-Königreich[3] zurückreicht. Als sie acht Jahre alt war, zog der Vater nach Paris, wo sie weiter zur Schule ging. Danach erfolgte die weitere Ausbildung zur Textildesignerin in Paris und Marrakesch.

Im Jahr 2010 gab sie an, ein Bergwerk im Kongo von ihrem Vater übernommen zu haben.[4]

Vorwürfe und Skandale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krempin war Vorsitzende des Deutsch-Afrikanischen Jugendwerkes e. V., das 2006 ausgestattet mit einem Startkapital von 200.000 Euro gegründet wurde.[5] Die Gesellschaft sanierte nach eigenen Angaben vier Schulen im Kongo und sponserte die Schulgebühren für 150 Kinder. Mit Sprach-, Kultur- und Tanzprojekten wollte sie zur Integration afrikanischer Kinder und Familien in die deutsche Gesellschaft beitragen.[6] Der inzwischen gelöschte Verein stand unter Verdacht des Spendenbetrugs.[7][8][1]

Weitere Skandale und Vorwürfe folgten. Der Titel der Konsulin wurde ihr aberkannt.[9] Auch der von ihr geführte Titel „Prinzessin“ wurde in Frage gestellt.[2] 2012 leistete Krempin einen Offenbarungseid, laut einer Anklage aus dem Jahr 2015 soll dieser unwahr gewesen sein.[10] Im Jahr 2015 verurteilte ein Strafgericht sie zu einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro, nachdem sie als Beklagte in einem Prozess zu einer unbezahlten Handwerkerrechnung nicht erschienen war.[10]

Gemeinsam mit ihrem Partner Stefan De Witte verschwand Krempin im Jahr 2014, gesucht von der belgischen Polizei im Zusammenhang mit dem Duferco Korruptionsskandal, der zu mehreren Verhaftungen und dem Rücktritt von Serge Kubla als Bürgermeister der belgischen Stadt Waterloo geführt hatte.[11][12]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krempin hat eine Tochter und einen eigenen Sohn sowie einen weiteren Adoptivsohn aus dem Kongo und ein Enkelkind.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Odette Maniema Krempin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b "Wie in einem schlechten Film" – Prinzessin kontert Spenden-Vorwürfe, Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. Dezember 2009. Abgerufen am 8. Juli 2016. 
  2. a b Gar keine Prinzessin?, Frankfurter Rundschau. 11. Dezember 2009. Abgerufen am 8. Juli 2016. 
  3. FAZ: Im Porträt: Odette Maniema Krempin vom 21. Juli 2009
  4. Thomas Ruhmöller: Rückkehr einer Prinzessin Neue Frankfurter Presse, 17. August 2012, abgerufen am 11. Januar 2014.
  5. kontinente: Startkapital (Link zum Heft. Inhalt selbst ist nicht vollständig online)
  6. Pflasterstrand: vom 30. September 2009 (Memento vom 8. Oktober 2009 im Internet Archive)
  7. Hessische Landesregierung: Antwort auf den Dringlichen Berichtsantrag betreffend das Deutsch Afrikanische Jugendwerk e. V. – Drucksache 18/1762 (PDF; 22 kB)
  8. Honorarkonsulin im Visier Frankfurter Rundschau vom 23. Dezember 2009
  9. Odette Krempin hat Angst, Frankfurter Neue Presse. 25. März 2015. Abgerufen am 19. Juli 2016. 
  10. a b Schöne Prinzessin schwänzt Strafprozess, Bild-Zeitung. 15. April 2015. Abgerufen am 8. Juli 2016. 
  11. Affaire Duferco: Stephan De Witte a-t-il organisé sa disparition au Congo?. Radio Télévision Belge Francophone. Abgerufen am 8. Juli 2016.
  12. Belgium detains steel executives on suspicion of Congo bribery, Reuters. 17. März 2015. Abgerufen am 8. Juli 2016.