Pommerit-Jaudy

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Pommerit-Jaudy
Pommerit-Jaudy (Frankreich)
Pommerit-Jaudy
Gemeinde La Roche-Jaudy
Region Bretagne
Département Côtes-d’Armor
Arrondissement Lannion
Koordinaten 48° 44′ N, 3° 14′ WKoordinaten: 48° 44′ N, 3° 14′ W
Postleitzahl 22450
Ehemaliger INSEE-Code 22247
Eingemeindung 1. Januar 2019
Status Commune déléguée

Pommerit-Jaudy (bretonisch: Peurid-ar-Roc’h) ist eine Ortschaft und eine ehemalige französische Gemeinde mit 1.264 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Côtes-d’Armor in der Region Bretagne. Sie gehörte zum Arrondissement Lannion und zum Kanton Tréguier (bis 2015 Kanton La Roche-Derrien). Die Bewohner bezeichnen sich selbst als Pommeritain(e)s.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2019 wurden die ehemaligen Gemeinden La Roche-Derrien, Hengoat, Pommerit-Jaudy und Pouldouran zur Commune nouvelle La Roche-Jaudy zusammengelegt und haben in der neuen Gemeinde den Status einer Commune déléguée. Der Verwaltungssitz befindet sich im Ort La Roche-Derrien.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pommerit-Jaudy liegt rund 16 Kilometer östlich von Lannion. Zur Commune déléguée gehören nebst dem Dorf Pommerit-Jaudy noch zahlreiche Streusiedlungen und Einzelgehöfte. Die Nachbarorte sind Hengoat, Langoat, La Roche-Derrien, Mantallot, Minihy-Tréguier, Ploëzal, Prat, Runan und Troguéry.

La Roche-Derrien Minihy-Tréguier Hengoat
Troguéry
Mantallot
Langoat
Nachbargemeinden Ploëzal
Prat Runan Runan

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend ist seit langer Zeit besiedelt. In Pont-Rod wurden Fundstücke aus gallo-römischer Zeit ausgegraben. Und in einem Tumulus auf Gemeindegebiet fand man eine alte Vase. Im Mittelalter gab es in Penn-Krecy ein Siechenhaus für Leprakranke. Im 9. und 10. Jahrhundert wurde das heute nicht mehr existierende Schloss Coat-Nevenez errichtet. Die Kirche Pomerit jeudi wird im Zusammenhang mit der Heiligsprechung von Saint-Yves im Jahr 1330 erwähnt. Bereits 1444 war Pommerit-Jaudy eine eigenständige Kirchgemeinde. Flurnamen wie Mouster (nahe der Kapelle Saint-Adrien) und Moustéro stammen von Besitztümern der Templer und Johanniter. Nach der Französischen Revolution war die Gegend ein Hort der aufständischen Royalisten (Chouans genannt).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde zählte bereits vor 1800 mehr als 2000 Einwohner. Bis 1821 wuchs die Anzahl Bewohner nur leicht an. In den darauf folgenden zehn Jahren erfolgte ein Wachstumsschub, der die Einwohnerschaft auf mehr als 2500 Personen anhob. Bis 1881 blieb die Bevölkerungszahl dann stets bei über 2500 Menschen. Der historische Höchststand war im Jahr 1856. Zwischen 1881 und 1946 kam es zu einem markanten Bevölkerungsrückgang (1881–1946: - 50,6 %). Nach einer Stabilisierung bis 1962 erfolgte eine weitere Abwanderungswelle (1962–1975: - 23,1 %). Der Tiefpunkt von 958 Bewohnern im Jahr 1975 bedeutete einen Rückgang gegenüber dem Höchststand von 1856 von satten 64,2 %. Zwischen 1990 und 2008 kam es zu einer starken Wachstumsphase von 28,1 %. Die Bevölkerung zählt jetzt wieder knapp mehr als 1200 Personen.

1793 1800 1806 1821 1831 1836 1841 1846 1851 1856 1861 1866 1872 1876 1881 1886 1891 1896
2.170 2.232 2.308 2.303 2.524 2.552 2.542 2.557 2.583 2.679 2.655 2.652 2.631 2.558 2.523 2.266 2.169 2.085
1901 1906 1911 1921 1926 1931 1936 1946 1954 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2013
2.046 1.945 1.906 1.739 1.675 1.558 1.412 1.246 1.218 1.202 1.036 958 959 972 990 1.227 1.235

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herrenhaus von Coat-Nevenez (aus dem 16. Jahrhundert; 1944 wieder aufgebaut)
  • Herrenhaus von Cosquer aus dem 17. Jahrhundert
  • Herrenhaus von Kersaliou, mit Portalvorbau aus dem 14. Jahrhundert
  • Schloss Le Chef-du-Bois in Pen-ar-Hoat (erbaut 1867)
  • Schloss Kermezen aus dem 13.–17. Jahrhundert; mit Hauskapelle
  • Dorfkirche Saint-Pierre-ès-Liens (erbaut 1913)
  • sieben Kapellen; alle zwischen dem 16. und 18. Jahrhunderts erbaut
  • Beinhaus Saint-Adrien
  • Kalvarienberg Croix-Rouge (auch Croas-Ru; 1545)
  • Kreuze und Wegkreuze in Kermezen (17. Jahrhundert), Saint-Antoine (18. Jahrhundert), Ty-Glas-Bras (18. Jahrhundert), Kericuff (17. Jahrhundert), Quillevez-Braz (17. Jahrhundert) und Quillevez (mit Kalvarienberg)
  • zahlreiche alte Bauernhöfe; Ty-Glas-Bras (1743), Kermenguy (1781), Kervilgos (1716), Kervellec (1773), Lézonan (1706), Kerrouel (1654), Le petit ChefduBois, Coat-Rogan (16. Jahrhundert), Kerré (1771), Lescop (18. Jahrhundert)
  • elf Mühlen in Kermezen, Bourette, Penancoat, Coat-Nevez (auch Coat-Nevenez), Trojody, Poulohou, Paul, Le Rumain und Trézéan
  • Taubenschlag in Kéricuff (Kericuf)
  • Brücke Pont du Launay des Architekten Louis Harel de La Noé
  • Brücke des château de Kermezen, erbaut von Gustave Eiffel
  • Stele in Pabu zum Gedenken von elf im Jahr 1944 getöteten Mitgliedern der Résistance

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes des Côtes-d’Armor. Flohic Editions, Band 2, Paris 1998, ISBN 2-84234-017-5, S. 1155–1159.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erlass der Präfektur über die Bildung der Commune nouvelle La Roche-Jaudy vom 29. Oktober 2018 in RAA Spécial No. 91.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pommerit-Jaudy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien