Paul von Köberle

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Grabstein von Generalleutnant Ritter von Köberle und seiner Gemahlin an der Laurentiuskirche in Ortenburg

Paul Köberle, seit 1917 Ritter von Köberle, (* 19. Mai 1866 in Memmingen; † 4. Februar 1948 in Rammelsbach) war ein bayerischer Generalleutnant.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul war der Sohn des evangelischen Kirchenrates Hermann Köberle und dessen Ehefrau Sophie, geborene Burger. Er war seit dem 20. April 1892 mit Elise, geborene Lippert verheiratet. Das Ehepaar hatte einen Sohn und drei Töchter. Köberle und seine Gemahlin sind bestattet auf dem Friedhof der Laurentiuskirche im Ortenburger Ortsteil Steinkirchen.

Militärkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Köberle trat nach der Absolvierung des Humanistischen Gymnasiums am 21. August 1884 als Dreijährig-Freiwilliger in das 2. Pionier-Bataillon der Bayerischen Armee ein. Dort erfolgte am 8. Juni 1886 seine Beförderung zum Sekondeleutnant. Von 1895 bis 1998 absolvierte Köberle die Kriegsakademie, die ihm die Eignung für den Generalstab und in besonderer Weise für das Lehrfach aussprach.[1] Im weiteren Verlauf seinen Militärkarriere war Köberle ab 1911 Abteilungschef der Armee-Abteilung I (A I) im Kriegsministerium.[2]

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs war Köberle Generalmajor und als solcher wurde er ab 9. Februar 1916 als General der Pioniere bei der 6. Armee verwendet. Er war an den Stellungskämpfen in Flandern und Artois beteiligt, kämpfte in der Frühjahrsschlacht bei Arras und der Schlacht in Flandern sowie am Chemin des Dames und an der Ailette. Als Kommandeur der 6. Reserve-Division wurde Köberle für die erfolgreiche Abwehr feindlicher Durchbruchsversuche, bei der u. a. 20 feindliche Kampfwagen vernichtet wurden, am 31. Juli 1917 das Ritterkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens verliehen. Seine Heimatstadt ernannte ihn am 31. Januar 1918 zu ihrem Ehrenbürger. 1918 wurde er von seinem Posten abgelöst und ab 25. August 1918 als Bayerischer Militärbevollmächtigter in das Große Hauptquartier versetzt.

Nach Kriegsende war Köberle ab 21. Januar 1919 Bayerischer Staatsrat und als solcher Chef der Abteilung für persönliche Angelegenheiten im Staatsministerium für militärische Angelegenheiten. Am 22. August 1919 schied Köberle unter gleichzeitiger Verleihung des Charakters als Generalleutnant aus dem aktiven Militärdienst.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf von Kramer, Otto Freiherr von Waldenfels: VIRTUTI PRO PATRIA. Der königlich bayerische Militär-Max-Joseph-Orden. Kriegstaten und Ehrenbuch 1914–1918. München 1966, S. 338.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Othmar Hackl: Die Bayerische Kriegsakademie (1867–1914). C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1989, ISBN 3-406-10490-8, S. 496.
  2. Konrad Krafft von Dellmensingen und Friedrichfranz Feeser: Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914−1918, I. Band, Chr. Belser AG, Stuttgart 1930, S. 227.