Piraquara

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Município de Piraquara
Piraquara
Historisches Zentrum
Historisches Zentrum
Piraquara (Brasilien)
Piraquara
Piraquara
Koordinaten 25° 27′ S, 49° 4′ WKoordinaten: 25° 27′ S, 49° 4′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Paraná
Lage des Munizips im Bundesstaat Paraná
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Gründung 29. Januar 1890 (Vila) (130 Jahre)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Paraná
Metropolregion Curitiba
Höhe 897 m
Klima tropisch, Cfb
Fläche 227 km²
Einwohner 93.207 (2010[1])
Dichte 410,5 Ew./km²
Schätzung 113.036 (1. Juli 2019)[1]
Gemeindecode IBGE: 4119509
Postleitzahl 83301-000
Telefonvorwahl (+55) 41
Zeitzone UTC−3
Website piraquara.pr (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfekt Marcus Mauricio de Souza Tesserolli (2017–2020)
Partei PDT
Wirtschaft
BIP 1.133.372 Tsd. R$
10.679 R$ pro Kopf
(2016)
HDI 0,700 (hoch) (2010)

Piraquara, amtlich portugiesisch Município de Piraquara, ist eine Stadt im brasilianischen Bundesstaat Paraná der Região Sul. Im Volkszählungsjahr 2010 betrug die Einwohnerzahl 93.207 Piraquarenser. Die Bevölkerungszahl wurde zum 1. Juli 2019 auf 113.036 Einwohner geschätzt, die auf einer Gemeindefläche von rund 227 km² leben.[1] Sie ist Teil der Metropolregion Curitiba, die Entfernung zur Hauptstadt Curitiba beträgt 22 km.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war das Land vor Ankunft der Europäer Sommerquartier der ansonsten an den Küsten lebenden Carijó-Indianer. Um 1660 waren Bandeirantes, vorwiegend aus der Gegend von São Vicente und São Paulo, in das Land eingedrungen auf der Suche nach Gold, das als Schwemmgold an einigen Stellen gefunden worden war, viele zogen nach dortigen neuen Goldfunden in das ertragreichere Minas Gerais weiter. Diese Areale wurden später auch Siedlungskerne von Städten wie Curitiba, São José dos Pinhais oder Piraquara. Mehrere kleinere Fazendas hatten sich gebildet, die gesamt als Ansiedlung unter dem Namen Piraquara bekannt wurden. Das Wort piraquara entstammt der Tupi-Sprache und bedeutet etwa Fischhort oder auch Fischesser, je wie der Wortstamm entschlüsselt wird.[2] Bis etwa in die Mitte des 19. Jahrhunderts sind keine großen Fortschritte verzeichnet. Nach Ankunft von tiroler Einwanderern ab 1878 und der Einweihung der Eisenbahnlinie Estrada de Ferro do Paraná 1885, die die Küste von Paraná mit Curitiba verband, entwickelte sich die Gemeinde wirtschaftlich. Über den Bahnhof in Piraquara konnten nun auch größere Mengen Holzschlag aus den reichen Araukarienwäldern transportiert werden. Ein anderes wirtschaftliches Standbein der Gemeinde war der Steinabbau gewesen, er ist heute als steinerner Turm im Stadtwappen symbolisiert. Verwaltungstechnisch gehörte es bis zur Selbständigkeit zum Munizip São José dos Pinhais, am 29. August 1890 wurde der Ort zu einem Vila erhoben unter dem neuen Namen Vila de Deodoro als Ehrung für den Präsidenten Manuel Deodoro da Fonseca. Am 10. April 1929 wurde der Ort von Deodoro auf Piraquara umbenannt.

Aus Piraquara gingen die selbständigen Munizips Campina Grande do Sul, früher unter dem Namen Timbu, und Pinhais hervor, sie waren zuvor Distrikte.

Novo Tirol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1878 gelangten 59 italienischsprachige Familien aus Trentino-Südtirol an, etwa 350 Personen, und gründeten die Landwirtschaftskolonie Colonia Imperial Santa Maria do Novo Tirol da Boca da Serra. Aus mitgebrachten Rebstöcken entwickelte sich der Weinanbau.

Die Touristenstraße Caminho Trentino erinnert an die Tiroler, ebenso bestehen mehrere Städtepartnerschaften.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umliegende Gemeinden sind im Norden Quatro Barras, im Süden São José dos Pinhais, im Osten Morretes und im Westen Pinhais.

Das vorwiegende Biom ist Mata Atlântica.

Im Norden der Gemeinde liegt der Stausee Represa do Iraí, im Süden die Stauseen Represa Piraquara I und II.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat tropisches gemäßigtes Klima, Cfb nach der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger. Die Durchschnittstemperatur ist 17,0 °C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 1565 mm im Jahr.[3]

Kommunalverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Exekutive liegt bei dem Stadtpräfekten (Bürgermeister). Bei der Kommunalwahl 2016 wurde Marcus Mauricio de Souza Tesserolli des Partido Democrático Trabalhista (PDT) zum Stadtpräfekten für die Amtszeit von 2017 bis 2020 gewählt.[4]

Die Legislative liegt bei einem 13-köpfigen gewählten Stadtrat, den vereadores der Câmara de Vereadores.[5]

Seit 1992 besteht die Gemeinde aus einem Gesamtdistrikt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 waren rund 27,3 % der Bevölkerung Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre.

Jahr Einwohner Stadt Land
1991 000000000031346.000000000031.346 000000000019359.000000000019.359 000000000011987.000000000011.987
2000 000000000072886.000000000072.886 000000000033829.000000000033.829 000000000039057.000000000039.057
2010 000000000093207.000000000093.207 000000000045738.000000000045.738 000000000047469.000000000047.469
2019 000000000113036.0000000000113.036 ? ?

Quelle: IBGE (2011)[6]

Durchschnittseinkommen und Lebensstandard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das monatliche Durchschnittseinkommen betrug 2017 den Faktor 2,5 des brasilianischen Mindestlohns (Salário mínimo) von R$ 880,00 (Einkommen umgerechnet für 2019: rund 498 € monatlich). Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) ist mit 0,700 für 2010 als hoch eingestuft.

2017 waren 9469 Personen oder 8,8 % der Bevölkerung als fest im Arbeitsverhältnis stehend gemeldet, 34,1 % der Bevölkerung hatten 2010 ein Einkommen von der Hälfte des Minimallohns.[7]

HDI
Jahr Punkte
1991
  
0,478
2000
  
0,581
2010
  
0,700

Das Bruttosozialprodukt pro Kopf betrug 2016 10.678,89 R$, das Bruttosozialprodukt der Gemeinde belief sich auf rund 1133,37 × Mio. R$.[8]

Ethnische Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ethnische Gruppen nach der statistischen Einteilung des IBGE (Stand 2000 mit 72.886 Einwohnern, Stand 2010 mit 93.297 Einwohnern):[9]

Gruppe Anteil
2000
Anteil
2010
Anmerkung
Brancos 000000000052287.000000000052.287   000000000061213.000000000061.213 Weiße, Nachfahren von Europäern
Pardos 000000000017085.000000000017.085   000000000027732.000000000027.732 Mischrassige, Mulatten, Mestizen
Pretos 000000000003350.00000000003.350   000000000003506.00000000003.506 Schwarze
Amarelos 000000000000031.000000000031   000000000000450.0000000000450 Asiaten
Indígenas 000000000000496.0000000000496   000000000000306.0000000000306 indigene Bevölkerung
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Bilder aus Piraquara[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Piraquara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Piraquara – Panorama. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 24. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Eduardo de Almeida Navarro: Dicionário tupi antigo. A língua indígena clássica do Brasil. Global Editora, São Paulo 2007, ISBN 978-85-260-1933-1, S.  594.
  3. Klima Piraquara: Wetter, Klimatabelle & Klimadiagramm für Piraquara - Climate-Data.org. In: de.climate-data.org. Abgerufen am 24. November 2019.
  4. Professor Marquinhos 12 (Prefeito). In: todapolitica.com. Eleições 2016, abgerufen am 24. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  5. Vereadores Eleitos em Piraquara. In: todapolitica.com. Eleições 2016, abgerufen am 24. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  6. Atlas do Desenvolvimento Humano no Brasil: Piraquara, PR. Abgerufen am 24. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch)
  7. Piraquara – Panorama – Trabalho e rendimento. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 24. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  8. Piraquara – Produto Interno Bruto dos Municípios. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 24. November 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  9. IBGE: Sistema IBGE de Recuperação Automática - SIDRA: Tabela 2093. Abgerufen am 24. November 2019 (portugiesisch, Datenbankabfrage, Suchbegriffe Piraquara (PR) und Cor ou raça).