Prostitution in den Vereinigten Staaten

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Bordell Donna's Ranch in Wells, Nevada, 2007

Die Prostitution in den Vereinigten Staaten ist mit Ausnahme von Nevada durchweg strafbar. Bestraft werden in allen sonstigen Bundesstaaten der USA das Angebot und in einigen die Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen. Die gesetzlichen Vorschriften und deren praktische Ausführung unterscheiden sich von Bundesstaat zu Bundesstaat, bisweilen sogar von Kommune zu Kommune. Teilweise wird Prostitution daher mehr oder weniger geduldet, teilweise streng verfolgt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dumas Hotel, Montana

Der in Washington am 3. März 1875 verabschiedete Page Act verbot, dass Frauen zum Zwecke der Prostitution in die USA einreisen. So war aus den Unterlagen des US-Zensus aus dem Jahre 1870 unter anderem hervorgegangen, dass 61 Prozent der 3.536 kalifornischen Chinesinnen Prostituierte waren. Häufig aber stuften die Beamten der Einreisebehörde aber auch solche Frauen als Prostituierte ein, die tatsächlich keine waren.[1]

Zu den modernen Bekämpfungsmethoden gehören auch Kurse für ertappte Freier, die im Rahmen des „First Offender Prostitution Program“ durchgeführt werden.[2]

Formen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der Verbote sind heute vom Straßenstrich bis zu teuren Callgirls viele Formen vertreten. Letztere werden insbesondere von Agenturen an Kunden vermittelt, unter dem Vorwand, einen reinen Escort-Dienst ohne sexuelle Kontakte zu betreiben. 2014 wurde erstmals eine amtliche Studie zur Ökonomie von Prostitution, Drogen und Waffen veröffentlicht, die Aussagen über Art und Umfang der illegalen Geschäfte in acht Metropolen macht.[3] Die Ergebnisse lassen auf große regionale Unterschiede schließen, so dass sich kein einheitliches Bild der Prostitution in den USA ergibt.

Situation nach Bundesstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In New York City beispielsweise wurde in den 1970er und 1980er Jahren der Straßenstrich weitgehend geduldet. Der Spielfilm Taxi Driver bietet ein durchaus wirklichkeitsnahes Bild der Straßenprostitution in dieser Stadt in den 1970er Jahren. Bürgermeister Rudolph Giuliani brachte den Strich seit 1994 im Rahmen seiner Nulltoleranzstrategie praktisch zum Erliegen. Eine in den USA beliebte Strategie zum Kampf gegen die Prostitution ist das so genannte denouncing („An-den-Pranger-Stellen“). Dabei werden Namen und Fotos sowohl ertappter Prostituierter als auch ertappter Freier von den lokalen Polizeibehörden zur Abschreckung ins Internet gestellt oder in Zeitungen veröffentlicht.

Das Dumas Brothel in Montana (von 1890 bis 1982) war das Bordell mit der längsten Laufzeit in den USA.

Im Bundesstaat Nevada sind in elf von 17 Countys (Churchill County, Elko County, Esmeralda County, Humboldt County, Lander County, Lyon County, Mineral County, Nye County, Pershing County, Storey County, White Pine County) Bordelle gestattet. Die Countys, in denen die großen Städte Las Vegas, Reno und Carson City liegen, gehören allerdings nicht dazu. Besonders bekannt für ihre legalen Etablissements ist die Stadt Pahrump im Nye County, die etwa 80 Kilometer westlich von Las Vegas liegt und von vielen Las Vegas-Touristen besucht wird. In Nevada arbeiten legal insgesamt etwa 300 Prostituierte in etwa 30 lizenzierten Bordellen. Jegliche Prostitution außerhalb dieser Etablissements ist allerdings im gesamten Staat Nevada verboten. Vor und in den Spielcasinos und Hotels in Las Vegas und anderen Städten bieten jedoch zahlreiche Frauen illegal ihre Dienste an.

Im Bundesstaat Kalifornien bildeten sich seitens der Prostituierten Initiativen, darunter die International Sex Worker Foundation for Art, Culture and Education.

In Texas schloss das Bordell Chicken Ranch in den 1970er Jahren.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prostitution in the Early Chinese Community, 1850–1900; Brownstone, S. 57
  2. Berliner Zeitung, 1999 (online)
  3. Urban Institute: The Hustle