Pesch (Nettersheim)

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Koordinaten: 50° 31′ 42″ N, 6° 41′ 33″ O

Pesch
Gemeinde Nettersheim
Höhe: 393 m
Fläche: 6,19 km²
Einwohner: 524 (30. Jun. 2016)
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53947
Vorwahl: 02484
Pesch in der Gemeinde Nettersheim
Pesch, Kirche Sankt Caecilia

Pesch ist ein nördlicher Ortsteil der Gemeinde Nettersheim im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen in der Nordeifel. Pesch hat 524 Einwohner (Stand: 30. Juni 2016).

Sehenswert sind die Überreste des so genannten Heidentempels, der in römischer Zeit der Verehrung der Matronen diente.

In Pesch lebten der Maler Otto Pankok und der Schriftsteller Jakob Kneip. Nach letzterem wurde der Jakob-Kneip-Berg (438 m), sowie die Dorfstraße, die Ober- und Unterdorf miteinander verbindet, benannt.[1]

Pfarrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: St. Cäcilia (Pesch)

Auf dem Friedhof bestand wahrscheinlich schon 1498 eine Kapelle.[2] Die Kapelle wird aber erst 1698 erwähnt.[3] Pesch wurde im Jahre 1794 selbständige Pfarre und löste sich damit von der Pfarre St. Peter Zingsheim ab, zu der die Kapellengemeinde bis dahin gehörte.[4]

Die alte Kapelle auf dem Friedhof wurde abgebrochen, nachdem man aufgrund ihres schlechten Zustands am Anfang des 19. Jahrhunderts beschlossen hatte, eine neue Pfarrkirche zu bauen.[5] Im Jahre 1846 wurde die neugotische katholische Kirche St. Cäcilia fertiggestellt.[6] Die Kirche ist ein Bruchsteinsaalbau und hat drei Fensterachsen, eine an den Chor im Osten angebaute Sakristei und einen Westturm.[6] Sie hat 95 Sitz- und 70 Stehplätze.[6]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Pesch fließen der Quartbach und der Wespelbach.[1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die L 206.[1] Die nächste Autobahnanschlussstelle der Bundesautobahn 1 ist Nettersheim.[1] Über den 7 km von Pesch entfernten Bahnhof Nettersheim ist der Ort an die Eifelstrecke Köln-Trier angeschlossen.[1]

Busverbindungen gibt es im Stundentakt nach Bad Münstereifel und Nettersheim, aber auch nach Kall und Schleiden sowie an Schultagen zweimal nach Adenau und einmal nach Blankenheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Funde, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in und um Pesch gemacht wurden, belegen eine römerzeitliche Besiedlung der Gemarkung Pesch, dazu gehören u.a. Brand- und Körperbestattungsgräber nördlich des Ortes.[7] Außerdem gab es Gebäude und Gräber im Wespeltal und in Unterpesch, sowie einen spätrömischen Münzfund, der aber nicht mehr erhalten ist.[8]

Eine große Bedeutung unter den Altertumsdenkmälern kommt dem sogenannten Heidentempel zu, einem römischen Heiligtum der Matronae Vacallinehae, das zwischen 1913 und 1918 in der Flur „Auf dem Addig“ ergraben wurde.[9]

Zum ersten Mal wird der Ort als „bessyhc“ im Prümer Urbar erwähnt.[10][11] Daraus geht hervor, dass die Abtei Prüm schon 893 Güter in Pesch besaß.

Im 13. Jahrhundert war Pesch ein Lehnsgut der Grafen von Jülich, die es den Herren von Kerpen übertrugen.[12]

Am 1. Juli 1969 wurde Pesch nach Nettersheim eingemeindet.[13]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kulturelle Leben in Pesch wird von teils traditionsreichen Vereinen gestaltet. Dazu zählen u. a. der Sportverein Germania Pesch-Harzheim-Nöthen, der Gesangverein St. Cäcilia und die Musikkapelle Heimat-Echo, sowie die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Nettersheim, Löschgruppe Pesch. Besondere Dorffeste, die bereits seit vielen Jahrzehnten Bestand haben und auch heute noch groß gefeiert werden, sind die Kirmes (Kirchweihfest), das Sportfest und das Entenrennen in einer abgespeckten Form. Früher wurde das Entenrennen im Wespelbach durchgeführt, seit 2013 wird es in einem Becken ausgetragen, um dem Landschaftsschutz und Artenschutz gerecht zu werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Sehenswürdigkeiten gibt es im und um den Ort:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Dieter Arntz: Der Maler Otto Pankok als Lebensretter im Dritten Reich. In: Eifeljahrbuch 2012. Düren, S. 71–81.
  • Annekethe Barthel: Pesch 893–1993. Eine Chronik anläßlich des Jubiläums der ersten urkundlichen Erwähnung. Herausgeber: Vereinsgemeinschaft Pesch. o.J.
  • Josef Hagen: Römerstraßen der Rheinprovinz. Achter Band der Erläuterung zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz (= Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. XII). Zweite Auflage. Kurt Schroeder, Verlag, Bonn 1931, S. 172.
  • Heinz Günter Horn (Hrsg.): Die Römer in Nordrhein-Westfalen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0312-1.
  • Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. Geschichte, Bauart, Ausstattung. Kall 2004.
  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden (= Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Elfter Band, II). Verlag von L. Schwann, Düsseldorf 1932.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise) (Abfrage vom 1. September 2012)
  2. Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. Geschichte, Bauart, Ausstattung. 2004, S. 123.
  3. Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden. 1932, S. 291.
  4. Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. Geschichte, Bauart, Ausstattung. 2004, S. 123 f.
  5. Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. Geschichte, Bauart, Ausstattung. 2004, S. 124.
  6. a b c Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. Geschichte, Bauart, Ausstattung. 2004, S. 125.
  7. Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden. S. 287ff.
  8. Josef Hagen: Römerstraßen der Rheinprovinz. Achter Band der Erläuterung zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz. 1931, S. 172.
  9. Heinz Günter Horn: Bad Münstereifel-Nöthen: Römischer Tempelbezirk. In: Heinz Günter Horn (Hrsg.): Die Römer in Nordrhein-Westfalen. 1987, S. 342 ff.
  10. Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. Aus den Quellen herausgegeben von Heinrich Beyer. Erster Band: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169. Hölscher, Coblenz 1860, S. 177.
  11. Ingo Schwab und Reiner Nolden (Hrsg.): Matthias Willerwersch: Die Grundherrschaft des Klosters Prüm. Trier 1989, S. 67
  12. Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden. 1932, S. 290 f.
  13. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 101.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]