Oliver Höfinghoff

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Oliver Höfinghoff (2013)

Oliver Höfinghoff (* 9. Juni 1977 in Berlin-Friedrichshain) ist ein deutscher Politiker und von 2011 bis 2016 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Von Juni 2013 bis Mai 2014 war er Vorsitzender der Fraktion der Piratenpartei. Kurz darauf trat er aus der Partei aus, blieb aber Mitglied der Fraktion. 2016 trat er der Partei Die Linke bei.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höfinghoff besuchte das Ratsgymnasium Rheda-Wiedenbrück und machte eine Ausbildung zum Industriekaufmann am Ems-Berufskolleg Rheda-Wiedenbrück. Anschließend arbeitete er in einem Textilunternehmen und diente acht Jahre innerhalb der Unteroffiziers-Laufbahn im Nachschubdienst der Bundeswehr als Zeitsoldat.[1][2] 2007 nahm er an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin ein Studium der Betriebswirtschaftslehre auf.

Höfinghoff arbeitete bis zur Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2011 für die Website der Bild-Zeitung (bild.de).[3]

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höfinghoff trat 2009 der Piratenpartei bei. Am 18. September 2011 wurde er als Listenkandidat in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt, bei seiner Kandidatur als Direktkandidat für den Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg 4 erzielte er 12,3 Prozent. Im Abgeordnetenhaus war er unter anderem Mitglied im Sonderausschuss „Wasserverträge“.

Anfang 2013 geriet Höfinghoff wegen der Beschäftigung seiner Lebensgefährtin als Mitarbeiterin in die innerparteiliche Kritik. Höfinghoff beendete daraufhin das mit dem Einzug ins Abgeordnetenhaus begonnene, zwei Jahre bestehende, legale Arbeitsverhältnis im Mai 2013.[4] Einen Monat später wurde Höfinghoff zusammen mit Alexander Spies für ein Jahr zum Fraktionsvorsitzenden gewählt.

Am 18. September 2014 trat Höfinghoff aus der Piratenpartei aus, behielt aber sein Mandat im Abgeordnetenhaus.[5] 2016 trat er, immer noch Mitglied der Fraktion der Piraten, der Partei Die Linke bei[6], aber er blieb bis zum Ende der Legislatur Mitglied der Piratenfraktion[7].

Höfinghoff engagiert sich zudem in der Roten Hilfe und der Antifa.[3]

Am 10. September 2014 entzog der Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses Höfinghoff die parlamentarische Immunität, um gegen ihn gerichtete Ermittlungen wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu ermöglichen. Höfinghoff wurde vorgeworfen, im Mai 2013 gemeinsam mit einem 25-jährigen Begleiter in Berlin-Buch drei Männer aus der rechten Szene mit Fahnenstangen und Glasflaschen attackiert zu haben, wobei einer der Männer eine Schnittverletzung erlitten habe. Polizeiangaben zufolge sollen Höfinghoff und sein Begleiter einen Imbiss, in dem die Opfer Zuflucht gesucht hatten, mit Stühlen und Flaschen beworfen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Höfinghoff zudem am 3. Oktober 2013 bei einer Demonstration in Hellersdorf einen Beamten bei einer Festnahme behindert haben. Höfinghoff bestritt die Vorwürfe.[8][9] Das Verfahren vor dem Amtsgericht Tiergarten endete am 28. April 2015 mit einem Freispruch. Die Aussage des Hauptbelastungszeugen, des NPD-Vorsitzenden von Pankow, sei „völlig unglaubhaft“ gewesen, urteilte die Richterin.[10]

Nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2016 schied er im Oktober 2016 aus dem Parlament aus.

Seit Ende 2016 arbeitet er als Referent des Pankower Bezirksbürgermeisters Sören Benn.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oliver Höfinghoff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://berlin.piratenpartei.de/2011/08/15/oliver-hofinghoff/
  2. http://wiki.piratenpartei.de/BE:Kandidaten/2011/AHW/Urban_Pirate#Curriculum_Vitae
  3. a b Fabian Reinbold: Neuer Oberpirat Höfinghoff: Aufräumer von der Antifa. In: Spiegel Online. 12. Juni 2013; abgerufen am 25. Juli 2016.
  4. Umstrittenes Arbeitsverhältnis: Pirat Höfinghoff beendet Vertrag mit Lebensgefährtin. In: tagesspiegel.de. ; abgerufen am .
  5. Martin Kröger: Höfinghoff verlässt die Piraten. neues deutschland, 21. September 2014; abgerufen am 22. September 2014.
  6. Oliver Höfinghoff wechselt die Partei: Ex-Fraktionschef der Piraten ist jetzt Mitglied bei der Linken. In: tagesspiegel.de. ; abgerufen am .
  7. Bert Schulz: Pirat tritt zur Linkspartei über. taz Online, ; abgerufen am 9. März 2017.
  8. Oliver Höfinghoff verliert seine Immunität, Der Tagesspiegel vom 10. September 2014
  9. Piraten Berlin Abgeordneter Höfinghoff verliert Immunität, Berliner Zeitung vom 10. September 2014
  10. Freispruch für Ex-Pirat Höfinghoff, Berliner Zeitung vom 28. April 2015
  11. Bezirksamt Pankow: Büro des Bezirksbürgermeisters und Stabsstelle, berlin.de, Stand: 30.01.2017, Abruf: 12.03.2016