Piusorden

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Piusorden
Ordine Piano
3° Conde de ParatyDSC02687.JPG
Verliehen von Papst
Art Ritterorden
Verliehen für Verdienste um die katholische Kirche
Status wird verliehen
Daten
Stiftungsjahr 17. Juni 1847
Stifter Pius IX.
Rangfolge
Nächsthöhere Auszeichnung Orden vom Goldenen Sporn
Nächstniedrigere Auszeichnung Gregoriusorden
Bandschnalle Piusorden

Der Piusorden (andere Schreibweise Pius-Orden) ist der dritthöchste Orden für Verdienste um die römisch-katholische Kirche. Er wird unmittelbar vom Papst verliehen.

Entstehung und Verleihung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um eine päpstliche Auszeichnung, die allgemein Ordine Piano genannt wird.

Dieser Verdienstorden bezieht sich auf das Collegio dei Cavalieri Pii, dessen Mitglieder als Piani oder Partecipanti bezeichnet wurden, welches im März 1559 von Papst Pius VI. mit dem päpstlichen Erlass Pii patris amplissi gegründet wurde. Solche Ritter bildeten den Laienhof des Papstes und waren folglich eine Gruppe von Edelleuten, gleichgestellt den Rittern mit Schwert und Cape oder der Nobelgarde, der adeligen päpstlichen Garde. Die Zugehörigkeit zum Kollegium der Piani beinhaltete die Aufnahme in den Adel, verbunden mit dem Titel eines Pfalzgrafen. Mit der Zeit verlor diese Institution einen großen Teil ihrer Privilegien, und die mit der Auszeichnung Cavalierato Piano versehenen Personen behielten nur den Titel von Ufficiale della Camera Apostolica.

Der Piusorden als Auszeichnung ist ein von Papst Pius IX. am 17. Juni 1847 gestifteter, von Pius XII. 1939 und 1957 erneuerter Orden, in Gedenken an den ersten Jahrestag seines Aufstiegs auf den Stuhl Petri gestiftet zur Belohnung von „Männertugend und Verdienst“. Mit dem Breve Cum Hominum Mentes vom 17. Juni 1849 bestätigte Papst Pius IX. alle Adelsprivilegien, die zu dieser herausragenden Auszeichnung gehören, indem er sie zu der einzigen erhob, mit welcher der Adelstitel des Heiligen Stuhls (nobilitante) verliehen wird. Die Insignien sind ein achtspitziger, golden gefasster dunkelblauer Stern mit goldenen Flammen zwischen den Armen. In der Mitte befindet sich ein weißer Schild mit dem Namen PIVS IX in Gold. Um den Schild verläuft ein goldener Rand mit der Devise virtuti et merito (lat. „für Tugend und Verdienste“). Auf der Rückseite befindet sich die Jahreszahl MDCCCXLVII.

Mit einem anderen Breve vom 11. November 1856 Papst Pius den Orden in drei Klassen ein:

  • 1° Ritter des Großen Kreuzes (Gran Croce)
  • 2° Komturen (Commendatori)
  • 3° Ritter (Cavalieri)

Das Adelsprivileg blieb dabei nur den beiden ersten Klassen vorbehalten (Gran Croce mit dem Erbadel und folglich übertragbar sowie Commendatori mit persönlichem Adel). Für die dritte Klasse der Ritter wurde im Apostolischen Schreiben keine Angabe des Adels gemacht.

Durch Reform und Restauration der päpstlichen Ritterorden (Ordini Equestri Pontifici), die unter Pius X. mit dem Breve Multum ad excitandos vom 7. Februar 1905 erfolgte, wurde für den Ordine Piano die zusätzliche Klasse der Komturen mit placca eingeführt, welche in den Ritterorden üblicherweise der Klasse der großen Ufficiali entspricht.

Die Ritter erster Klasse tragen den Piusorden an einem blauen, doppelt mit Purpur geränderten Band um den Hals, zusätzlich einen kleinen silbernen Bruststern in gleicher Form. Die anderen Klassen erhalten den Piusorden als Brustorden.

Der Ordine Piano wurde später wiederum mit der Bulle vom 25. Dezember 1957 von Pius XII. umgestaltet. Da Verleihungen des Christusordens (Ordine Supremo del Cristo) und des Ordens vom Goldenen Sporn (Ordine dello Speron d'Oro) sehr selten stattfanden, wurde die Klasse der Ritter des Halsbandes (Cavalieri di collare) gegründet.

Mit dem Motu proprio von Papst Paul VI. vom 15. April 1966 stabilisierte sich die Verleihung des Ordine Piano an die Herrscher und Staatschefs, welche an einem offiziellen Besuch beim Papst teilnahmen.

Trageweise des Ordens, V. bis I. Klasse (v. l. n. r.)

Gemäß der Reform, die Papst Johannes Paul II. 1993 durchführte, gibt es heute für den Ordine Piano folgende Einteilung der Klassen (alle jeweils für Damen und Herren):

Den Piusorden können heutzutage sowohl Laien als auch Kleriker aufgrund von persönlichen Verdiensten sowie im Rahmen diplomatischer Gepflogenheiten erhalten. Die Träger des Piusordens genießen heute keine besonderen Privilegien mehr.

Ritter (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Order of Pius IX – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien