Rainer Rilling

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Rainer Rilling (* 14. Oktober 1945 in Stetten) ist Senior Research Fellow der Rosa Luxemburg Stiftung am Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa Luxemburg Stiftung und apl. Professor für Soziologie an der Philipps-Universität Marburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rilling studierte von 1966 bis 1973 Politikwissenschaft, Soziologie und Neuere Geschichte an der Universität Marburg.

1973 promovierte er an der Universität Bremen bei Lothar Peter mit einer Arbeit zu Rüstungsforschung und Rüstungspolitik. 1974–1980 arbeitete er als wissenschaftlicher Angestellter und Dozent am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften an der Universität Marburg und habilitierte sich dort 1980 für Soziologie. 1982 Aufenthalt als European Visiting Scholar der International Studies Association am F.Byrnes Center an der University of South Carolina in Columbia (USA). Bis 1999 war er als Lehrbeauftragter in Münster und Marburg tätig und absolvierte mehrere Studien- und Forschungsaufenthalte in den USA und England. 2002 wurde er zum apl. Professor für Soziologie an der Universität Marburg ernannt.

1983–1998 arbeitete er als Geschäftsführer des Bund demokratischer Wissenschaftler. 1999–2011 war er zunächst Leiter des Bereichs Forschung und Information der Rosa-Luxemburg-Stiftung (Berlin), dann Mitglied in der Projektgruppe Wissenschaft und Politik und wissenschaftlicher Referent bzw. stellvertretender Direktor im Bereich Politikanalyse der RLS (seit November 2008: Institut für Gesellschaftsanalyse der RLS). Seit 2011 ist er Fellow der RLS (2011).

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Rilling in der Tradition der Marburger Schule sich zunächst auf dem Gebiet der Politischen Soziologie mit der Analyse des Neofaschismus (NPD) und der staatssozialistischen Gesellschaften befasste, lagen seine Arbeitsschwerpunkte in der Folgezeit in der Wissenschaftssoziologie, Friedensforschung und der politischen Soziologie der Kommunikation, insbesondere des Internets. Im letzten Jahrzehnt konzentrierte er sich auf die politische Ökonomie des Eigentums (Commons, Das Öffentliche) und des Gegenwartskapitalismus, auf Internationale Beziehungen (mit Schwerpunkt USA und auf die Debatte um das „Empire“, sowie Geopolitik) und Fragen der Entwicklung der politischen Linken in der Bundesrepublik.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rilling war als Student bis zu dessen Selbstauflösung Mitglied im SDS, 1989–2002 Vorstandsmitglied der Informationsstelle Wissenschaft und Frieden (Bonn), 1983–2011 Mitherausgeber (1983 ff.), bzw. Beiratsmitglied (1998 ff.) des Informationsdienstes Wissenschaft und Frieden[1] (später „W&F“) und der Schriftenreihe Wissenschaft und Frieden (bis 1998) sowie der Blätter für deutsche und internationale Politik (seit 1986); er war 1983 bis 1998 Redakteur der Zeitschrift Forum Wissenschaft[2] und ab 2009 Mitglied der Redaktion der Zeitschrift LuXemburg[3] der RLS. Rilling ist Vorstandsmitglied der Stiftung GegenStand (Marburg) und von LinksNet e.V.[4] Außerdem ist er im Beirat von wissentransfer[5] und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von attac.

Er ist Mitglied bei ver.di, dem Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, der Naturwissenschaftler-Initiative Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit[6], der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG)[7] und des Trägervereins der Rosa Luxemburg Stiftung.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Soziologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sozialstrukturforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftsforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theorie und Soziologie der Wissenschaft. Zur Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Frankfurt 1975, 293 S.
  • Kriegsforschung und Vernichtungswissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland, Köln 1970, 312 S.
  • Militärische Forschung in der BRD, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 8/1982, S. 938–967
  • Militärische Forschung in der Bundesrepublik Deutschland, in: R. Braun, W. Buckel, E. Kankeleit, R.Rilling (Hg.): Rüstungsforschung. Diskussion der Probleme und Alternativen. Tagung in Karlsruhe am 27./28. Juni 1987, Marburg 1988, S. 74–93

Faschismusanalyse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die NPD. Struktur, Ideologie und Funktion einer neofaschistischen Partei. (Mit Reinhard Kühnl, Christine Sager) Frankfurt 1969

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationsdienst Wissenschaft und Frieden
  2. Forum Wissenschaft
  3. Zeitschrift LuXemburg
  4. LinksNet e.V.
  5. wissentransfer
  6. NaturwissenschaftlerInnen-Initiative Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit
  7. Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG)