Pilsumer Leuchtturm

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Pilsumer Leuchtturm
Lage des Pilsumer Leuchtturms auf dem Deich
Lage des Pilsumer Leuchtturms auf dem Deich
Ort: Pilsum
Lage: Unter-Ems, nordwestlich von Emden, am Rande des Pilsumer Watts
Geographische Lage: 53° 29′ 52,5″ N, 7° 2′ 44,4″ OKoordinaten: 53° 29′ 52,5″ N, 7° 2′ 44,4″ O
Feuerträgerhöhe: 11 m
Feuerhöhe: 15 m
Pilsumer Leuchtturm (Niedersachsen)
Pilsumer Leuchtturm
Kennung: F.; Glt. 3 s Blk. (2) 8,5 s
Betriebsart: Petroleumdochtlampe
Funktion: Leitfeuer
Bauzeit: 1888/89
Betriebszeit: 1891–1919
Internationale Ordnungsnummer: keine

Der Pilsumer Leuchtturm ist ein Leuchtturm auf dem Nordseedeich unweit des zur Gemeinde Krummhörn gehörenden Ortes Pilsum. Der Turm ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Ostfrieslands.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leuchtturm wurde 1883 im Rahmen des deutsch-niederländischen Projektes Beleuchtung der Unter-Ems als eines von fünf Leitfeuern geplant und 1890 fertiggestellt.[1] Am 1. Oktober 1891 konnten alle fünf Leuchttürme gemeinsam in Dienst gestellt werden. Jedes der fünf Leitfeuer war für einen festgelegten Abschnitt auf dem Schiffsfahrweg zwischen der Nordsee und Emden zuständig.[2][3] Der Pilsumer Leuchtturm war für einen etwa fünf Kilometer langen und etwa 600 Meter breiten Abschnitt der Fahrroute zwischen Borkum und Emden zuständig. Die anderen Leuchttürme innerhalb des länderübergreifenden Projektes waren:[4]

Der Leuchtturm diente bis Juni 1915 zur Befeuerung der Emshörnrinne. Dann wurde er wegen des Ersten Weltkrieges außer Betrieb genommen, um feindlichen Schiffen keine Hinweise auf die Fahrrinne zu geben. Im Oktober 1919 erfolgte die endgültige Stilllegung, da sich die Fahrrinne durch Sandablagerungen geändert hatte. Nach der Stilllegung wurde der Turm zu unterschiedlichen Zwecken und durch wechselnde Eigentümer genutzt. Sein baulicher Zustand verschlechterte sich stetig[5] und im Herbst 1972 dachte man sogar über einen Abriss nach.[6]

Statt Abriss erfolgte im Frühjahr 1973 eine aufwändige Sanierung des Leuchtturms, in deren Folge er auch erstmals den heute so bekannten rot-gelb-roten Anstrich erhielt.[7]

Seit 1998 befindet sich der Leuchtturm in Besitz der Deichacht Krummhörn, die sich seitdem um den Erhalt des Leuchtturms kümmert.

Populär wurde der Turm besonders durch den Film Otto – Der Außerfriesische des Komikers Otto Waalkes. Im Film dient der Leuchtturm Otto als Wohnung. Des Weiteren kommt der Turm in der 2003 ausgestrahlten Episode Sonne und Sturm der Fernsehreihe Tatort mit Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm vor. Die Episode spielt im fiktiven Ort Nordersiel (als das benachbarte Greetsiel erkennbar).

Der Leuchtturm wird mittlerweile auch als Trauzimmer der Gemeinde Krummhörn genutzt.[8] Brautpaare und Verliebte hatten an den Fenstergittern des Leuchtturmes Liebesschlösser angebracht. Diese ließ die Deichacht Krummhörn im Zuge der Renovierung entfernen und stellte in unmittelbarer Nähe des Turmes ein neues Gitter auf, an dem die Schlösser seither befestigt werden können.[9]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leuchtturm wurde von dem Maschinenbauhersteller Gutehoffnungshütte errichtet. Die Bauwerkshöhe beträgt rund zwölf Meter bei einem Außendurchmesser von 4,4 Meter. Die Hülle aus Schmiedeblechteilen wurde auf einer Stahlkonstruktion aufgenietet. Den oberen Abschluss bildete ein Kupferdach über dem Lampenraum, das mit mehreren Lüftungsstutzen ausgerüstet war, da die Befeuerung noch durch eine Petroleumdochtlampe erfolgte.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Probebetrieb und Betriebsbeginn, abgerufen am 24. Juni 2011
  2. Der Pilsumer Leuchtturm, abgerufen am 12. November 2010
  3. Geschichte Pilsumer Leuchtturm, abgerufen am 12. November 2010
  4. Prinzip „Beleuchtung der Unter-Ems“, abgerufen am 13. November 2010
  5. Der Leuchtturm 1957, abgerufen am 12. November 2010
  6. Abriss oder Sanierung, abgerufen am 12. November 2010
  7. Sanierung 1973, abgerufen am 12. November 2010
  8. greetsiel.de: Heiraten im Pilsumer Leuchtturm. Abgerufen am 13. Juli 2015.
  9. Susanne Kreitz: Leuchtturm der Liebe. In: Kölner Stadt-Anzeiger vom 18. Juli 2014. Abgerufen am 13. Juli 2015.
  10. Bau & Technik, abgerufen am 12. November 2010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pilsumer Leuchtturm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien