Rapper’s Delight

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Lied der Sugarhill Gang. Für das gleichnamige Album der Hip-Hop-Produzentin Melbeatz siehe Rapper’s Delight (Album).
Rapper’s Delight
Sugarhill Gang
Veröffentlichung 9. November 1979
Länge 14:37
Genre(s) Hip-Hop
Autor(en) Bernard Edwards, Nile Rodgers, Sylvia Robinson, Michael Wright, Guy O’Brien, Hank Jackson
Album Sugarhill Gang
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[2]
Rapper’s Delight
  DE 3 14.01.1980 (25 Wo.)
  AT 5 01.03.1980 (12 Wo.)
  CH 2 27.01.1980 (11 Wo.)
  UK 3 01.12.1979 (11 Wo.)
  US 36 10.11.1979 (12 Wo.)
Rapper’s Delight (Splitsingle)
  UK 78 18.01.1986 (3 Wo.)
Rapper’s Delight ’89
  UK 58 25.11.1989 (3 Wo.)
Rapper’s Delight (Wiedereinstieg)
  UK 78 12.06.2004 (3 Wo.)
Rapper’s Deutsch / G.L.S.-United
  DE 49 12.04.1980 (4 Wo.) [1]
[1]
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Rapper’s Delight ist ein Rap-Song des Musiktrios Sugarhill Gang aus dem Jahr 1979, der heute dem Hip-Hop zugeordnet wird. Er wurde von Bernard Edwards, Nile Rodgers, Sylvia Robinson, Michael Wright, Guy O’Brien und Hank Jackson geschrieben.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erfolgreichen Songwriterin und Produzentin Sylvia Robinson kam die Idee zu einem Hip-Hop-Song, als sie bei einem Kindergeburtstag jemanden zu einem Beat im Hintergrund rappen hörte. Die Hip-Hop-Szene war bis dahin eine Untergrund-Szene und da sich kein etablierter MC fand, der eine kommerzielle Aufnahme machen wollte, stellte sie selbst ein Trio zusammen und benannte es Sugarhill Gang nach ihrem eigenen Label Sugar Hill Records. Die drei Musiker nannten sich Big Bank Hank, Wonder Mike und Master Gee und heißen eigentlich Henry Jackson, Michael Wright und Guy O’Brien. Beim Beat bedienten sie sich beim Discohit Good Times von Chic, der 1979 ein Nummer-eins-Hit gewesen war. Die ursprünglichen Autoren Bernard Edwards und Nile Rodgers wurden nicht um Erlaubnis gefragt, sie wurden erst nachträglich als Mitautoren geführt und an den Einnahmen beteiligt. Der Beat wurde auch neu eingespielt, da das Sampling zu der Zeit noch nicht verbreitet war, aber auch leicht abgewandelt. Aus dem steten Discofunk des Originals mit Rhythmusgitarre und Klavier wurde dabei ein refrainartiger Hintergrundbeat mit Einblendungen.[3] Die Aufnahme dauerte 14 Minuten und wurde in einem Stück eingespielt, weshalb sie auch als Maxisingle erschien. Für Europa und das US-Radio wurde eine kürzere Version des Lieds herausgegeben. Gerappt wurde bei Rapper’s Delight bereits über typische Hip-Hop-Themen wie Manneskraft und andere einzigartige Begabtheit sowie über Geld.[4]

Die Single erschien am 16. September 1979 und stieg wenig später in die US-Charts ein. In den Soul-Charts kam das Lied bis auf Platz 4 und in den offiziellen Singlecharts erreichte es Platz 36 und erhielt Gold für eine Million verkaufte Tonträger. Erfolgreich war das Lied aber auch in Europa, wo es in zahlreichen Ländern ein Top-5-Hit war.[2] Es ist umstritten, ob es sich um die erste Hip-Hop-Aufnahme handelt, auf jeden Fall aber war es die erste international kommerziell erfolgreiche Hip-Hop-Single und damit der Wegbereiter des neuen Genres in der Plattenindustrie. Das Lied wurde in die Rock and Roll Hall of Fame als prägender Song der Ära aufgenommen. Unter den 500 besten Songs aller Zeiten laut Rolling-Stone-Magazin rangierte das Lied 2004 auf Platz 248 (in der aktualisierten Version von 2010 auf Platz 251).[5][6]

Die Sugarhill Gang veröffentlichte 1980 ihr Album The Sugarhill Gang mit Rapper’s Delight als Hauptsong. International blieb das Lied der einzige richtige Erfolg des Trios. Bis 2004 kam das Lied noch dreimal in die britischen Charts: 1986 auf einer Splitsingle mit We Got the Funk von Positive Force als zweiter Seite, als 1989er Remix von Ben Liebrand und 2004 nach der Verwendung in einer Folge der Serie Scrubs – Die Anfänger. Nur in den USA hatte das Trio über den Song hinaus auch mit dem zweiten Album noch einige kleinere Erfolge.

Coverversionen und Anspielungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Song wurde seit seiner Entstehung etliche Male von unterschiedlichen Musikern gecovert, darunter 1997 gemeinsam von Erick Sermon, Redman und Keith Murray und 2004 von Coolio.

Die 1980 entstandene deutschsprachige Coverversion Rapper’s Deutsch von G.L.S.-United (bestehend aus Thomas Gottschalk, Frank Laufenberg und Manfred Sexauer), gilt als eines der ersten deutschsprachigen Rap-Stücke. Vom NDR-Radiomoderator Günter Fink stammt eine Parodie namens Rapper’s Fink.

Der 1983 entstandene Song Alpenrap von der österreichischen Band Erste Allgemeine Verunsicherung erinnert stilistisch an Rapper’s Delight und enthält eine Anspielung auf den Song (im Text wird von „Seppl’s Delight“ gesprochen).[7]

Der österreichische Sänger Falco verwendete gleich mehrfach Teile der Anfangszeilen, so zunächst 1985 bei Urban Tropical (B-Seite von Rock Me Amadeus) und im Jahr darauf für das Lied The Sound of Musik. Wiederum eine Anlehnung an dieses findet sich im 1987 veröffentlichten Titel Body Next to Body.

Auch der Sommerhit Aserejé, den das spanische Mädchentrio Las Ketchup 2002 veröffentlichten und der in Europa als The Ketchup Song auf den Markt kam, basiert auf Rapper’s Delight. Er beschreibt die Geschichte des tanzbesessenen Diego, der den englischen Text seines Lieblingssongs nicht versteht. Aus der Refrainzeile „I say the hip-hop, the hip …“ wird so der spanische Kauderwelsch „Aserejé ja dejé …“.[8][9]

2009 war die Sugarhill Gang zu Gast beim Lala Song des Franzosen Bob Sinclar, der an einigen Stellen an Rapper’s Delight erinnert und auf dem europäischen Kontinent in den Charts erfolgreich war.[10]

Im Jahr 2014 erreichte ein Videoclip, in welchem Gesprächsfetzen des US-amerikanischen Moderatoren Brian Williams von der Redaktion der amerikanischen Late-Night-Show The Tonight Show so zusammengeschnitten wurden, dass es wirkt, als würde er diesen Song rappen, einen großen Erfolg auf dem Internetvideoportal YouTube sowie anderen sozialen Netzwerken.[11]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rapper’s Deutsch (G.L.S.-United) in den deutschen Charts
  2. a b Quellen Chartplatzierungen: DE AT CH UK US
  3. Popsongs und ihre Hintergründe: Sugarhill Gang: Rapper's Delight Jochen Scheytt, 2008
  4. 35 Years Ago, Sugarhill Gang's 'Rapper's Delight' Made Its First Chart Appearance, Joe Lynch, Billboard, 13. Oktober 2014
  5. Top Pop Singles 1955-2006 von Joel Whitburn, Record Research 2007, ISBN 978-0-89820-172-7
  6. Rolling Stone's 500 Greatest Songs of all time (2010 Edition). 10. Mai 2013, archiviert vom Original am 10. Mai 2013, abgerufen am 12. April 2015 (englisch).
  7. Text von Alpenrap bei Verunsicherung.de, abgerufen am 17. November 2016
  8. Die Geschichte zu dem "Ketchup Song", NDR1 Niedersachsen, abgerufen am 17. November 2016
  9. Liedtext: The Ketchup Song bei Metrolyrics, abgerufen am 17. November 2016
  10. Lala Song (Bob Sinclar) bei hitparade.ch
  11. Brian Williams Performs 'Rapper's Delight' on 'Tonight Show' (Video), Hilary Lewis, The Hollywood Reporter, 20. Februar 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]