Quirlblättriges Weidenröschen

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Quirlblättriges Weidenröschen
Quirl-Weidenröschen (Epilobium alpestre), Hochschwab (Steiermark), ca. 1750 m

Quirl-Weidenröschen (Epilobium alpestre), Hochschwab (Steiermark), ca. 1750 m

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Unterfamilie: Onagroideae
Gattung: Weidenröschen (Epilobium)
Art: Quirlblättriges Weidenröschen
Wissenschaftlicher Name
Epilobium alpestre
(Jacq.) Krock.

Das Quirlblättrige Weidenröschen (Epilobium alpestre), auch Quirl-Weidenröschen genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Weidenröschen (Epilobium) innerhalb der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Sie kommt in Mittel- bis Südeuropa vor allem in den Alpen, aber auch in anderen hohen Lagen vor.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blüten
Laubblätter und Früchte

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Quirl-Weidenröschen ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 80, selten 100 Zentimetern. Es besitzt ein kurzes Rhizom. Zur Blütezeit gibt es keine Ausläufer, im Herbst werden am Wurzelhals unterirdische Ausläufer gebildet. Die Stängel sind aufrecht, stehen meist einzeln und sind kantig mit zwei bis vier erhabenen, dicht behaarten Längsleisten. Zwischen den Leisten sind die Stängel zerstreut behaart oder kahl.

Die Laubblätter stehen im mittleren und oberen Bereich zu dritt oder viert in Quirlen, im unteren Bereich sind sie gegenständig. Die unteren Laubblätter sind kurz gestielt, die mittleren sitzend und leicht stängelumfassend. Sie sind 2,5 bis 8 Zentimeter lang und 1 bis 2,5 Zentimeter breit. Sie sind verkehrt-eiförmig und haben einen abgerundeten Blattgrund. Der Blattrand ist mit 1 Millimeter langen Zähnen stark gezähnt. Blattrand und Blattadern sind auf beiden Seiten flaumig behaart, die Blattunterseite ist glänzend.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten sind radiärsymmetrisch, 8 bis 18 Millimeter lang und haben eine lange Röhre. Der Achsenbecher ist auf den Flächen mit abstehenden Drüsenhaaren besetzt, auf den Kanten sitzen leicht gekrümmte, drüsenlose Haare. Die Kelchblätter sind 3 bis 5 Millimeter lang, eiförmig-lanzettlich und verschmälern sich allmählich in die stumpfe Spitze. Die Krone ist trichterförmig. Die Kronblätter sind 6 bis 10 Millimeter lang, schmal und tief eingeschnitten. Ihre Farbe ist hellpurpurfarben. Der Griffel ist aufrecht, die Narbe keulenförmig. Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Es herrscht Selbstbestäubung vor.

Die Kapselfrucht ist 6 bis 8 Zentimeter lang und trägt auf den Flächen abstehende Drüsenhaare, an den Kanten leicht gekrümmte, drüsenlose Haare. Die Samen sind rund 1,8 Millimeter lang, spindelförmig und am Grund kurz verschmälert. Die Spitze läuft in einem kurzen, durchscheinenden Anhängsel aus. Die Oberfläche ist undeutlich warzig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Quirlblättrige Weidenröschen ist in Mitteleuropa heimisch. In den Alpen ist es häufig, im Alpenvorland und in den Mittelgebirgen kommt es zerstreut vor. Es wächst in Hochstaudengesellschaften auf feuchtem Geröll, auf Lägerfluren und in Grünerlengebüschen. Es kommt bevorzugt auf sickerfrischen, nährstoffreichen und humosen Ton- und Lehmböden vor. Es ist ein Nährstoffzeiger. Es kommt in der montanen bis subalpinen Höhenstufe vor und steigt meist nur bis in Höhenlagen von 1870 Metern,[2] in Ausnahmefällen (an der Höferspitze in Vorarlberg) aber auch bis 2131 Meter.[3]

Im pflanzensoziologischen System ist es in Mitteleuropa eine Ordnungscharakterart der Adenostyletalia, der Hochstaudenfluren und Hochstaudengebüsche.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 2: Rosaceae to Umbelliferae. Cambridge University Press, Cambridge 1968, ISBN 0-521-06662-X, S. 310 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 685.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching bei München, 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 251.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Quirlblättriges Weidenröschen (Epilobium alpestre) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien