Paläontologische Gesellschaft

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Das Logo der Paläontologischen Gesellschaft

Die Paläontologische Gesellschaft e. V. ist die Vereinigung der deutschen Paläontologen.

Die Vereinigung wurde am 12. August 1912 in Greifswald von Otto Jaekel und weiteren 33 bei der Begründung der Gesellschaft anwesenden Teilnehmern gegründet, darunter Richard Bärtling, Serge von Bubnoff, Arthur Dannenberg, Wilhelm Deecke, Hermann Fischer, Fritz Frech, Friedrich von Huene, Ernst Kalkowsky, Paul Gustaf Krause, Erich Krenkel, Richard Lachmann, Victor Madsen, Hans Menzel, Hans Philipp, Felix Josef Pompeckj, Hermann Rauff, Carl Renz, Wolfgang Soergel, Alexander Tornquist, Emil Wepfer, Rudolf Wilckens, Ewald Wüst, Johann Wysogorski und Ernst Zimmermann.[1] Die erste allgemeine Versammlung tagte vom 5. - 6. September 1912 im Hotel Weißes Roß in Halberstadt. Bei der Geschäftssitzung am 6. September 1912 wurde der in Greifswald gewählte provisorische Vorstand (Jaekel, Frech, Pompeckj) in einer Nachwahl um die Schriftführer und den Schatzmeister ergänzt.

  • Präsident: Otto Jaekel
  • Vizepräsidenten: Fritz Frech und Josef Felix Pompeckj
  • Schriftführer: Gustav von Arthaber und Friedrich von Huene
  • Schatzmeister: Paul Gustaf Krause

Zum Zeitpunkt der Vereinsgründung lagen 143 Anmeldungen zur Mitgliedschaft vor, aktuell hat sie über 1000 Mitglieder aus dem In- und Ausland, darunter hauptberuflich tätige Paläontologen und andere Naturwissenschaftler, Studenten, private Fossiliensammler und interessierte Laien. Die Paläontologische Gesellschaft ist ein anerkannter gemeinnütziger Verein mit Sitz in Frankfurt am Main.

Hauptteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein verfolgt gem. ihrer Satzung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, und zwar wissenschaftliche Zwecke. laut Webseite: Sie ist bestrebt, Paläontologen des Inlandes und Auslandes zusammenzuführen, um die paläontologische Forschung zur Vertiefung der Erkenntnisse und zum Wohl der Allgemeinheit zu fördern. Sie nimmt die Interessen der Paläontologie in der Öffentlichkeit und bei internationalen Veranstaltungen sowie bei anderen Institutionen wahr. Darüber hinaus setzt die Gesellschaft sich aktiv für den Schutz ortsfester und beweglicher paläontologischer Objekte ein, die für die Paläontologie eine besondere wissenschaftliche Bedeutung haben. Diese Objekte bedürfen sachgemäßer Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen. Der Schutz ausgewiesener Denkmäler schließt ihre wissenschaftliche Untersuchung nicht aus.

Vereinszweck ist die Förderung der Paläontologie und der Kontakt unter den Paläontologen, Geowissenschaftlern und interessierten Laien aller Länder. Wesentliches Ziel ist auch, die Paläontologie der Öffentlichkeit besser verständlich zu machen. Die politische Aufgabe der Gesellschaft ist, die Interessen der Paläontologie gegenüber den Verantwortlichen in Politik, Hochschulen, Wirtschaft, Behörden und Medien zu vertreten.

Der Verein organisiert einmal pro Jahr eine Fachtagung und publiziert die u. a. im SCIE erfasste „Paläontologische Zeitschrift“, ein der Paläontologie gewidmetes wissenschaftliches Journal, das viermal jährlich erscheint. Für besondere Verdienste im Bereich der Paläontologie verleiht die Paläontologische Gesellschaft jährlich die Zittel-Medaille für herausragende Beiträge von nicht-professionellen Mitgliedern, den Tilly-Edinger-Preis für Nachwuchswissenschaftler (siehe unten) und den Friedrich-von-Alberti-Preis für besondere wissenschaftliche Verdienste.

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand besteht aus dem Präsidenten, drei Vizepräsidenten, drei Schriftführern, dem Schatzmeister, dem Hauptschriftleiter und den weiteren Schriftleitern der Paläontologischen Zeitschrift. Vorstand im Sinne des § 26 BGB sind der Präsident, die drei Vizepräsidenten und der Schatzmeister.

Zum Vorstand sind aktuell gewählt (Stand April 2013):

Mitgliedschaft und Leistungen der Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglied kann jeder werden, der die Paläontologie gem. dem Satzungszweck fördern möchte und an den Aktivitäten der Gesellschaft interessiert ist. Mitglieder erhalten die 4 mal pro Jahr erscheinende Paläontologische Zeitschrift, sowie das ebenfalls 4 mal pro Jahr erscheinende Mitteilungsheft GMIT. Die aktuellen Mitgliedsbeiträge sind beim Schatzmeister zu erfragen (siehe Webseite der Gesellschaft).

Jahrestagungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschaft hält 1 mal pro Jahr ihre wissenschaftliche Jahrestagung ab. Zu dieser Tagung sind auch nicht hauptberuflich tätige Paläontologen, Hobbysammler und interessierte Laien eingeladen. Im Jahr 2012 beging die Gesellschaft ihr Einhundertjähriges Bestehen.

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Präsident galt 1912 bis 1945 und gilt ab 2005, dazwischen wurde er als Vorsitzender bezeichnet.

Ehrenmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korrespondierende Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tilly Edinger Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Preis wird seit 2004 an Nachwuchswissenschaftler unter 35 Jahren vergeben und ist mit 2500 Euro dotiert Er wird vor allem an Doktorarbeiten verliehen, die sich durch Innovation, Methodenvielfalt und Interdisziplinarität auszeichnen. Der Preis ist nach Tilly Edinger benannt:[2]

  • 2004 Oliver Wings (Hannover): Die "Magenmühle der Dinosaurier – Mythos und Fakten von Dinosauriergastrolithe im Spiegel von Experimenten mit rezenten Vögeln.
  • 2005 Max Wisshak (Erlangen): Bioerosion in hohen Breiten: Das Kosterfjord Experiment.
  • 2006 Klaus Wolkenstein (Heidelberg): Phenanthroerykenchinon-Pigmente in fossilen und rezenten Crinoiden.
  • 2007 Daniele Schwarz-Wings (Basel): Analyse des Axialskelettes von Sauropoden: Was die Wirbelsäule über die Lebensweise verrät, Matthias López Correa (Erlangen): Kalibrierung von Aminosäure-Chronologien an radiometrisch datierten (AMS-14C & U/Th) Proben bathyaler Faune aus dem Mittelmeer und Nordatlantik.
  • 2009 Joachim Haug (Ulm): Ontogenese von Arthropoden – Fossiler Nachweis und Nutzen in phylogenetischen Analysen
  • 2012 Katharina Anna Bastel (Wiener Neustadt): Ecomorphology of the European Hyaenodon: apex predator or opportunistic hunter? New aspects revealing the ecological niche (Dissertation), Julia Ann Schultz (Bonn): Funktionelle Morphologie und Abnutzungsmuster prätribosphenischer Molaren am Beispiel der Dryolestida (Mammalia, Cladotheria) (Dissertation)
  • 2013 Luo Cui (Göttingen): “Keratose” sponge fossils and microbialites: a geobiological contribution to the understanding of metazoan origin (Dissertation), Jan Fischer (Freiberg): Palaeoecology and migration behaviour of the Palaeozoic to Mesozoic freshwater sharks Lissodus and Orthacanthus using stable isotopes (Dissertation)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paläontologische Zeitschrift 1, Heft 1, März 1914
  2. Edinger Preis