Johann Peter Joseph Monheim

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Johann Peter Joseph Monheim; Gemälde von Carl Schmid

Johann Peter Joseph Monheim (* 23. Mai 1786 in Aachen; † 1. Dezember 1855 ebenda) war ein deutscher Apotheker, Chemiker und Politiker.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monheim stammte aus einer bekannten Aachener Kaufmannsfamilie. Sein Vater war Andreas Monheim (1750-1804), Teilhaber und ab 1788 Alleininhaber der Apotheke im Haus Monheim und letzter Bürgermeister Aachens nach reichsstädtischer Verfassung, seine Mutter Anna Maria Gertrud, geb. Peuschgens (1751-1814).

Johann Peter Joseph Monheim war verheiratet mit Lucia Dorothea Emonts (* 29. Januar 1790 in Xanten; † 18. Dezember 1848 in Aachen) und hatte neun Kinder. Der älteste Sohn Viktor übernahm die väterliche Apotheke, der jüngste Sohn Leonard führte die Schokoladenherstellung ein und legte damit den Grundstein für die Trumpf Schokolade.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Schulabschluss am reichsstädtischen Marianum begann Monheim 1804 eine Apothekerlehre in der Paradies-Apotheke in Köln. 1806 bis 1808 studierte er an der Pharmazeutischen Schule in Paris, wo er als Assistent von Louis-Nicolas Vauquelin arbeitete. 1809 übernahm er die väterliche Apotheke, die er bis 1853 führte. 1811 machte er in Paris das Apothekerexamen. Die Universität Göttingen promovierte ihn 1815 zum Dr. phil. Durch die chemische Analyse der Aachener Quellen hat er sich als Balneologe einen Namen gemacht und die kritisch-wissenschaftliche Methodik in der Toxikologie und in der Quellwasseranalyse profiliert. Zu seinen wichtigsten Arbeiten zählt die Analyse der Mineralwässer in Aachen, Burtscheid, Spa, Malmedy und Heilstein. Mehrere wissenschaftliche Gesellschaften ernannten ihn zu ihrem korrespondierenden Mitglied, so die Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt und die Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin. Bei der 25. Versammlung der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte 1847 in Aachen hatte Monheim den Vorsitz.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1826 bis 1843 war Monheim Mitglied des Rheinischen Provinziallandtages. Hier tat er sich besonders durch sein Eintreten für die Befreiung des Kölner Erzbischofs Clemens August Droste zu Vischering aus dem Hausarrest auf dem 6. Rheinischen Provinziallandtag 1841 hervor. Von 1832 bis 1850 war Monheim Mitglied des Aachener Stadtrats und setzte sich für den Ausbau des Schulwesens ein. So war er an der Gründung der „Höheren Bürgerschule“ in Aachen maßgeblich beteiligt.

Porträt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Peter Josef Monheim ließ sich von Carl Schmid porträtieren.

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit der Industrialisierung entstanden in Aachen ein Industrieproletariat und damit auch große soziale Probleme. Monheim war von 1817 bis 1822 Mitglied der Wohltätigkeitskommission und ab 1823 Mitglied der Nachfolgeorganisation, der Armenverwaltungskommission. 1823 initiierte Monheim die Gründung des Vinzenzspitals, eines Spitals für unheilbar Kranke unter der armen Bevölkerung Aachens und war 1830 maßgeblich am Aufbau des Aachener Marianneninstituts, eine Entbindungsstation für arme Wöchnerinnen, beteiligt.

Mitgliedschaft in Vereinen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monheim war in zahlreichen wissenschaftlichen Vereinen in Deutschland und im Ausland tätig. Unter anderem war er Mitglied der

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Reumont und J.P.J. Monheim: Analyse des eaux sulfureuses d'Aix-la-Chapelle. Aachen 1810
  • J.P.J. Monheim: Analyse des eaux thermales de Borcette, suivie de l'examen du gaz azote sulfuré dégagé des source sulfureuses tant d'Aix-la-Chapelle que de Borcette. Aachen - Paris - Frankfurt, 1811 Digitalisat
  • J.P.J. Monheim: Chemische Abhandlung über die in Aachen gefundene gediegene Eisen-Masse. Aachen 1816
  • G. von Satorius, J.P.J. Monheim: Medizinisch-chemische Untersuchung zweier Zink-Vergiftungen. DuMont-Schauberg, Köln 1826
  • G. von Satorius, J.P.J. Monheim: Medizinisch-chemische Untersuchung einer an dreien Personen verübten Arsenik-Vergiftungen. DuMont-Schauberg, Köln 1826
  • J.P.J. Monheim: Die Heilquellen von Aachen, Burtscheid, Spaa, Malmedy und Heilstein in ihren historischen, geognostischen, physischen, chemischen und medizinischen Beziehungen. Jacob Anton Mayer, Aachen 1829 (Google)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]