Otto Küstner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Otto Küstner

Otto Ernst Küstner (* 26. August 1849 in Trossin, Kreis Torgau, Provinz Sachsen; † 12. Mai 1931 ebenda) war ein deutscher Gynäkologe und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Küstner war der Sohn des Rittergutsbesitzes Otto Wilhelm K. (1818–1890) und der Fabrikantentochter Anna geb. Steinmetz aus Eilenburg (1830-1870). Max Küstner ist eim sechs Jahre jüngerer Bruder.

Zuerst von Haulehrern in Trossin unterrichtet, besuchte Küstner ab 1860 das Gymnasium in Torgau. Ab 1868 studierte er Medizin an der Universität Leipzig, wo er im Corps Lusatia Leipzig aktiv wurde.[1] Zum Wintersemester 1869/70 wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Am Deutsch-Französischen Krieg nahm Küstner als Einjährig-Freiwilliger im Garde-Füsilier-Regiment teil. Danach beendete er sein Studium an der Friedrichs-Universität Halle. Dort wurde er 1873 zum Dr. med. promoviert.[2] Er habilitierte sich 1877 für Geburtshilfe und Gynäkologie.

In letzterem Jahr ging Küstner an die Jenaer Frauenklinik; 1879 berief man ihn als ordentlichen Professor der Universität Jena. Ab 1888 wirkte er an der Frauenklinik und als Ordinarius an der Universität Dorpat (Russland). Von 1892 war er als Nachfolger von Heinrich Fritsch schließlich Lehrstuhlinhaber an der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität Breslau. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er für das akademische Jahr 1914/15 zum Rektor gewählt.[3] Während des Krieges musste er noch das Amt des Chefarztes des Festungslazarettes "Kgl. Kliniken Breslau" übernehmen. 1923 wurde Küstner emeritiert und Ludwig Fraenkel zu seinem Nachfolger berufen. Als Ruheständler zog er sich auf sein 1890 ererbtes Rittergut in Trossin zurück.

Verheiratet war Küstner seit 1890 mit Harriet Booth († 1918), der Tochter eines Rittergutsbesitzers aus Nütschau, Stormarn. Aus der Ehe gingen vier Söhne hervor.

Küstner hat sich vor allem um die gynäkologische Pathologie verdient gemacht. Einige Operationsverfahren wurden nach ihm benannt. Er verfasste über 600 Aufsätze, Monographien und Bücher über Geburtshilfe, Kaiserschnitt und operative Krebsbehandlung.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der abdominale Kaiserschnitt. Wiesbaden 1915.
  • Kurzes Lehrbuch der Gynäkologie, 9. Auflage. Jena 1922.
  • Pathologie der Schwangerschaft, in: K. Baisel (u. a.), Handbuch der Geburtshilfe Bd. 2, München (u. a.) 1924. (?)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Otto Küstner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Korpslisten 1910, 149, 502
  2. Dissertation: Zwei Fälle von Osteoclasie wegen nicht reducirbarer Luxation der Hüfte.
  3. Rektoratsreden (HKM)