Pro Ecclesia et Pontifice

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Pro Ecclesia et Pontifice
Verdienstkreuz Pro Ecclesia et Pontifice
Verliehen von Heiliger Stuhl
Art Verdienstkreuz
Verliehen für Verdienste um die katholische Kirche und das Papsttum
Status wird verliehen
Daten
Stiftungsjahr 17. Juli 1888
Stifter Leo XIII.
Rangfolge
Nächsthöhere Auszeichnung Silvesterorden
Nächstniedrigere Auszeichnung Benemerenti
Bandschnalle Pro Ecclesia et Pontifice

Das Ehrenkreuz Pro Ecclesia et Pontifice (lat. „Für Kirche und Papst“) ist ein päpstliches Ehrenzeichen für besondere Verdienste um die Anliegen der Kirche und des Papstes.

Es kann sowohl an Mitglieder des Klerus als auch an männliche und weibliche Laien verliehen werden. Bis 1996 war es die höchste päpstliche Auszeichnung, die Frauen erhalten konnten.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gestiftet wurde das Ehrenzeichen von Papst Leo XIII. am 17. Juli 1888 anlässlich seines goldenen Priesterjubiläums mit dem Schreiben Quod singulari Dei concessu.[1] Zunächst war die Auszeichnung lediglich für Personen vorgesehen, die sich um die Feierlichkeiten verdient gemacht hatten.[1] Erst 1898 wurde das Ehrenzeichen zu einem permanenten.[1]

Ursprünglich wurde das Verdienstkreuz in zwei Stufen (Gold und Silber) verliehen.[1] Später wurde die zusätzliche Stufe Bronze als dritte hinzugefügt. Papst Pius X. reduzierte 1908 die Stufenzahl auf eine, so dass seitdem nur noch die Stufe Gold existiert.[2]

Das Verdienstkreuz wird nach dem Schreiben Quod singulari Dei concessu auf der linken Brustseite getragen.[3][A 1]

Gestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Version des Kreuzes von 1888 wurde von fleurs-de-lis hinterfangen und zeigte ein Porträt Leos XIII. in der Mitte der Kreuzarme, auf denen sich Kometen befinden. Lilie und Komet sind Elemente des Familienwappens der Pecci, der der Papst entstammte.[2] Die lateinische Inschrift Leo XIII P. M. Ann. X (= Leo[ne] XIII P[ontifice] M[aximo] Ann[o] X) umfasst das Mittelfeld und verweist auf die Stiftung der Auszeichnung im zehnten Jahr des Pontifikats.[3] Auf der Rückseite befindet sich an zentraler Stelle das Wappen des Heiligen Stuhls mit der Inschrift PRO ECCLESIA ET PONTIFICE. Auf den Kreuzarmen befinden sich die Wörter Prid[ie], Cal[culatio], Ian[uar] und 1888. Das Ehrenzeichen hing an einem roten Band, das an den Rändern von dunkelgelb durchzogenen weißen Bändern durchbrochen wurde.[A 2]

Papst Paul VI. ließ das Aussehen der des Kreuzes 1970/71 grundlegend überarbeiten.[1] Zu dieser Zeit erhielt auch die Medaille Benemerenti eine neue Gestaltung.[4] Das Ehrenzeichen besteht aus einem stilisierten Kreuz mit dem Papstnamen und -wappen sowie der Inschrift PRO ECCLESIA ET PONTIFICE. In der Mitte des Kreuzes sind die Apostel Petrus und Paulus dargestellt. Gehalten wird es seitdem von einem breiten Ordensband in den päpstlichen Farben Gelb und Weiß.

Mit dem Pontifikat vom Benedikt XVI. entfielen das persönliche Wappen und der Papstname, die durch ein Kreuz und das Wappen des Heiligen Stuhls ersetzt wurden.[1]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Artikel in der Catholic Encyclopedia (s. Weblinks) gibt fälschlicherweise die rechte Seite an.
  2. Es finden sich Angaben über die Existenz eines violetten Bandes mit weiß-gelben Rändern, das von 1893 bis 1908 verwendet worden sein soll. Ein solches Band ist dem Autor dieser Anmerkung nicht bekannt. Es handelt sich vermutlich um die visuelle Umsetzung anhand der Beschreibung im päpstlichen Schreiben Quod singulari Dei concessu: „[…] purpurei coloris linea alba flavaque ad utramque oram virgata dependeat […]“. Die Übersetzung von „purpurei coloris“ als Violett und nicht als Purpurrot sowie „linea alba flavaque“ als gelb-weiße Linie führt zu einem abweichenden Aussehen des Bandes. Vgl. dazu:
    Lint van het Kruis Pro Ecclesia et Pontifice in drie opeenvolgende versies.gif

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Ehrenzeichen (auch als ""Ehrenkreuz"" bezeichnet) ""Pro Ecclesia et Pontefice"". Abgerufen am 30. April 2018.
  2. a b Friedrich Marquis Guigue de Champvans de Farémont: Geschichte und Gesetzgebung der Ritterorden, Ehrenzeichen und Medaillen des Heiligen Stuhles nach amtlichen Quellen. Hrsg. vom Institut Historique et Hèraldique de France, Paris 1932, S. 22.
  3. a b Pro Ecclesia et Pontifice For the Church and the Pope. Abgerufen am 30. April 2018.
  4. Michael Autengruber: Orden und Ehrenzeichen aus aller Welt. Heiliger Stuhl und Vatikan. Die Sammlung Dr. Norbert Herkner, Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG, Kassel 2015, S. 218.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pro Ecclesia et Pontifice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien