Rüdiger Altmann

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Altmann 1982

Rüdiger Altmann (* 1. Dezember 1922 in Frankfurt am Main; † 13. Februar 2000 in Bonn) war ein deutscher Publizist, Kanzlerberater und politischer Schriftsteller.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altmann war nach Studium bei Carl Schmitt von 1950 bis 1956 am Marburger [[Institut für wissenschaftliche Politik]] erster Assistent des sozialistischen Politologen Wolfgang Abendroth.[2] Später dann unter anderem Berater und Redenschreiber des Bundeskanzlers Ludwig Erhard (CDU) sowie anschließend Leiter der Politischen Akademie Eichholz der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Altmann, der sich über Jahrzehnte hinweg mit der Gegenwart und Zukunft Europas beschäftigte und sich in seinem Denken vielfach auf Carl Schmitt bezog, prägte als Berater Erhards den Begriff der formierten Gesellschaft: Die Klassengesellschaft alten Stils sei überwunden. Zugleich werde sie durch das Wuchern organisierter Interessen gefährdet, was auch den Staat in seiner Handlungsfähigkeit lähme.

Altmann selbst war über Jahre hinweg ein führender Vertreter verbandlich organisierter Interessen: Von 1963 bis 1978 betätigte er sich als stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelstages.

Das Verhältnis des konservativen Intellektuellen Rüdiger Altmann zur CDU war nicht frei von Spannungen. Insbesondere Helmut Kohl betrachtete er als eine Fehlbesetzung im Kanzleramt. Die sozialliberale Koalition unter Willy Brandt beziehungsweise Helmut Schmidt hatte Altmann zuvor mit kritischem Wohlwollen begleitet. Im damaligen Theorieorgan der SPD, der Zeitschrift Frankfurter Hefte / Neue Gesellschaft, publizierte Altmann gegen Ende seines Lebens häufiger. Sein Nachlass liegt im Archiv der sozialen Demokratie.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die neue Gesellschaft (1959)
  • Das Erbe Adenauers (1960)
  • Das deutsche Risiko (1962)
  • Der Kompromiß (1964)
  • Späte Nachricht vom Staat (1968)
  • Politökonomie des freien Marktes (Stuttgart 1976)
  • Die Zukunft ohne Weltgeist (Stuttgart 1976)
  • Unser Jenseits. Kritischer Rückblick aus dem Elfenbeinturm (Bonn 1982)
  • Der wilde Frieden. Notizen zu einer politischen Theorie des Scheiterns (Stuttgart 1987), ISBN 3-421-06186-6
  • Abschied vom Staat (Frankfurt a. M. 1998), ISBN 3-593-36026-8
  • Guten Morgen, Abendland! Notizen zu einer politischen Theorie der Vereinigung Europas (Aus dem Nachlass, veröffentlicht in: Frankfurter Hefte, 9/01)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dirk van Laak: Gespräche in der Sicherheit des Schweigens. Akademie Verlag, 2002, ISBN 978-3-05-003744-8, S. 262
  2. http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=29922