Puławy

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Puławy
Wappen von Puławy
Puławy (Polen)
Puławy
Puławy
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lublin
Landkreis: Puławy
Fläche: 50,49 km²
Geographische Lage: 51° 25′ N, 21° 58′ O51.41638888888921.969166666667Koordinaten: 51° 24′ 59″ N, 21° 58′ 9″ O
Einwohner: 48.920
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 24-100 bis 24-112
Telefonvorwahl: (+48) 81
Kfz-Kennzeichen: LPU
Wirtschaft und Verkehr
Straße: RadomLublin
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde & Landgemeinde
Einwohner: 48.920
(30. Jun. 2014)[1]
Gemeindenummer (GUS): 0614011
Verwaltung (Stand: 2007)
Stadtpräsident: Janusz Grobel
Adresse: ul. Lubelska 5
24-100 Puławy
Webpräsenz: www.um.pulawy.pl



Puławy ist eine Mittelstadt in Polen an der Weichsel in der Wojewodschaft Lublin.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung einer Siedlung an der Stelle des heutigen Puławy stammt aus dem Jahr 1626. 1671 begann die Errichtung eines Palasts mit umgebenden Park für die Adelsfamilie Lubomirski. Später lebte hier die Familie Sieniawski. 1782 wurde die Siedlung Eigentum von Adam Kazimierz Czartoryski und stieg bald zu einem wichtigen Teil des politischen und kulturellen Lebens in Polen auf. 1795 bei der Dritten Teilung Polens fiel der Ort an Preußen.

1801 wurde auf Initiative der Fürstin Izabella Czartoryska das erste Museum Polens (im damaligen Preußen) eröffnet. Es enthielt königliche Juwelen sowie Kriegs- und Krontrophäen, aber auch Gemälde, Kunst- und Militärhandwerk sowie Erinnerungsstücke berühmter Persönlichkeiten. Militaria, Regalien und Dokumente wurden im sogenannten Sibyllentempel untergebracht und Gemälde, Kunsthandwerk sowie Raritäten fanden im Gotischen Haus ihren Platz. Nach der Niederschlagung des Novemberaufstandes 1830 wurden die von der Konfiszierung bedrohten Sammlungen nach Paris geschafft und im 1842 erworbenen Hôtel Lambert untergebracht. 1876 brachte Fürst Władysław Czartoryski (1828–1892) die Sammlung nach Krakau. Große Teile der Sammlung sind heute im Czartoryski-Museum (Muzeum Czartoryskich) in Krakau, dem ältesten Museum Polens, ausgestellt.

1807 wurde der Ort Teil des Herzogtums Warschau und 1815 Teil Kongresspolens. Nach dem Novemberaufstand kam Puławy 1831 unter russische Herrschaft und hieß von einem Besuch der Zarin Alexandra Fjodorowna 1846 bis 1918 Nowa Aleksandria (Neu-Alexandria).[2] 1862 wurde ein Land- und Forstwirtschaftliches Institut gegründet. 1867 wurde der Ort Sitz eines Powiat und erhielt 1906 das Stadtrecht. Nach dem Ersten Weltkrieg war der Ort wieder in den Grenzen Polens.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde von den Nationalsozialisten ein Ghetto für die Juden errichtet. Die knapp 4.000 Bewohner des Ghettos wurden später in das Vernichtungslager Sobibor deportiert.

Mitte der 1960er Jahre wurde eine große Stickstoffdüngerfabrik im Ort errichtet, die heutige Zakłady Azotowe Puławy. Damit wuchs die Bedeutung und die Einwohnerzahl des Ortes stark an.

Im Jahr 2000 wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge der Deutsche Soldatenfriedhof Puławy eingeweiht, auf den bis Dezember 2011 22.000 im Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten umgebettet wurden.

Anfang des 21. Jahrhunderts wurde im veterinärmedizinischen Untersuchungszentrum das einzige Speziallabor Polens zur Analyse und Erforschung biologischer Kampfstoffe eröffnet.

Gemeinde[Bearbeiten]

Stadtgemeinde[Bearbeiten]

Die Stadt Puławy bildet eine eigenständige Stadtgemeinde (gmina miejska).

Landgemeinde[Bearbeiten]

Die Landgemeinde (gmina wiejska) Puławy hat eine Fläche von 160,81 km². Zu ihr gehören folgende 29 Ortschaften mit einem Schulzenamt:

Anielin
Borowa
Bronowice
Dobrosławów
Gołąb I
Gołąb II
Góra Puławska
Góra Puławska-Osiedle
Janów-Sosnów
Jaroszyn
Kajetanów
Klikawa
Kochanów
Kolonia Góra Puławska
Kowala
Leokadiów
Łęka
Matygi
Niebrzegów
Nieciecz
Opatkowice
Pachnowola
Piskorów
Polesie
Skoki
Smogorzów
Tomaszów
Wólka Gołębska
Zarzecze

Weitere Orte der Landgemeinde sind Borowina und Sadłowice.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schloss der Fürsten Czartoryski (Anfang 18. Jahrhundert errichtet, später mehrfach umgebaut), im Garten unter anderem der Gotische Pavillon (1809) und der Tempel der Sybille (Anfang 19. Jahrhundert)
  • Kirche Maria Himmelfahrt


Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Puławy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 17. Dezember 2014.
  2. Galina Kopytova: Jascha Heifetz: Early Years in Russia. Übersetzung von Dario und Alexandra Sarlo. Indiana University Press, Bloomington IN 2014, ISBN 978-0-253-01076-6, S. 1 f.