Quercus stellata

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Quercus stellata
Die Houston Campsite Oak im Grapevine Springs Preserve, Coppell (Texas)

Die Houston Campsite Oak im Grapevine Springs Preserve, Coppell (Texas)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eurosiden I
Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Buchengewächse (Fagaceae)
Gattung: Eichen (Quercus)
Art: Quercus stellata
Wissenschaftlicher Name
Quercus stellata
Wangenh.
Naturliches Verbreitungsgebiet von Quercus stellata

Quercus stellata (englisch post oak, iron oak) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Buchengewächse. Die nordamerikanische Art gehört zu den Weiß-Eichen (Sektion Quercus). Der langsam wachsende Baum kommt auf trockenen, nährstoffarmen Böden vor und ist widerstandsfähig gegen Fäule, Feuer und Trockenheit. Zwischen den zahlreichen Weiß-Eichen-Arten kann es zu Kreuzungen kommen, so dass Hybride aus vielen verschiedenen Arten entstehen können.

Q. stellata ist in den östlichen und zentralen Vereinigten Staaten beheimatet; sie kommt in allen Bundesstaaten an der Küste von Massachusetts im Nordosten bis nach Texas im Südwesten vor und ist im Inland bis nach Nebraska anzutreffen.[1] Sie kann an den gerundeten kreuzartig geformten Blattspreiten und der haarigen Unterseite der Blätter erkannt werden. Von der IUCN wird die Art als „nicht bedroht“ („least concern“) eingestuft.[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration von 1812[3]

Quercus stellata ist ein relativ kleiner Baum, normalerweise 10 … 15 m hoch, mit einem Stammdurchmesser von 30 … 60 Zentimetern; einzelne Exemplare können auch 30 m hoch sein und erreichen einen Stammdurchmesser von 140 Zentimetern. Die Blätter haben eine markante Form: drei senkrecht zueinander angeordnete Lappen, die einem Malteserkreuz sehr ähnlich sehen. Sie sind ledrig und unterseits dicht mit kurzen Haaren bedeckt. Das Verzweigungsmuster gibt den Bäumen oft ein zerzaustes Aussehen. Die Eicheln sind 1,5 … 2 Zentimeter lang und reifen im ersten Sommer.[4]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Art-Epitheton stellata bedeutet „Stern“;[5] es wurde verwendet, weil die Trichome am Blattgrund sternförmig sind[4]. Mehrere Varietäten von Q. stellata wurden durch den amerikanischen Botaniker Charles Sprague Sargent beschrieben. Die laut United States Forest Service häufigste Varietät ist Q. stellata var. paludosa Sarg (englisch delta post oak).[6]:738–743

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Plant List, ein Gemeinschaftsprojekt der Royal Botanic Gardens (Kew) und des Missouri Botanical Garden, führt die folgenden Synonyme auf:[7]

  • Quercus alba var. minor Marshall
  • Quercus floridana Shuttlew. ex A.DC.
  • Quercus fusca Raf.
  • Quercus gonoloba Raf.
  • Quercus heteroloba Raf.
  • Quercus lobulata Sol. ex Sm.
  • Quercus minor (Marshall) Sarg.
  • Quercus obtusiloba Michx.
  • Quercus villosa Walter

Varietäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Varietäten sind bekannt:[8]

  • var. margarettiae (Ashe) Sarg.
  • var. paludosa Sarg.
  • var. boyntonii (Beadle) Sarg.
  • var. anomala Sarg.
  • var. attenuata Sarg.
  • var. araniosa Sarg.
  • var. palmeri Sarg.
  • var. parviloba Sarg.
  • var. rufescens Sarg.

Hybride[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Flora of North America North of Mexico sind die in der Tabelle zusammengefassten Hybride aufgeführt.[4]

!Hybrid Name Q. stellata x <sp.>
Q. × stelloides E. J. Palmer Q . prinoides
Q. × mahloni E. J. Palmer Q . sinuata var. breviloba
Q. × pseudomargaretta Trelease Q . margaretta
Q. × sterretti Trelease Q . lyrata
Q. × macnabiana Sudworth Q . sinuata
Q. × guadalupensis Sargent Q . sinuata
Q . × fernowi Trelease Q . alba
Q. × bernardensis W. Wolf Q . montana

Ähnlichkeit mit Quercus alba[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl Quercus stellata als auch Q. alba, die Amerikanische Weiß-Eiche, sind der Sektion Quercus zugeordnet, die Arten als Weiß-Eichen zusammenfasst.[9] Innerhalb dieser Sektion wird Q. stellata als Schwestertaxon von Q. alba angesehen.[10] Q. stellata wird als „Weiß-Eiche“ (englisch white oak) vermarktet. Ein Unterschied zwischen den beiden Arten besteht in der behaarten Unterseite der Blätter von Q. stellata, wogegen die Unterseite bei Q. alba beim Austrieb kahl ist.[11]:96–97

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Q. stellata kommt in den Vereinigten Staaten von Massachusetts im Nordosten bis nach Texas im Südwesten vor; im Südosten reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Florida, im Nordwesten bis Iowa. Die Art wächst typischerweise am Waldrand auf trockenen, sandigen, nährstoffarmen Böden.[11]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund ihrer dicken Rinde kann Q. stellata Waldbrände überleben. Für die Dendrochronologie ist sie sehr hilfreich. Eine Untersuchung an 36 Bäumen in Illinois erbrachte einen Datensatz von Jahresringen, der 226 Jahre umfasst und zeigt, dass Q. stellata für über 100 Jahre eine Waldbrand-Häufigkeit von 1,44 Bränden pro Jahr überstehen kann.[12]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen ihres Vorkommens an trockenen Standorten, ihrer attraktiven Krone und der streng horizontalen Äste wird Quercus stellata im Grünraum von Siedlungen genutzt. Sie ist widerstandsfähig gegen Zersetzung, so dass sie als Bahnschwelle, Holzfassade, Beplankung, Bauholz, Tritt- und Setzstufe, Bodenbelag, Holzstoff, Furnier, Spanplatte, Treibstoff und Zaun (der englische Trivialname „post oak“ bezieht sich darauf) Verwendung findet. Sie findet auch in der Wildfütterung für Hirsche, Truthühner, Hörnchen und andere Nagetiere Verwendung, ist jedoch aufgrund des TanninGehalts der Nussfrüchte für das Vieh giftig.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Quercus stellata, 2014 county distribution map. Biota of North America Program. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  2. Quercus stellata. IUCN. 2015. Abgerufen am 3. November 2017.
  3. François André Michaux (Autor), Pierre-Joseph Redouté (Illustrator), Renard (Graveur): L. Haussmann (Hrsg.): Histoire des arbres forestiers de l'Amérique septentrionale, considérés principalement sous les rapports de leur usages dans les arts et de leur introduction dans le commerce 1812-13.
  4. a b c Kevin C. Nixon: Quercus stellata. In: Flora of North America @ eFloras.org. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  5. Kevin D. Mahoney: Latin Definition for: stellatus, stellata, stellatum (ID: 35675) - Latin Dictionary and Grammar Resources - Latdict. Abgerufen am 16. November 2016.
  6. a b John J. Stransky: Quercus stellata Wangenh.--post oak. In: Silvics of North America, Band 2 1990.
  7. Quercus stellata. The Plant List. Abgerufen am 23. Mai 2019.
  8. Quercus stellata. In: Tropicos. Abgerufen am 10. November 2016.
  9. K. C. Nixon: Infrageneric classification of Quercus (Fagaceae) and typification of sectional names. In: annales des sciences forestières. 50, Nr. Supplement, 1. Januar 1993, ISSN 0003-4312, S. 25s–34s. doi:10.1051/forest:19930701.
  10. A. T. Whittemore, B. A. Schaal: Interspecific gene flow in sympatric oaks. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. 88, Nr. 6, 15. März 1991, ISSN 0027-8424, S. 2540–2544. doi:10.1073/pnas.88.6.2540.
  11. a b John D. Stein, Denise Binion, R. E. Acciavatti: Field guide to native oak species of eastern North America 2003.
  12. William E. McClain, Terry L. Esker, Bob R. Edgin, Greg Spyreas, John E. Ebinger: Fire History of a Post Oak (Quercus stellata Wang.) Woodland in Hamilton County, Illinois. In: Castanea. 75, Nr. 4, 1. Dezember 2010, ISSN 0008-7475, S. 461–474. doi:10.2179/09-007.1.