Peter Leonhard Braun

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Peter Leonhard Braun (* 11. Februar 1929 in Berlin) ist ein deutscher Feature-Autor und ehemaliger Hörfunk-Redakteur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1948 studierte Peter Leonhard Braun Volkswirtschaft an der FU Berlin-Dahlem und schloss 1953 als Diplomvolkswirt zur "Soziologie des Rundfunks" ab. 1953 begann er als Feature-Autor und Radio-Feuilletonist für das Berliner Studio des NWDR Hamburg-Köln, später für den Sender Freies Berlin zu arbeiten. Als freier Autor und Regisseur beim Hörfunk wirkte er überwiegend in Berlin, 1963 auch in Paris und 1964/1965 in London.

Berühmt wurde er 1967 mit seiner stereofonen Dokumentation über die industrielle Tierzucht Hühner. Weitere bekannte Features sind Hyänen (1971) und Glocken in Europa (1973).

Von 1974 an war Peter Leonhard Braun über zwei Jahrzehnte Leiter der Feature-Abteilung des ehemaligen SFB. Sein Nachfolger wurde Wolfgang Bauernfeind.

Von 1973 bis 1995 organisierte Peter Leonhard Braun die Internationale Featurekonferenz, eine jährlich stattfindende Welt-Konferenz der Macher von Hörfunk-Features. Von 1979 an zeichnet er für den Hörfunkbereich und ab 1983 auch für den Fernsehbereich im internationalen Prix Futura Berlin verantwortlich und organisiert seit 1988 auch den Prix Europa.

Hörfunk-Features[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1957 Berliner Geschichten (mehrere Folgen), SFB
  • 1957 Fruchthof Berlin, SFB
  • 1957 Berliner Badewanne, SFB
  • 1958 Zentralflughafen Tempelhof, SFB
  • 1958 Die belagerte Stadt; SFB
  • 1958 Frühlingsschaufensterparade, SFB
  • 1959 Bagatelle in Rosa, SFB
  • 1960 Modehauptstadt Berlin, SFB
  • 1961 Urlaub in Cornwall, Koproduktion: SFB/WDR
  • 1961 Im Hintergrund der Eiffelturm – Ein Berliner in Paris, Koproduktion: SFB/SWF
  • 1962 Pariser Nippes, Koproduktion: SFB/SWF
  • 1963 Debüt in Bayreuth, Koproduktion: SFB/SWF
  • 1964 Pariser Filigran, Koproduktion: SFB/WDR/SWF
  • 1964 Londoner Abend, Koproduktion: SFB/WDR/SWF
  • 1965 Londoner Report, Koproduktion: SFB/WDR/SWF
  • 1965 Spielen Sie niemals Blindekuh, Koproduktion: SFB/WDR/SWF
  • 1965 Gestatten, ein Gespenst, Koproduktion: SFB/SWF/WDR
  • 1967 Hühner, Koproduktion: SFB/BR/WDR
  • 1968 Catch as Catch Can, Koproduktion: SFB/WDR/BR/SR
  • 1969 Mit den Ohren gaffen, SFB
  • 1970 8 Uhr 15, Operationssaal II, Hüftplastik, Koproduktion: SFB/BR/WDR
  • 1971 Hyänen, Plädoyer für ein verachtetes Raubtier, Koproduktion: SFB/WDR/BR/NDR/SR/SRG Basel/NOS-Hilversum
  • 1973 Glocken in Europa, Koproduktion: SFB/BR/NDR/SR/WDR/BRT BRÜSSEL/ORF Wien/ORTF Paris/RDRS Studio Basel/NOS Hilversum, auch als Hörbuch-CD, Der Audio Verlag 2000

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Urlaub in Cornwall. 4 Features im Sender Freies Berlin. Berlin: Haude & Spener, 1965.
  • Hühner. Catch as catch can. 8.15 Uhr OP III Hüftplastik. Hyänen. 4 Feature-Texte. Berlin: Haude & Spener, 1972.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das Feature ist das missverstandene Fach. Es ist die Form größerer Wortproduktion, die am häufigsten verwendet wird und von der man am wenigsten weiß. Besonders sind Unkenntnis und Missverstehen dort verbreitet, wo man es erwartet: unter Fachleuten. Dabei lassen sich am Horizont der drahtlosen Schöpfungsgeschichte Geburt und Artung des Features noch deutlich ausmachen. Man konnte konstatieren, das Feature wurde mit dem Radio geboren, weil neben dessen bloßer Übertragungsfunktion (Musik, Vortrag) von Anbeginn auch die Gestaltungsfunktion (wirksame Benutzung der funkischen Möglichkeiten) stand. Und das neue Know-how zur Herstellung von Wortsendungen hieß (in England) Feature. Oder man kann fabulieren, als das Feature in seiner medialen Wiege lag, schwebten die beiden zuständigen Feen herbei und orakelten.

Die gute Fee: "Es soll alles können, was das Radio kann, es soll mit ihm wachsen und sich millionenfach vermehren, es soll seine Lebendigkeit und Vielfalt haben ... es braucht nur noch einen wundervollen Namen."

Die böse Fee: "Wir nennen es Feature."

Gute Fee: "Weißt Du, am Anfang versteht natürlich niemand so recht, was man mit dem Radio machen kann, unser Feature soll deshalb auch alles ausprobieren, kleine Sendungen und große, einfache und schwere ... Willst Du noch einen Wunsch hinzufügen?"

Böse Fee: "Es soll sich für möglichst alles eignen."

Das war der Fluch: die Vielverwendbarkeit. Begabung und Verdammung zugleich. Schimpfname: Mädchen für alles. Brauchbar für jede wortproduzierende Abteilung und deswegen meist ohne Zugehörigkeit, nicht sesshaft. Der Zigeuner des Radios, der Ewige Jude, das Rumpelstilzchen. Diesen Grundkonflikt muss man sich klarlegen.“

Peter Leonhard Braun: Mit Farbband und Tonband (III) Radio-Feature - Mythos und Praxis, in: medium, Zeitschrift für Hörfunk, Fernsehen, Film, Presse, Heft 8, Frankfurt am Main, August 1981, Seiten 27-28.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Leonhard Braun: Mit Farbband und Tonband (III) Radio-Feature – Mythos und Praxis., in: medium, Zeitschrift für Hörfunk, Fernsehen, Film, Presse, Heft 8, Frankfurt am Main, August 1981, Seiten 27–28.
  • Thomas Östreicher: Jede Menge Hühner. Feature-Papst Peter Leonhard Braun verläßt den SFB. In: Medium, Jg. 25, H. 2 (1995): S. 25–27.
  • Sabine Rauh: Die Rolle der ‚Hühner‘ in der Radiogeschichte. Wie Peter Leonhard Braun die Feature-Abteilung des SFB geprägt hat. In: Süddeutsche Zeitung, 14. August 1990.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]