WDR 5

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
WDR 5
WDR5 Logo 2012.svg
Allgemeine Informationen
Empfang terrestrisch (UKW, DAB+), via Satellit (DVB-S), als Internet-Livestream und in den meisten Kabelnetzen (UKW, DVB-C)
Sendegebiet Nordrhein-WestfalenNordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen
Sendeanstalt Westdeutscher Rundfunk Köln
Programmchef Florian Quecke
Intendant Tom Buhrow
Sendestart 7. Oktober 1991
Rechtsform Öffentlich-rechtlich
Programmtyp Informationsradio
Liste der Hörfunksender

WDR 5 ist ein werbefreies Hörfunkprogramm des Westdeutschen Rundfunks Köln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo bis 15. Oktober 2013

WDR 5 ist am 7. Oktober 1991 auf den ehemaligen Frequenzen von WDR 1 als neue Nordrhein-Westfalen-Welle auf Sendung gegangen. Damals wurde zunächst von 6:00 bis 13:00 Uhr das alte Programm von WDR 1 weitergeführt. Der Sendetag begann mit den auch noch heute bei WDR 2 zu findenden Lokalfenstern, die im Gegensatz zu den heutigen stündlichen Kurz-Regionalnachrichten früher als eigene Regionalmagazine ausgestrahlt wurden. Danach wurden der Schulfunk, Echo West und die Musikszene West ausgestrahlt. Am Nachmittag wurden größtenteils Wiederholungen von Wortsendungen aus den Programmen WDR 2 und WDR 3 gesendet. Nach 18:00 Uhr übernahmen einige Sender das Programm von WDR 1 oder WDR 3, über die restlichen Sender wurde die Sendung Zwischen Bosporus und Gibraltar und danach die ARD-Ausländerprogramme verbreitet. Um 22:20 Uhr gab es eine Wiederholung der WDR 2-Sendung ZeitZeichen, anschließend wechselnde Musiksendungen. Als Nachtprogramm wurde der ARD-Nachtexpress übernommen.[1]

Im Jahre 1995 wurde das Programm nach dem Vorbild von BBC Radio Four zu einem reinen Wort-Infoprogramm mit den Schwerpunkten Information und Kultur umgebaut und hieß ab dem 1. Januar 1995 WDR Radio 5. Die endgültige Umstrukturierung zu dem heutigen Wort- und Informations-Format fand am 1. September 1997 unter Leitung des damaligen Wellenchefs Wolfgang Schmitz statt. WDR 5 sollte mit Musik in „homöopathischen Dosen“ auch für die hörbar werden, „die beim Einschalten nicht das Abiturzeugnis abliefern können“, so Schmitz damals.[2] Deshalb feierte WDR 5 offiziell erst im Jahre 2007 sein zehnjähriges Sendejubiläum.

Am 30. August 1998 startete das Unterprogramm WDR 5 Funkhaus Europa auf einer Frequenz (Langenberg, 103,3 MHz), wovon WDR 5 von Mitternacht bis 6 Uhr morgens das mit Radio Multikulti gemeinsam produzierte Nachtprogramm „World Music Night“ übernahm. Seit dem 5. September 2006 werden jedoch auf vielfachen Wunsch der Hörer, die den Übergang vom Tages-Wortprogramm zum Nacht-Musikprogramm kritisierten, Wiederholungen des Tagesprogramms gesendet („nachtaktiv“).

Seit dem 6. November 2012 ist WDR 5 auch via DAB+ zu hören.[3] Bei der zu Beginn des Jahres 2016 in Kraft tretenden Programmreform, die gleichzeitig mit Änderungen beim Programm WDR 3 vorgenommen wird, sind Einsparungen von insgesamt 1,5 Millionen Euro bei der Produktion beider Programmwellen geplant. In Presseberichten hieß es, zehn Prozent der Planstellen fielen bis 2020 weg; bezogen auf WDR 5 sind das zehn Vollzeitmitarbeiter.[4]

WDR 5-Tischgespräch mit Moderatorin Gisela Steinhauer und Helene Fischer

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender zeichnet sich durch einen sehr hohen Wortanteil mit kulturellen, wissenschaftlichen und aktuellen Schwerpunkten in anspruchsvoller Umsetzung aus. Das kleine musikalische Angebot besteht zum größten Teil aus Folk, Soul, Chanson, Latin und anspruchsvoller U-Musik.

Daneben werden Hörspiele, Features, Servicesendungen und ein Programm für Kinder angeboten. Auch Unterhaltungs- und Comedy-Sendungen wie Streng öffentlich am Sonntagabend und Unterhaltung am Wochenende am Samstagnachmittag sind bei WDR 5 zu finden.

Tagesaktuelle Sendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle tagespolitische Themen werden in den Echo-Sendungen mit Hintergrundberichten beleuchtet. So beginnt der Sendetag mit dem Morgenecho (MoSa 6.05–8.55 Uhr). Das Mittagsecho (Mo–Sa 13.05–14.00 Uhr, So 13.05–13.30 Uhr) und das Echo des Tages (täglich 18.30–19.00 Uhr) werden im wöchentlichen Wechsel mit NDR Info produziert. Ebenfalls im Wechsel mit NDR Info sowie zusammen mit WDR 2 werden die Berichte von heute (Mo–Fr 23.30–24.00 Uhr) produziert.

Stündliche Nachrichten (Mo–Sa zwischen 6.00 und 9.00 Uhr halbstündlich) ergänzen das tagesaktuelle Programm rund um die Uhr. In den Nachtstunden stammen die Nachrichten vom Norddeutschen Rundfunk.

Magazinsendungen im Tagesprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Anschluss zum Morgenecho erinnert das über mehrere WDR-Wellen verstreute ZeitZeichen eine Viertelstunde lang an einen historischen Jahrestag (täglich 9:45–10 Uhr). Die zweistündige Sendung Neugier genügt (Mo–Fr 10–12 Uhr) deckt gesellschaftliche Themen ab. In der Sendung Tagesgespräch (Mo–Fr 12:10–13 Uhr) können sich die Zuhörer per Telefon mit einem Experten im Studio über ein aktuelles Thema unterhalten.

Das Nachmittagsprogramm beginnt mit Scala (Mo–Fr 14–15 Uhr), wo die leicht verpackte Kultur präsentiert wird. Anschließend wird in Quarks die Populärwissenschaft vermittelt (Mo–Fr 15–17 Uhr). An jedem ersten und dritten Freitag im Monat werden von 16:50 bis 17:00 Uhr die Gedanken zum Schabbat gesendet. Im Westblick (Mo–Fr 17:05–17:45 Uhr) geht es um landespolitische Themen in Nordrhein-Westfalen. Die Sendung Politikum mit politischen Kommentaren schließt sich bis 18 Uhr an. In Profit (Mo–Fr 18–18:30 Uhr) geht es um aktuelle Wirtschafts- und Verbraucherthemen.

Die Kindersendung "Kiraka" (Mo–So 19–20 Uhr), deren Bestandteil Ohrenbär – Radiogeschichten für kleine Leute ist, läuft auch parallel im eigenständigen WDR-Kindersender "Kiraka". Das Abendprogramm beginnt um 20 Uhr mit einem Feature oder einer Gesprächssendung (Talk-Sendung), bevor um 21 Uhr das Nachtprogramm startet. Es besteht weitgehend aus Wiederholungen des Tagesprogramms (bis 6 Uhr morgens, Sa ab 24 Uhr, So ab 22 Uhr); Ausnahmen davon bilden lediglich das Europamagazin (Dienstags 20–21 Uhr), die Musiksendung Musikbonus (Sa 23–23:30 Uhr) und die Berichte von heute (Mo–Fr 23:30–0 Uhr).

Mittwochs von 20–21 Uhr läuft Tischgespräch, eine Talk-Sendung, in der Zeitgenossen interviewt werden. Das Europamagazin am Dienstagabend ist die Nachfolgesendung von Alte und neue Heimat. Die Sendung lief ursprünglich am Sonntagvormittag und wurde noch dort in Osteuropa-Magazin umbenannt. Seit dem Sendeplatzwechsel und der erneuten Umbenennung werden gesamteuropäische Themen aufgegriffen.

Wochenendprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Wochenendprogramm gehörten die Diskussionssendungen Funkhaus Wallrafplatz und Oase. Beide Sendungen am Samstagvormittag wurden Im Zuge mehrerer Programmreformen eingestellt bzw. fortentwickelt. So beginnt der Samstagvormittag um 10 Uhr mit dem Reisemagazin Mit Neugier unterwegs, das sonntags um 16 Uhr wiederholt wird. Der Krimi am Samstag bietet die leichte Unterhaltung und lief jahrelang am Samstagvormittag. Aktueller Sendeplatz ist samstags 17–18 Uhr. Am Samstagvormittag bietet Die Polit-WG (9–9:45 Uhr) einen politischen Wochenrückblick. In Satire Deluxe (11–12 Uhr) wird die Woche satirisch zugespitzt betrachtet. Das Medienmagazin Töne, Texte, Bilder (12–13 Uhr) greift Entwicklungen der klassischen und neuen Medien auf. Am Samstagnachmittag (14–15 Uhr) bietet Alles in Butter einen Blick in die Kochtöpfe. Die Hörspielserie findet am Sonntagnachmittag statt, dem Kabarett und der Kleinkunst dienen Unterhaltung am Wochenende (samstags 15–17 Uhr) und Lese- sowie Liederlounge (sonntags 20–22 Uhr). Um Literatur, Kurzgeschichten und Gedichte geht es in Ohrclip am Samstagabend (21–23 Uhr), vorher läuft Bücher (20–21 Uhr), das am Sonntag um 15 Uhr wiederholt wird. Sonntags von 9:20 bis 10:00 Uhr lief die Sendung Alte und neue Heimat mit Blick auf das mittlere und östliche Europa. Der Sonntagvormittag wird von Religion und Kirche geprägt, hier laufen Das geistliche Wort (8.35–9 Uhr), das Religionsmagazin Diesseits von Eden (9–9:45 Uhr) sowie eine Gottesdienstübertragung (10–11 Uhr) in Zusammenarbeit mit dem NDR. Mittags läuft parallel zum ARD-Fernsehen der Presseclub.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TV Hören und Sehen. Nr. 51, 1991, S. 60.
  2. Stephan Brünjes, Ulrich Wenger: Radio-Report. TR-Verlagsunion GmbH, München 1998, ISBN 3-8058-3352-0, S. 102.
  3. WDR 5 – jetzt auch im Digitalradio. Archiviert vom Original am 6. Januar 2013; abgerufen am 5. November 2012.
  4. Programmreform bei WDR 3 und WDR 5: zehn Prozent Planstellen fallen weg. In: meedia.de. Abgerufen am 1. Dezember 2015.