Plüskow (Adelsgeschlecht)

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altes Wappen derer von Plüskow
Wappen derer von Plüskow

Plüskow ist der Name eines alteingesessenen mecklenburgischen Adelsgeschlechts mit dem gleichnamigen Stammhaus Plüschow im Amt Grevesmühlen. Zweige der Familie bestehen bis heute.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird das Geschlecht mit Plocekowe Leverus, der 1230 bis 1234 urkundlich erscheint [1]. Die Stammreihe der Familie beginnt um 1450 mit Johann von Plüskow auf Everstorf (heute Ortsteil von Grevesmühlen) [2].

Der Name beruht auf dem gleichnamigen Stammhaus, jetzt Plüschow, im Amt Grevesmühlen-Land. Der Stammsitz gehörte ursprünglich zum Stift Schwerin. Die Schreibweise wechselte zwischen Plocecow, Pluzekow, Plutzekow, Plüssekow und Plüskow [2][3].

Ausbreitung und Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angehörige des Geschlechts bekleideten schon früh das Erbmarschallsamt im Stift Schwerin. Hermann von Plüskow erscheint 1430 als Domdechant zu Güstrow.

Später erhielten Mitglieder der Familie auch hochrangige Offiziers- und Generalsstellen in der dänisch-norwegischen und in der preußischen Armee. Anfang des 18. Jahrhunderts waren zwei Brüder herzoglich mecklenburgische Landräte. Ein Plüskow war k.k. Oberst, wurde 1710 Generalmajor und starb 1718 als Feldmarschallleutnant in Ungarn [3].

Grabplatte der Agnesa Johanna von Plüskow († 1748) im Kreuzgang des Klosters Dobbertin

Nach Kneschke erlosch der Mannesstamm des Geschlechts am Ende des 18. Jahrhunderts [3]. Die beiden letzten männlichen Vertreter aus Trechow waren Felix Christoph Heinrich und Julius Friedrich von Plüskow. Die Erbtochter Henriette Sophie Albertine Magdalene von Plüskow aus dem Hause Trechow heiratete am 23. Juni 1783 Johann Christoph Philipp Ludwig Suhr auf Trechow, den herzoglich mecklenburgisch-schweriner Reiseoberstallmeister. Er erhielt am 4. Oktober 1783 zu Wien den Reichsadelsstand, der am 4. Juni 1784 durch Reskript eine mecklenburg-schweriner Anerkennung fand. Das dabei verliehene Wappen gleicht dem des mecklenburgischen Uradelsgeschlecht. Er stammt aus einer Familie, deren Stammreihe mit Christian Souhr († 1671), Arenndator (Gutsverwalter) zu Klein-Helle (heute Ortsteil von Mölln) im Amt Stavenhagen, beginnt [2]. Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich zehn Eintragungen von Töchtern der Familien von Plüskow aus Trechow aus den Jahren 1710–1893 zur Aufnahme in das adelige Damenstift. Im Kreuzgang des Klosters steht die Grabplatte der 1748 verstorbenen Agnesa Johanna von Plüskow.

Für Aufsehen sorgte seiner Zeit der 2,08 m große Gardeoffizier Hermann Otto Hugo Ferdinand von Plüskow, der der Flügeladjutant des Kaisers Wilhelm II. von Preußen war. In Berlin und Potsdam wurde er allgemein der "lange Plüskow" genannt. Der Kaiser nahm ihn stets zu Auslandsbesuchen mit. Im Ersten Weltkrieg war er als General der Infanterie Kommandeur des XI. Armee-Korps.

Besitzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Stammgütern der Familie gehört auch Everstorf. Um 1600 waren Zweige des Geschlechts zu Groß- und Klein-Walmstorf im Amt Grevesmühlen besitzlich. Außerdem waren Benitz im Amt Schwaan, Kobrow im Amt Güstrow sowie 1698 und später Langen- und Kurzen-Trechow im Besitz bzw. Teilbesitz der Familie.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren Angehörige in Mecklenburg begütert. Dazu zählten unter anderem Todenhagen, Belitz, Everstorf, Kobrow, Kowalz, Katelbogen, Brödelwitz, Daskow, Ahrenshagen (Güstrow), Berendshagen sowie Klein-Gäschow. Das Stammgut Plüschow jedoch ging 1758 an den Hamburger Kaufmann Philipp Heinrich von Stenglin und kam 1802 in den Besitz der (groß)herzoglichen Familie. Ende des 17. Jahrhunderts besaßen Hans Adolph von Plüskow und sein Sohn Paschen mit Brönkow und Turow auch Güter in Schwedisch-Pommern.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ursprüngliche Wappen zeigt einen quer geteilten Schild (Schildhaupt), welcher unten wieder schräg getheilt ist.[5] Später ist der Schild durch eine linke silberne Querspitze von Rot und Gold geteilt. Auf dem Helm mit rechts rot-silbernen und links rot-goldenen Helmdecken ist ein brauner Stab, um den sich eine silberne Schlange zwischen zwei goldenen Hirschstangen windet.[6]

Wappengleich waren die mecklenburgischen Geschlechter Negendanck und Parkentin. "Möglich und sogar wahrscheinlich ist es, daß alle diese Familien mit demselben Schilde ursprünglich stammverwandt sind, da auch ihre alten Gütersitze nicht sehr weit von einander liegen. Und so ist es leicht möglich, daß die Stammväter der Familien Negendank und von Plüskow aus Holstein nach Mecklenburg bei der Germanisierung dieses Landes eingewandert sind", so Georg Christian Friedrich Lisch. Nach den Forschungen von Lisch war das Wappen ursprünglich ein quer geteilter Schild. Der obere Teil nahm nicht ganz die Hälfte, sondern (wie ein Schildhaupt) eher ein Drittel ein, während der untere Teil in sich schräg geteilt war.[7] Die untere Teilung wandelte sich mit der Zeit in die Spitze.[8]

Historische Wappenbilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mecklenburgisches Urkundenbuch 1, Seite 373
  2. a b c Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band X, Band 119 der Gesamtreihe, Seite 432-433
  3. a b c Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon Band 5, Seite 188-189
  4. Stadtarchiv Stralsund, Rep. 13, Nr. 1612 und Staatsarchiv Stettin, Bestand Swedzkie Archiwum Lenne w Stralsundzie = Schwedisches Lehnsarchiv in Stralsund (SALwS), ehemals Rep. 32a, Nr 247, jetzt Nr. 300.
  5. Georg Christian Friedrich Lisch, Die Spitze im Schilde adeliger Familien. In Jahrbüchern des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 38 (1873), S. 218–221
  6. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band X, Band 119 der Gesamtreihe, Seite 432-433, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1999
  7. Georg Christian Friedrich Lisch: Die Spitze im Schilde adeliger Familien. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde 38 (1873), S. 218–221 Volltezt
  8. Siehe auch Carl Friedrich Wehrmann, Carl Julius Milde: Siegel des Mittelalters aus den Archiven der Stadt Lübeck. Heft 5: Holsteinische und Lauenburgische Siegel des Mittelalters aus den Archiven der Stadt Lübeck; 3. Siegel adeliger Geschlechter. Lübeck 1862, S. 87 und die Abbildungen auf Tafel 9, Nr. 135 und 136

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]