Rudy Giuliani

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Rudolph Giuliani, 2016
Rudolph Giuliani am Rednerpult, 2002

Rudolph William Louis „Rudy“ Giuliani III (* 28. Mai 1944 in Brooklyn, New York) ist ein US-amerikanischer Anwalt und Politiker der Republikanischen Partei. Er war vom 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 2001 der 107. Bürgermeister von New York. In seine Amtszeit fielen die Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York.

Giuliani war einer der Bewerber der Republikanischen Partei für die Nachfolge von US-Präsident George W. Bush[1] (siehe Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2008 und Vorwahlergebnisse der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2008).

Am 12. Januar 2017 ernannte der damals designierte 45. Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, Giuliani zu seinem Cyber-Sicherheitsberater.[2] Während der Präsidentschaft Trumps wurde er 2018 für ihn als Rechtsberater tätig.[3]

Familie, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giuliani wurde als Sohn von Harold Angelo Giuliani (1908–1981) und Helen Giuliani (geborene D’Avanzo, 1909–2002) geboren, die beide Kinder italienischer Immigranten waren.[4] Sein Vater wurde wegen Raubes und Körperverletzung verurteilt und saß eine Weile in Sing Sing.[5] Nach seiner Entlassung arbeitete er für seinen Schwager Leo D’Avanzo, der Mitglied der New Yorker Mafia war, als Enforcer (Schläger und Erpresser).[6]

Nach Rudolph Giulianis Abschluss an der Law School der New York University 1968 trat er 1970 in das Büro des United States Attorney (Bundesstaatsanwaltschaft) ein. Mit 29 Jahren war er stellvertretender Staatsanwalt. Der Unterstützung seiner Vorgesetzten war es zu verdanken, dass er nicht im Vietnamkrieg dienen musste.[7][8] Giuliani wurde 1975 in das US-Justizministerium geholt. Von 1977 an arbeitete er in einem New Yorker Anwaltsbüro.

Justizkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vier Jahre später war er Associate Attorney General und hatte damit die dritthöchste Funktion im Justizministerium inne. 1982 reisten 2000 Haitianer in die USA und verlangten politisches Asyl, da in ihrer Heimat der Diktator Jean-Claude Duvalier („Baby Doc“) herrschte. Giuliani vertrat in dem Verfahren um die Asylbewerber die These, es gebe in Haiti keine oder nur vernachlässigbare politische Repression. 1983 wurde Giuliani zum Bundesstaatsanwalt für den südlichen Distrikt von New York (United States Attorney for the Southern District of New York) ernannt.[9] In die Amtszeit Giulianis als Associate Attorney General fiel der Überfall auf das Geldlager der Sentry Armored Car-Courier Co. in der Nacht des 12. Dezember 1982, der damals zum größten Bargeld-Raubüberfall – es sollten mehr als 11 Millionen US-Dollar entwendet worden sein – erklärt wurde.[10] Im Film Empire State – Die Straßen von New York wird kurz nach dem Überfall ein Charakter als ermittelnder Staatsanwalt Giuliani[11] vorgestellt. (ca. 64. bis 65. Minute des Spielfilms). 1983 veröffentlichte der Mobster Joseph Bonanno, ehemaliger Boss der Bonanno-Familie, seine Autobiografie A Man of Honor,[12] in dem erstmals die Existenz der Commission, das Exekutiv-Komitee des National Crime Syndicate, und der Fünf Familien der Cosa Nostra in New York City zugegeben wurden. Giuliani nahm das Buch zum Anlass, Anklage gegen dort erwähnte Mitglieder zu erheben.[13] 1985 begann der Mafia Commission Trial mit Giuliani als Chefankläger.[14] Angeklagt waren die Köpfe der Fünf Familien und ihre wichtigsten Gefolgsleute. Der Prozess endete mit der Verurteilung der Bosse zu hohen Strafen und war aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein großer Erfolg. Im Jahr 1986 begann in den USA ein Prozess gegen insgesamt 22 Angeklagte (sog. „Monsterprozess“), die zu diesem Drogenring gehören sollten. Durch die Berichterstattung darüber wurde der Name „Pizza Connection“ allgemein bekannt. Der ehemalige Mafiaboss Gaetano Badalamenti wurde zu 45 Jahren Gefängnis verurteilt.

It is a tremendous victory in the effort to crush the Mafia.

„Es ist ein immenser Erfolg in unserem Vorhaben, die Mafia zu zerschlagen.“

Rudolph W. Giuliani, damaliger Staatsanwalt[15]

Als Bundesstaatsanwalt gewann Giuliani erste nationale Bedeutung in den USA. In diesem Amt wurde er Anklagevertreter in mehreren bedeutsamen Prozessen, einschließlich der Anklagen wegen Insidergeschäften gegen die führenden Wall-Street-Größen Ivan Boesky und Michael Milken. Giuliani wurde unter anderem kritisiert, weil er gerne öffentlichkeitswirksame Verhaftungen arrangierte, die zuweilen später statt in einer Gerichtsverhandlung in Freilassungen aus Mangel an Beweisen endeten.

Giuliani begann sein politisches Wirken zunächst als Demokrat und ließ sich später als Unabhängiger registrieren. Seit 1976 gehört er den Republikanern an.

Bürgermeister von New York[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giuliani mit Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Ground Zero, 14. November 2001

Im Wettbewerb um die Nachfolge des scheidenden Stadtoberhaupts Ed Koch unterlag Giuliani 1989 als Kandidat der Republikanischen Partei und der Liberalen Partei von New York dem Demokraten David Dinkins, der als erster Afroamerikaner New Yorker Bürgermeister wurde.

Vier Jahre später kandidierte Giuliani erfolgreich gegen Amtsinhaber Dinkins in einer Wahl, die die Stadt nach ihren ethnischen Gruppierungen teilte. 1997 wurde Giuliani von den Wählern mit großer Mehrheit im Amt bestätigt.

Erste Amtsperiode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner ersten Wahlperiode (1994–1998) ging Giuliani das Problem der Kriminalität durch eine strikte Law-and-Order-Politik an. Er führte eine offensive und erfolgreiche Polizeiüberwachung ein, die zu einer Abnahme der Fallzahlen in fast allen Verbrechenskategorien führte. Giuliani setzte in New York die sogenannte Nulltoleranzstrategie um.

Durch die wirkungsvolle Politik wandelte sich das Bild New Yorks in den Augen der Touristen und der Bürger. Der Eindruck einer verbrechensgeplagten Metropole, wie er in den Jahren vor seiner Amtszeit existierte, wich dem einer sicheren Großstadt. Es gab weniger Graffiti auf den U-Bahnen und einen Wirtschaftsaufschwung. Dieser wurde unter anderem der Tatsache zugeschrieben, dass sich die Leute auch nachts im Freien wieder sicher fühlten.

Kritiker führten den Rückgang der Kriminalitätsrate allerdings auf andere Faktoren als die Nulltoleranzstrategie Giulianis zurück. In den 1980ern sei die Kriminalität vor allem durch eine Crack-Epidemie und den damit verbundenen Drogenhandel in die Höhe geschnellt, in den 1990ern aber bundesweit zurückgegangen, auch in Städten, die andere Strategien verfolgten.[16] Ende der 1990er Jahre nannten 81 % der schwarzen Bevölkerung von New York City Polizeibrutalität ein „sehr ernstes Problem“. 62 % billigten jedoch Giulianis Politik gegen das Verbrechen, darunter 78 % der weißen, 37 % der schwarzen und 61 % der hispanischen Teilnehmer einer Befragung.[17]

Zweite Amtsperiode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Terroranschläge gegen Ende seiner zweiten Amtszeit (1998–2001) forderten von Giuliani, Führungseigenschaften in einer nationalen Katastrophe zu zeigen. Nach dem Einsturz der beiden Türme des World Trade Center (WTC) und des World Trade Center 7 am 11. September 2001 steuerte er die Maßnahmen der Stadtverwaltung und spendete den Hinterbliebenen der Opfer Trost, besonders auch jenen der umgekommenen New Yorker Feuerwehrleute. Seine Rolle während dieser Krise ist umstritten.

Giuliani wurde von einigen für sein Engagement bei den Bemühungen um Rettung und Wiederaufbau gelobt. Andere jedoch, darunter Feuerwehrleute, Polizisten, Retter und Familien der WTC-Opfer, argumentieren, dass Giuliani die Rolle übertrieben habe, die er nach den Terroranschlägen spielte, um selbst gut dazustehen. Giuliani verdiente in einem Jahr 11,4 Millionen Dollar an Rednerhonoraren. Außerdem wurden Giuliani von einigen Hinterbliebenen schwere Versäumnisse beim Krisenmanagement vorgeworfen, darunter auch die angeblich mangelnde Zusammenarbeit zwischen Polizei und Feuerwehr am 11. September 2001. Auch habe die Weitergabe von Informationen zwischen der Notrufzentrale und den Einsatzkräften vor Ort nicht funktioniert. Wegen Mängeln im Notrufsystem seien den Menschen im World Trade Center wesentliche Informationen nicht zugänglich gewesen, die möglicherweise ihr Leben hätten retten können: Die Notrufzentrale habe nicht rechtzeitig von der Entscheidung der Feuerwehr erfahren, die brennenden Zwillingstürme zu evakuieren. Deshalb hätten Betroffene im World Trade Center bei Notrufen die Weisung bekommen, das Gebäude nicht zu verlassen, seien nicht rechtzeitig gerettet worden und deshalb zu Tode gekommen. Giuliani wies diese Vorwürfe zurück.[18]

In beiden Amtsperioden wurde über Giulianis Maßnahmen kontrovers diskutiert. In diesen acht Jahren verringerte sich die Kriminalitätsrate in der Stadt um etwa 57 %; er senkte die lokalen Steuern um rund 2,3 Milliarden Dollar und bemühte sich um die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtskonservative, evangelikale Gegner kritisieren seine liberalen Positionen zu den Themen Abtreibung, gleichgeschlechtliche Ehe und Schusswaffenkontrolle. Dies erschwerte insbesondere seine Präsidentschaftskandidatur.[19]

Linke kritisierten die gestiegene Polizeipräsenz und deren striktes und oftmals als ungerechtfertigt empfundenes Durchgreifen sowie verstärkte Überwachung nach den Ereignissen des 11. September 2001. Bekannte Fälle unangemessenen polizeilichen Vorgehens waren unter anderem der des unbewaffneten Amadou Diallo, der von New Yorker Polizisten erschossen wurde, und die brutale Gewaltanwendung innerhalb des Polizeigewahrsams gegenüber Abner Louima.[20]

Joe Biden kritisierte Giulianis Tendenz, aus seiner Rolle während der Terroranschläge 2001 politisches Kapital schlagen zu wollen: „Er erwähnt nur drei Dinge in einem Satz: Ein Nomen, ein Verb und die Terroranschläge 2001.“[21]

Weitere Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem gesetzlichen Ausscheiden aus dem Amt – bis 2008[22] waren nur zwei Wahlperioden gestattet – gründete der Jurist ein Beratungsunternehmen für Notfall- und Krisenmanagement. 2002 erschien ein von Giuliani verfasstes Buch mit dem Titel „Leadership“. Außerdem arbeitete er für Purdue Pharma.[23]

Im Jahr 2000 bewarb er sich gegen Hillary Clinton um den Sitz des Bundesstaats New York im US-Senat. Er zog seine Bewerbung jedoch während des Wahlkampfes zurück. Zuvor war seine außereheliche Beziehung zu Judith Nathan bekanntgeworden. Giuliani ließ sich später von Donna Hanover scheiden und heiratete Nathan im Mai 2003. Er hat mit ihr einen Sohn und eine Tochter.

2006 wurde er in die Baker-Kommission berufen. Er erklärte am 24. Mai 2006 aus zeitlichen Gründen seinen Rückzug; Edwin Meese wurde sein Nachfolger.[24]

Präsidentschaftskandidatur 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. November 2006 bekannte Rudolph Giuliani Interesse an einer Kandidatur für die US-Präsidentschaft. Der Republikaner beantragte die Gründung eines Förderausschusses, mit dem er Spenden für einen Wahlkampf sammeln konnte. Giuliani hatte im Januar 2008 bei keiner Primary Erfolg und zog am 30. Januar 2008 seine Kandidatur zurück.

Einer der wichtigsten politischen Berater Rudy Giulianis während seines Vorwahlkampfes 2007 war der einflussreiche neokonservative Vordenker und Herausgeber des Magazins „Commentary“, Norman Podhoretz, der seit Jahren unter anderem vehement für ein militärisches Vorgehen gegen den Iran wegen dessen Atomprogramms plädiert[25]: „Stimmt Rudy mit mir überein?“, fragte Podhoretz rhetorisch in einem Interview mit dem Londoner „Daily Telegraph“ Ende Oktober 2007. „Ich weiß es nicht und will es nicht wissen. Aber Rudys Auffassung des Kriegs ist meiner sehr ähnlich“, wird er zitiert.[26]

Präsidentschaftswahlkampf Donald Trumps 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz zahlreicher Kontroversen um den polarisierenden Wahlkampf des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen 2016 gehörte Giuliani im Sommer 2016 zu den resolutesten und unbeirrbaren Verfechtern der Kampagne.[27] Bei einer Wahlkampfveranstaltung sagte er über die Regierung Obama:

Under those eight years, before Obama came along, we didn't have any successful radical Islamic terrorist attack in the United States. They all started when Clinton and Obama got into office.

„In diesen acht Jahren, bevor Obama kam, fanden keine erfolgreichen radikal-islamischen Terroranschläge in den Vereinigten Staaten statt. Sie begannen, als Clinton und Obama ins Amt kamen.“

Rudolph W. Giuliani[28]

Alard von Kittlitz kommentierte in der Zeit: „Jeder kann dessen Lüge mühelos durchschauen. Selbst die Leute, die ihm applaudieren, wissen im Zweifelsfalle, dass das gerade eine Lüge war. Aber es ist ihnen gleichgültig.“ Die Fakten seien offenbar für Giuliani und dessen Publikum ohne Relevanz. Für sein Publikum sei es aber offenbar „gefühlt wahr, dass seit Obama alles schlimmer geworden ist, auch der Terror.“ Giulianis Aussage sei ein Beispiel für einen postfaktischen Politikstil.[29]

Giuliani warf Hillary Clinton im Wahlkampf vor, nach den Anschlägen am 11. September 2001 nicht in New York gewesen zu sein. Er sei da gewesen und habe sie dort nicht gesehen. Später gab er zu, dies sei ein Fehler gewesen, und entschuldigte sich. Clinton hatte sich am Tag der Anschläge in Washington, D.C. aufgehalten und war tags darauf nach New York geflogen. Die Medien zeigten ein Foto, auf dem Giuliani und Clinton am 12. September gemeinsam den Ort des Anschlags besucht hatten. [30][31]

Im Wahlkampf 2020 verbreitete Guiliani maßgeblich die Theorie, Biden haben seine Position als Vizepräsident missbraucht, um Ermittlungen gegen Biden Sohn Hunter Biden zu unterbinden.[32]

Siehe: Ukraine-Affäre

Präsidentschaftswahl 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 behauptete Giuliani ohne stichhaltige Beweise, die Wahl sei gefälscht und die Demokraten hätten dies mithilfe von Kommunisten aus Venezuela getan.[23][33]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitung russischer Desinformation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf seiner Ukraine-Reise im Dezember 2019 warnten US-Geheimdienste das Weiße Haus, dass Giuliani mit russischen Geheimdienstkreisen in Kontakt gekommen war.[34] Das US-Finanzministerium identifizierte den Ukrainer Andrii Derkach, den Giuliani getroffen hatte, als russischen Agenten. In der Endphase des Präsidentschafts-Wahlkampfes 2020 tauchte Giuliani in einer vermeintlichen Enthüllungsgeschichte auf, die Joe Biden schaden sollte.

Antisemitische Äußerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2019 attackierte Giuliani den jüdischen Milliardär George Soros in einem Interview mit dem New York Magazine scharf. Soros sei „kaum ein Jude“ und außerdem ein „schrecklicher Mensch“. Giuliani, der dem christlichen Glauben angehört, selber sei „mehr ein Jude als Soros.“ Darüber hinaus warf Giuliani Soros vor „ein Feind Israels“ zu sein und die ehemalige US-amerikanische Botschafterin in der Ukraine Marie L. Yovanovitch „kontrolliert“ zu haben. Soros hätte „alle vier Botschafter dorthin geschickt“ und würde „FBI-Agenten beschäftigen.“[35][36] Giulianis Auslassungen wurden weithin als antisemitisch eingestuft: Jonathan Greenblatt, Vorsitzender der Anti-Defamation League, bezeichnete Giulianis Aussagen als „verwirrend und beleidigend“. „Soros’ Philanthropie wird seit Jahrzehnten als Futter für massive antisemitische Verschwörungstheorien benutzt; dabei wird immer wieder behauptet, es existiere eine jüdische Kontrolle über und Manipulation von Ländern und globalen Ereignissen.“ Guiliani solle sich entschuldigen, wenn er keine Antisemiten und White Supremacists ansprechen wolle.[37]

Auftreten in der Borat-Fortsetzung 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giuliani ist im Film Borat Anschluss Moviefilm zu sehen, der am 23. Oktober 2020 in Deutschland veröffentlicht wurde. In der Szene kurz vor Ende des Films ist zu erkennen, wie er in einem Schlafzimmer in einem New Yorker Hotel auf dem Bett sitzt. Die vermeintlich minderjährige Reporterin, die ihn kurz zuvor interviewt hatte, half ihm, sein Mikrofon zu entfernen und zog dabei sein Hemd aus der Hose. Er fragte die junge Frau nach ihrer Telefonnummer und Adresse. Im nächsten Moment sieht man Giuliani, wie er seine Hand in seine Hose schiebt. Daraufhin unterbricht Borat, gespielt von Sacha Baron Cohen, die Szene mit den Worten „Sie ist 15. Sie ist zu alt für Sie.“ Die beiden Schauspieler stürmen anschließend aus dem Hotel.[38]

In der Popkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das New Yorker Satiremagazin Spy thematisierte Giulianis Frisur in seiner Reihe The Illustrated History of Hair (Die illustrierte Geschichte der Haare) ab 1988. In einem Artikel wird die Entwicklung des Comb-Overs, also der überkämmten Glatze, des damaligen New Yorker Bürgermeister-Kandidaten anhand mehrerer Bilder verfolgt: „the unruly comb-over“ („der unbändige Comb-Over“, 1983), „the glued-down comb-over“ („der abgeklebte Comb-Over“, 1985) und „the oddly dimensional comb-over“ („der seltsam dimensionierte Comb-Over“, 1987).[39] In der August-Ausgabe 1989 wurde der Manhattaner Friseur Tom Oliva interviewt, der sowohl Giuliani als auch den Amtsinhaber Ed Koch frisierte. Oliva bezeichnete Giulianis Frisur als „traditional, early comb-over“ („traditioneller Comb-Over im Frühstadium“).[40] 2002 kommentierte die Washington Post die Änderung von Giulianis Frisur mit dem Satz „The world’s most famous comb-over has vanished.“ („Der bekannteste Comb-Over der Welt ist verschwunden.“).[41] Zahlreiche Medien kommentierten einen Auftritt nach den Präsidentschaftswahlen 2020, bei dem Giuliani eine dunkle Flüssigkeit über das Gesicht rann, und spekulierten darüber, ob es sich um Haarfärbemittel handelte.[42][43]

Im Film Die Wutprobe mit Adam Sandler und Jack Nicholson spielte er 2003 sich selbst als Fan der Baseball-Mannschaft New York Yankees. Zudem spielte er in dem Film Schlaflos in New York auch sich selbst in einer kleinen Nebenrolle. In einer Folge der Serie Seinfeld spielte er sich selbst.[44]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verantwortung in schwierigen Zeiten. Meine Prinzipien erfolgreicher Führung („Leadership“). Goldmann, München 2004, 415 S.; ISBN 3-442-15261-5.[49]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wayne Barrett: Grand Illusion. The Untold Story of Rudy Giuliani and 9/11. Harper Paperbacks, New York 2007, 416 S.; ISBN 978-0-06-053660-2.
  • Wayne Barrett: Rudy! An Investigative Biography of Rudy Giuliani. Basic Books, New York 2001, 512 S.; ISBN 0-465-00524-1.
  • Andrew Kirtzman: Rudy Giuliani. Emperor of the City; The Story of „America's Mayor“. Harper Paperbacks, New York 2001, 384 S.; ISBN 0-06-009389-7.
  • Edward I. Koch: Giuliani. Nasty Man. Barricade Books, New York 2007, 176 S.; ISBN 1-56980-337-4 (Nachdr. d. Ausg. 1999).
  • Fred Siegel: The Prince of the City. Giuliani, New York and the Genius of American Life. Encounter Books. San Francisco 2006, 374 S.; ISBN 1-59403-149-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rudy Giuliani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Rudy Giuliani – Zitate (englisch)
Wikisource: Rudy Giuliani – Quellen und Volltexte (englisch)

Kommentare

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elisabeth Bumiller: “Field Narrows as Giuliani and Edwards End Campaigns” in: The New York Times, 30. Januar 2008
  2. Trump macht Ex-Bürgermeister zum Cyber-Sicherheitsberater. In: Die Zeit. 12. Januar 2017, abgerufen am 13. Januar 2017.
  3. Trump soll Zahlung an Pornodarstellerin erstattet haben. In: Spiegel Online. 3. Mai 2018, abgerufen am 3. Mai 2018.
  4. wargs.com, Ancestry of Rudy Giuliani
  5. Wally Bock: Rudy Giuliani: The Long View of Leadership. Wally Bock's Monday Memo. Archiviert vom Original am 7. Mai 2002. Abgerufen am 26. Oktober 2007.
  6. Wayne Barrett: https://web.archive.org/web/20160124042628/http://www.mindfully.org/Reform/Harold-Giuliani-Thug5jul00.htm Thug Life: The Shocking Secret History of Harold Giuliani, the Mayor's Ex-Convict Dad]. In: The Village Voice, 4. Juli 2000. Archiviert vom Original am 24. Januar 2016. 
  7. Rudolf W. Giuliani Vulnerability Study. The Smoking Gun. 8. April 1993. Archiviert vom Original am 14. Februar 2007. Abgerufen am 12. Februar 2007.
  8. The Sunshine Patriots. In: The Village Voice, 24. August 2004. 
  9. A Biography of Mayor Rudolph W. Giuliani, abgerufen am 18. November 2006
  10. Faksimile des „Wilmington Morning Star“ vom 3. Februar 1983 mit der AP-Meldung über den Überfall auf die Firma Sentry Armored Car-Courier Co.
  11. Full casts Dan Triandiflou als Rudy Giuliani IMDb, online, (englisch)
  12. Bonanno, Joseph/Lalli Bonanno, Sergeo: A Man of Honor: the Autobiography of Joseph Bonanno. Simon & Schuster 1983, 416 S.; ISBN 0-671-46747-6
  13. Lindlau, Dagobert: „Der Mob: Recherchen zum organisierten Verbrechen.“ dtv sachbuch 1987, 343 S.; ISBN 3-423-30070-1
  14. The Passionate Prosecutor Richard Stengel in Time vom 24. Juni 2001, abgerufen am 15. November 2006
  15. The Washington Post: “18 Guilty in ‘Pizza Connection Trial’; Case Called Major Victory in U.S. Assault on Organized Crime”, 3. März 1987
  16. Bernard E. Harcourt, Jens Ludwig: “Broken Windows: New Evidence from New York City and a Five-City Social Experiment” (Memento vom 28. Februar 2013 im Internet Archive) in: University of Chicago Law Review 2006, Vol. 73, S. 271 – 320
  17. Quinnipiac University Polling Institute: “New York Is Safer, But Police Brutality Is A Problem” (Memento vom 6. Juni 2009 im Internet Archive) 17. Juni 1999, New York City
  18. Artikel (20. Mai 2004) auf spiegel.de.
  19. Christian Wilp: „‚Rennen offen wie nie‘: Kandidatensuche in den USA“ in: n-tv.de, 6. März 2007
  20. NBC Report: “Giuliani Criticized for Amadou Diallo Shooting” (PDF) 4. Januar 1999
  21. Tribune news services: Giuliani says there were no 'radical Islamic' attacks in U.S. before Obama. Abgerufen am 20. November 2020.
  22. Triumph für Bloomberg: New York macht Weg für dritte Amtszeit frei" in: Der Spiegel.de, 31. Oktober 2008
  23. a b René Pfister: Rudy Giuliani: Wie sich Donald Trumps Anwalt zur Witzfigur macht. In: DER SPIEGEL. Abgerufen am 20. November 2020.
  24. News Release: Edwin Meese Replaces Rudolph Giuliani on Iraq Study Group, United States Institute of Peace, 31. Mai 2006. (Memento vom 9. Mai 2009 im Internet Archive)
  25. Maureen Dowd: “W.M.D. in Iran? Q.E.D.. In: The New York Times, 28. Oktober 2007
  26. Toby Harden: “We must bomb Iran, says US Republican guru.” In: telegraph.co.uk (The Daily Telegraph), 27. Oktober 2007.
  27. CNN-Interview, 11. August 2016
  28. Giuliani says there were no 'radical Islamic' attacks in U.S. before Obama. Chicago Tribune, 15. August 2015.
  29. Die Erde ist eine Scheibe, von Alard von Kittlitz, Die Zeit, 28. September 2016
  30. Leigh Ann Caldwell: Giuliani Apologizes for 'Mistake' About Clinton and 9/11, NBC News, 13. Oktober 2016.
  31. Jose A. DelReal: Giuliani incorrectly suggests Clinton lied about visiting Ground Zero after 9/11, Washington Post, 12. Oktober 2016.
  32. Roland Nelles: Aufregung um Joe und Hunter Biden: Echter Skandal oder viel heiße Luft? In: DER SPIEGEL. Abgerufen am 20. November 2020.
  33. Trump-Anwalt Giuliani taucht immer tiefer in Verschwörungstheorien ab - derStandard.at. Abgerufen am 20. November 2020 (österreichisches Deutsch).
  34. https://www.washingtonpost.com/national-security/giuliani-biden-ukraine-russian-disinformation/2020/10/15/43158900-0ef5-11eb-b1e8-16b59b92b36d_story.html
  35. Olivia Nuzzi: A Conversation With Rudy Giuliani Over Bloody Marys at the Mark Hotel. 23. Dezember 2019, abgerufen am 26. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  36. T. O. I. staff: Giuliani says he is ‘more of a Jew’ than George Soros. Abgerufen am 26. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  37. Justin Baragona: ADL Slams Rudy Giuliani for Claiming George Soros Is ‘Hardly a Jew’. 23. Dezember 2019 (thedailybeast.com [abgerufen am 26. Dezember 2019]).
  38. ZDF heute: "Borat": Giuliani in kompromittierender Szene. Abgerufen am 25. Oktober 2020 (deutsch).
  39. Philip Weiss: „The Toughest Weenie in America“, in: Spy, November 1988, S. 105–116; S. 107. Digitalisat.
  40. Eddie Stern: „The Illustrated History of Hair, Part VI: A Visit With Tom Oliva, Barber to the Mayoral Conternders“, Spy, August 1989, S. 41. Digitalisat.
  41. Robin GivhancloseRobin GivhanFashion criticEmailEmailBioBioFollowFollowFashion critic: Perspective | The time Rudy Giuliani boldly got rid of his comb-over, like a real man. Abgerufen am 4. Juli 2020 (englisch).
  42. Jonah Engel Bromwich: Whatever It Is, It’s Probably Not Hair Dye. In: The New York Times. 19. November 2020, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 26. November 2020]).
  43. Sonia Haria: The great undoing of Donald Trump and Rudy Giuliani. In: The Telegraph. 20. November 2020, ISSN 0307-1235 (telegraph.co.uk [abgerufen am 26. November 2020]).
  44. Episode 7 der 5. Staffel.
  45. Nancy Gibbs: Person of the Year 2001: Rudy Giuliani. In: Time magazine vom 31. Dezember 2001 (englisch), abgerufen am 10. Oktober 2016 (Artikelanfang abrufbar).
  46. Giuliani, Knef und Feldbusch mit Bambis geehrt. In: welt.de vom 16. November 2001, abgerufen am 10. Oktober 2016.
  47. Deutscher Medienpreis 2001 an Rudolph Giuliani (Memento vom 5. Juli 2016 im Internet Archive). deutscher-medienpreis.de vom 16. Februar 2002, abgerufen am 10. Oktober 2016.
  48. Giuliani receives honory knighthood. In: BBC News vom 13. Februar 2002 (englisch), abgerufen am 10. Oktober 2016.
  49. Original: R. Giuliani, Ken Kurson (2002): Leadership. Miramax Books, ISBN 0-7868-6841-4.
VorgängerAmtNachfolger
David DinkinsBürgermeister von New York City
1994–2001
Michael Bloomberg