Pierre-Joseph van Beneden

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Pierre-Joseph van Beneden
Statue von Pierre-Joseph van Beneden in Mechelen

Pierre-Joseph van Beneden (* 19. Dezember 1809 in Mechelen, Belgien; † 8. Januar 1894 in Löwen) war ein belgischer Parasitologe und Paläontologe, der vor allem für seine Forschungen über Bandwürmer (Cestoda) bekannt ist.

Leben[Bearbeiten]

Van Beneden ging zunächst beim Apotheker Louis Stoffels in Mechelen in die Lehre, wo er dessen Sammlung von Fossilien, Mineralien und Tierpräparaten kennenlernte. Er studierte Medizin in Löwen und spezialisierte sich in Zoologie am Naturkundemuseum in Paris. Ab 1835 war er Professor für Zoologie an der Katholischen Universität Löwen. Er beschäftigte sich intensiv mit Fragen der Parasitologie und prägte den Begriff des Kommensalismus. 1843 richtete van Beneden in Ostende auf eigene Kosten die erste Meeresforschungsstation der Welt ein, das „laboratoire des Dunes“, das zum Anziehungspunkt für belgische, deutsche und französische Meeresbiologen und zum Prototyp ähnlicher Forschungseinrichtungen in den europäischen Küstenstaaten und den USA wurde. Ab 1859 wandte er sich der Erforschung der Wale zu und verfasste mit Paul Gervais das Standardwerk Ostéographie des cétacés vivants et fossiles (1869).

Van Beneden war Mitglied der Linné-Gesellschaft. Sein Sohn war der Biologe Édouard van Beneden.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Anatomie comparée, Band 48 von Encyclopédie populaire, Verlag Jamar, 1852
  • Memoire Sur Les Vers Intestinaux (1858), Neuauflage, Kessinger Publishing, LLC, 2010, ISBN 1160184240
  • mit Paul Gervais: Ostéographie des cétacés vivants et fossiles, 1869
  • Les Commensaux Et Les Parasites Dans Le Regne Animal (1875), Kessinger Publishing, LLC, 2010, ISBN 1160558639
  • Die Schmarotzer des Thierreichs. Leipzig: Brockhaus, 1876
  • Description des ossements fossiles des environs d’Anvers: (Planches) Genres: Amphicetus, Heterocetus, Mesocetus, Idiocetus & Isocetus, Band 5, Verlag Hayez, 1886

Literatur[Bearbeiten]

  • G. Hamoir: The breakthrough of darwinism in Belgium. From the creationist Pierre-Joseph Van Beneden to his Darwinian son Edouard (La revolution evolutionniste en Belgique. Du fixiste Pierre-Joseph Van Beneden a son fils darwiniste Edouard). In: Annales de Medecine Veterinaire 146, 2002, S. 43–48.
  • Matthias Breyne, Jan Seys, Ann-Katrien Lescrauwaet, Heidi Debergh, Jan Haspeslagh, Heike Lust, Jan Mees: The World’s very first marine research station In Ostend (Belgium). In: Earthzine 18. August 2010.

Weblinks[Bearbeiten]