Radis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Radis
Stadt Kemberg
Koordinaten: 51° 45′ 0″ N, 12° 31′ 0″ O
Höhe: 98 m
Fläche: 19,82 km²
Einwohner: 1280 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06901
Vorwahl: 034953

Radis ist ein Ortsteil der Stadt Kemberg im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radis liegt ca. 20 km südwestlich von Lutherstadt Wittenberg am Rande des Naturparks Dübener Heide.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Radis um 1860, Sammlung Alexander Duncker

1378 wurde Radis als Rodiß erstmals urkundlich erwähnt. Ein Herrensitz ist bereits für 1499 bezeugt, aus ihm entwickelte sich das spätere Rittergut.

Von 1952 bis 1994 gehörte Radis zum Kreis Gräfenhainichen (DDR-Bezirk Halle, ab 1990 Land Sachsen-Anhalt).

Am 1. Januar 2010 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Radis zusammen mit den Gemeinden Dabrun, Eutzsch, Rackith, Rotta, Schleesen, Selbitz, Uthausen und Wartenburg in die Stadt Kemberg eingemeindet.[1] Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Kemberg, zu der Radis gehört hatte, aufgelöst.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pabsthaus

Der Pabst ist ein Waldstück ca. 2 km westlich von Radis. Das Pabsthaus, gelegen in diesem Waldstück, ist das Geburtshaus von Johann Gottfried Galle. Er wurde u. a. durch seine Entdeckung des Planeten Neptun im Jahr 1846 zu einem der bedeutendsten deutschen Astronomen. Zu Ehren dieses Wissenschaftlers hat der Heimatverein Radis einen Rundwanderweg eingerichtet, der von Radis zu seinem Geburtshaus führt. Entlang dieses Johann-Gottfried-Galle-Wanderweges gibt es einen Planetenweg, an dem Schautafeln über die Planeten des Sonnensystems angebracht sind.

Wirtschaft, Infrastruktur und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1990 existierte in Radis eine Maschinenfabrik, die ein Teil des Betriebes Landmaschinenbau Torgau („LAMATOR“) und somit auch des Kombinats Fortschritt Landmaschinen war. Ein Teil der Anlagen wurde inzwischen abgerissen. Die Maschinenhalle wird heute als Lager der örtlichen Agrargesellschaft genutzt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof in Radis

Die Bundesstraße 100, die Wittenberg und Halle (Saale) verbindet, verläuft direkt durch die Gemeinde. Der Bahnhof Radis liegt an der Eisenbahnlinie Berlin–Lutherstadt Wittenberg–Halle (Saale)/Leipzig (Anhalter Bahn) und wird von Regionalbahnen der DB Regio fahrplanmäßig angefahren.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TuS 1947 Radis ist ein Handballverein, der in der Saison 2017/2018 in der Sachsen-Anhalt-Liga spielt. Seine Heimspiele trägt der Verein in der Lindenallee in Gräfenhainichen aus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Radis verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Radis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010