Maria Furtwängler

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Maria Furtwängler (2020)

Maria Furtwängler-Burda (* 13. September 1966 in München) ist eine deutsche Schauspielerin. Sie ist unter anderem für ihre Rolle als Tatort-Kommissarin Charlotte Lindholm bekannt, die sie seit 2002 spielt. Bevor sie sich 2001 ganz der Schauspielerei widmete, arbeitete sie als Ärztin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria Furtwängler ist die Tochter der Schauspielerin Kathrin Ackermann und des Architekten Bernhard Furtwängler. Sie hat zwei ältere Brüder. Ihr Großonkel ist der Dirigent Wilhelm Furtwängler, ihre Urgroßmutter die Politikerin Katharina von Kardorff-Oheimb, ihr Onkel der Regisseur Florian Furtwängler.

Nach dem Abitur studierte Maria Furtwängler Humanmedizin an der Universität Montpellier in Frankreich. 1996 wurde sie an der Technischen Universität München promoviert. Danach arbeitete sie als Ärztin, entschied sich jedoch 2001, ihr Berufsleben ganz der Schauspielerei zu widmen[1].

Furtwängler lernte den Verleger Hubert Burda 1985 auf der zweiten Hochzeit ihres Vaters kennen[2] und heiratete ihn am 8. November 1991. Sie haben einen Sohn (* 1990) und die Tochter Elisabeth (* 1992).[3] Im August 2022 wurde die längere Zeit zurückliegende Trennung des Paares bekannt.[4]

Künstlerische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits als Siebenjährige stand Maria Furtwängler für den Fernsehfilm Zum Abschied Chrysanthemen unter der Regie ihres Onkels Florian Furtwängler vor der Kamera. Ihre erste große Rolle spielte sie von 1987 bis 1993 in der Fernsehserie Die glückliche Familie an der Seite von Maria Schell, Siegfried Rauch und ihrer Mutter Kathrin Ackermann. Gloria Behrens besetzte sie an der Seite von Christian Kohlund im ARD-Liebesfilm Das Glück ist eine Insel in der Rolle der Rechtsanwältin Corinna Jakobs. In Stephan Meyers Wirtschaftskrimi Die achte Todsünde: Gespensterjagd, Furtwänglers erste Arbeit für den NDR, spielte sie 2001 die EU-Mitarbeiterin Katja Schütte im Ressort für Wirtschaftskriminalität.

Ihr Debüt als Tatort-Kommissarin Charlotte Lindholm gab sie im April 2002 in Lastrumer Mischung, weitere Episoden der Reihe, in der sie in ganz Niedersachsen, vorwiegend auf dem Land, ermittelt, folgten.[5] Die Mutterrolle in der Serie übernahm ihre Mutter Kathrin Ackermann.

2007 spielte Furtwängler in Kai Wessels Fernsehzweiteiler Die Flucht Lena Gräfin von Mahlenberg, die im Winter 1945 einen Flüchtlingstreck von Ostpreußen nach Bayern führte. 2008 übernahm sie an der Seite von Maximilian Brückner in dem Kinofilm Räuber Kneißl die Rolle der Mutter Theresia Pascolini des bayerischen Räubers Mathias Kneißl. 2011 war sie in dem ZDF-Fernsehzweiteiler Schicksalsjahre als Pianistin Ursula Heye in der Hauptrolle zu sehen. In dem 2016 in den Kinos gestarteten, preisgekrönten Film Das Wetter in geschlossenen Räumen verkörperte sie eine Entwicklungshelferin und Spendensammlerin, die sich vom Elend der Krisengebiete mit Designerklamotten, Longdrinks und einem 20 Jahre jüngeren Liebhaber ablenkt. 2018 spielte sie in der Kinofilmkomödie 100 Dinge von Florian David Fitz die Rolle der Antonietta Kärcher. In Detlev Bucks Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Mann verkörperte sie die Madame Houpflé.

Mit Alles muss glänzen (The Homemaker) von Noah Haidle stand sie 2017 im Berliner Theater am Kürfürstendamm[6] erstmals in einer Hauptrolle auf der Bühne. Im November 2018 hatte sie einen Gastauftritt in dem neuen Album MTV Unplugged 2 von Udo Lindenberg, wo sie mit ihm im Duett Bist du vom KGB sang.[7]

Soziales und gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Furtwängler unterschrieb im Herbst 2013 als eine der Ersten den von Alice Schwarzer in deren Zeitschrift Emma initiierten Appell gegen Prostitution.

Für die Rechte diskriminierter Mädchen und Frauen gründete sie 2016 mit ihrer Tochter Elisabeth die MaLisa Stiftung und MaLisa Home auf den Philippinen, das Mädchen und jungen Frauen einen Weg aus dem Menschenhandel ermöglicht.

Sie ist zudem Mitbegründerin der Digital-Life-Design-Konferenzreihe DLDwomen, Kuratoriumspräsidentin der Hilfsorganisation German Doctors sowie Mitglied im Stiftungsrat der Hubert-Burda-Stiftung. Für die Kampagne ONE, die sich für das Ende extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten vor allem in Afrika einsetzt, ist sie Botschafterin für Frauen, Mädchen und Kindergesundheit. Sie nimmt auch selbst an Hilfseinsätzen teil.[8]

2017 initiierte sie mit der MaLisa Stiftung eine Studie zur Repräsentation von Frauen und Männern im Film. Das Ergebnis der Universität Rostock zeigte die Unterrepräsentanz von Frauen im Film vor allem als Heldinnen und Expertinnen.[9] 2020 setzte sich Furtwängler mit anderen Frauen für die Kampagne #ichwill ein, deren Ziel eine Frauenquote für Unternehmensvorstände ist.[10]

Aufgrund ihres sozialen Engagements wurde im März 2018 eine Berufliche Schule im südbadischen Lahr nach ihr benannt.[11]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tatort-Folgen als Kriminalhauptkommissarin Lindholm

Fernsehshows[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Maria Furtwängler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Maria Furtwängler im Munzinger-Archiv, abgerufen am 17. April 2022 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Gesa Schwanke: Das Ende einer großen Liebe. In: bild.de. 15. August 2022, abgerufen am 16. August 2022.
  3. Isabell Stiller: Private Einblicke in das Leben von Maria Furtwängler. In: fuersie.de. 15. August 2022, abgerufen am 16. August 2022.
  4. Nach mehr als 30 Jahren Ehe: Maria Furtwängler und Hubert Burda haben sich getrennt. In: Spiegel online. 15. August 2022, abgerufen am 17. August 2022.
  5. Maria Furtwängler wird neue NDR-„Tatort“-Kommissarin. In: presseportal.de, 21. Juli 2001.
  6. Alles muss glänzen. In: Komödie Berlin. Abgerufen am 18. Oktober 2022.
  7. MTV Buzz. mtv.de
  8. Maria Furtwängler-Burda. Archiviert vom Original am 6. November 2018; abgerufen am 6. November 2018.
  9. Vanessa Vu: Männer handeln, Frauen kommen vor. In: Zeit Online. 13. Juli 2017, abgerufen am 18. August 2017.
  10. Katja Bauer: Kampagne #ichwill für Frauenquote: Einflussreiche Frauen fordern Quote für Vorstände. In: StN.de (Stuttgarter Nachrichten). 15. Oktober 2020, abgerufen am 19. Mai 2021.
  11. Mark Alexander, Christine Storck: Warum es in Lahr künftig eine Maria-Furtwängler-Schule gibt. In: Badische-Zeitung.de. 14. März 2018, abgerufen am 22. Februar 2021.
  12. Angabe der Siegfried-Lowitz-Stiftung
  13. Leibniz-Ring 2016 / .../ Das Kuratorium „Leibniz-Ring-Hannover“ verleiht den diesjährigen „Leibniz-Ring-Hannover“ an Dr. Maria Furtwängler, Pressemeldung des Presse Club Hannover vom 16. März 2016