Quercus stellata

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Quercus stellata
Die Houston Campsite Oak im Grapevine Springs Preserve, Coppell (Texas)

Die Houston Campsite Oak im Grapevine Springs Preserve, Coppell (Texas)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eurosiden I
Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Buchengewächse (Fagaceae)
Gattung: Eichen (Quercus)
Art: Quercus stellata
Wissenschaftlicher Name
Quercus stellata
Wangenh.

Quercus stellata ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Eichen (Quercus) innerhalb der Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Sie kommt in den östlichen bis zentralen USA vor. Englischsprachige Trivialnamen sind post oak, iron oak (selten auch Pfahl-Eiche genannt).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borke
Illustration von 1812[1]

Quercus stellata kann an den gerundeten kreuzartig geformten Blattspreiten und der haarigen Unterseite der Blätter erkannt werden.

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quercus stellata ist ein relativ kleiner Baum, normalerweise mit Wuchshöhen von 10 bis 15 Metern und Stammdurchmessern von 30 bis 60 Zentimetern; einzelne Exemplare können auch 30 Meter hoch sein und erreichen einen Stammdurchmesser von 140 Zentimetern.

Die Laubblätter haben eine markante Form: drei senkrecht zueinander angeordnete Lappen, die einem Malteserkreuz sehr ähnlich sehen. Sie sind ledrig und unterseits dicht mit kurzen Haaren bedeckt. Das Verzweigungsmuster gibt den Bäumen oft ein zerzaustes Aussehen.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eicheln sind 1,5 bis 2 Zentimeter lang und reifen im ersten Sommer nach der Befruchtung.[2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund ihrer dicken Rinde kann Quercus stellata Waldbrände überleben. Für die Dendrochronologie ist sie sehr hilfreich. Eine Untersuchung an 36 Bäumen in Illinois erbrachte einen Datensatz von Jahresringen, der 226 Jahre umfasst und zeigt, dass Quercus stellata für über 100 Jahre eine Waldbrand-Häufigkeit von 1,44 Bränden pro Jahr überstehen kann.[3]

Naturliches Verbreitungsgebiet von Quercus stellata

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quercus stellata kommt in den Vereinigten Staaten von Massachusetts im Nordosten bis nach Texas im Südwesten vor; im Südosten reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Florida, im Nordwesten bis Iowa.[4]

Quercus stellata wächst typischerweise am Waldrand auf trockenen, sandigen, nährstoffarmen Böden.[4]

Quercus stellata ist ein langsam wachsende Baum, der auf trockenen, nährstoffarmen Böden vorkommt und widerstandsfähig gegen Fäule, Feuer und Trockenheit ist.

Quercus stellata ist in den östlichen und zentralen Vereinigten Staaten beheimatet; sie kommt in allen Bundesstaaten an der Küste von Massachusetts im Nordosten bis nach Texas im Südwesten vor und ist im Inland bis nach Nebraska anzutreffen.[5]

Von der IUCN wird Quercus stellata als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft.[6]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Quercus stellata erfolgte 1787 durch Friedrich Adam Julius von Wangenheim in Beschreibung einiger Nordamericanischen Holz-und Buscharten, 78, Tafel 6, Figur 15.[7][8] Das Artepitheton stellata bedeutet „Stern“;[9] es wurde verwendet, weil die Trichome am Blattgrund sternförmig sind[2].

Mehrere Varietäten von Quercus stellata wurden durch den amerikanischen Botaniker Charles Sprague Sargent beschrieben. Als laut United States Forest Service 1990 häufigste Varietät galt Quercus stellata var. paludosa Sarg.[10] (englisch delta post oak), die wohl ein Synonym von Quercus similis Ashe ist. Nach Flora of North Amerika 1998 führt keine Subtaxa mehr auf.[2][8]

Synonyme für Quercus stellata Wangenh. sind: Quercus alba var. minor Marshall, Quercus minor (Marshall) Sarg., Quercus villosa Walter, Quercus lobulata Sol. ex Sm., Quercus obtusiloba Michx., Quercus fusca Raf., Quercus gonoloba Raf., Quercus heteroloba Raf., Quercus floridana Shuttlew. ex A.DC., Quercus stellata var. anomala Sarg., Quercus stellata var. floridana A.DC., Quercus stellata var. palmeri Sarg., Quercus stellata var. parviloba Sarg., Quercus stellata var. rufescens Sarg.[8]

Die Quercus stellata gehört zu den Weiß-Eichen (Sektion Quercus) aus der Gattung der Eichen (Quercus) innerhalb der Familie der Buchengewächse (Fagaceae).

Hybride[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen den zahlreichen Weiß-Eichen-Arten kann es zu Naturhybriden kommen, so dass Hybride mit vielen verschiedenen Arten als Eltern entstehen können.

In der Flora of North America North of Mexico sind 1997 die in der Tabelle zusammengefassten Hybride aufgeführt.[2]

!Hybrid Name Quercus stellata × zweites Elternteil
Quercus × stelloides E.J.Palmer Quercus prinoides
Quercus × mahloni E.J.Palmer Quercus sinuata var. breviloba
Quercus × pseudomargarettiae Trelease Quercus margarettiae
Quercus × sterretti Trelease Quercus lyrata
Quercus × macnabiana Sudworth Quercus sinuata
Quercus × guadalupensis Sargent Quercus sinuata
Quercus × fernowi Trelease Quercus alba
Quercus × bernardensis W.Wolf Quercus montana

Ähnlichkeit mit Quercus alba[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl Quercus stellata als auch die Amerikanische Weiß-Eiche (Quercus alba) sind der Sektion Quercus zugeordnet, die Arten als Weiß-Eichen zusammenfasst.[11] Innerhalb dieser Sektion wird Quercus stellata als Schwestertaxon von Quercus alba angesehen.[12] Quercus stellata wird als „Weiß-Eiche“ (englisch white oak) vermarktet. Ein Unterschied zwischen den beiden Arten besteht in der behaarten Unterseite der Blätter von Quercus stellata, wogegen die Unterseite bei Quercus alba beim Austrieb kahl ist.[4]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen ihres Vorkommens an trockenen Standorten, ihrer attraktiven Baumkrone und der streng horizontalen Äste wird Quercus stellata im Grünraum von Siedlungen genutzt.[10]

Sie ist widerstandsfähig gegen Zersetzung, so dass sie als Bahnschwelle, Holzfassade, Beplankung, Bauholz, Tritt- und Setzstufe, Bodenbelag, Holzstoff, Furnier, Spanplatte, Treibstoff und Zaun (der englische Trivialname „post oak“ bezieht sich darauf) Verwendung findet. Sie findet auch in der Wildfütterung für Hirsche, Truthühner, Hörnchen und andere Nagetiere Verwendung, ist jedoch aufgrund des Tannin-Gehalts der Nussfrüchte für das Vieh giftig.[10]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. François André Michaux (Autor), Pierre-Joseph Redouté (Illustrator), Renard (Graveur): L. Haussmann (Hrsg.): Histoire des arbres forestiers de l'Amérique septentrionale, considérés principalement sous les rapports de leur usages dans les arts et de leur introduction dans le commerce 1812-13.
  2. a b c d Kevin C. Nixon: Fagaceae. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 3 – Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 1997, ISBN 0-19-511246-6. Quercus stellata – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  3. William E. McClain, Terry L. Esker, Bob R. Edgin, Greg Spyreas, John E. Ebinger: Fire History of a Post Oak (Quercus stellata Wang.) Woodland in Hamilton County, Illinois. In: Castanea. 75, Nr. 4, 1. Dezember 2010, ISSN 0008-7475, S. 461–474. doi:10.2179/09-007.1.
  4. a b c John D. Stein, Denise Binion, R. E. Acciavatti: Field guide to native oak species of eastern North America 2003.
  5. Quercus stellata, 2014 county distribution map. Biota of North America Program. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  6. Quercus stellata in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2019-3. Eingestellt von: L. Kenny, K. Wenzell, 2015. Abgerufen am 1. Januar 2020.
  7. Quercus stellata bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 31. Dezember 2019.
  8. a b c Rafaël Govaerts (Hrsg.): Quercus stellata. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 31. Dezember 2019.
  9. Kevin D. Mahoney: Latin Definition for: stellatus, stellata, stellatum (ID: 35675) - Latin Dictionary and Grammar Resources - Latdict. Abgerufen am 16. November 2016.
  10. a b c John J. Stransky: Quercus stellata Wangenh. - post oak. In: Silvics of North America, Band 2 1990.
  11. K. C. Nixon: Infrageneric classification of Quercus (Fagaceae) and typification of sectional names. In: annales des sciences forestières. 50, Nr. Supplement, 1. Januar 1993, ISSN 0003-4312, S. 25s–34s. doi:10.1051/forest:19930701.
  12. A. T. Whittemore, B. A. Schaal: Interspecific gene flow in sympatric oaks. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. 88, Nr. 6, 15. März 1991, ISSN 0027-8424, S. 2540–2544. doi:10.1073/pnas.88.6.2540.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Quercus stellata – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien