Chic

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Dieser Artikel befasst sich mit der US-amerikanischen Band Chic. Die gleichnamige australische Automarke findet sich unter Chic Cars.
Chic
Chicgf.JPG
Allgemeine Informationen
Genre(s) Disco
Gründung 1977
Gründungsmitglieder
Bernard Edwards
Nile Rodgers
Tony Thompson
Norma-Jean Wright
Aktuelle Besetzung
Gitarre
Nile Rodgers
Gesang
Kimberly Davis
Gesang
Folami
Keyboard, Gesang
Cherie Mitchell
Schlagzeug
Omar Hakim
Bill Holloman
Mac Gollehon
Trompete
Curt Ramm
Gerardo Velez
Keyboard
Richard Hilton
Bass
Jerry Barnes
Bass
Barry Johnson

Chic ist eine afroamerikanische Band, die 1977 in New York von dem Bassisten Bernard Edwards und dem Gitarristen Nile Rodgers gegründet wurde und maßgeblichen Einfluss auf die Pop- und Discomusik der späten 1970er und frühen 1980er Jahre hatte.

Musikstil[Bearbeiten]

Der distinktive und unverwechselbare Musikstil von Chic enthält Elemente des Jazz, Rhythm and Blues sowie Rock ’n’ Roll und beschreibt damit das Lebensgefühl des aufstrebenden afroamerikanischen Bildungsbürgertums in den USA in den späten 1970er Jahren. Im Titel Chic Mystique charakterisiert die Band ihren Stil: “…a force that’s driving, there is no surviving, bass and rhythm makes you move, get into a chic groove!”.

Geschichte[Bearbeiten]

1976–1989[Bearbeiten]

Nach einem Musikstudium und einem Engagement als Gitarrist im Hausorchester des New Yorker Apollo Theaters spielte Rodgers zunächst gemeinsam mit seinem Freund, dem Bassisten Bernard Edwards, in diversen Formationen. Im Jahre 1976 schlossen sie sich mit dem Schlagzeuger Tony Thompson und der Sängerin Norma Jean Wright zu einer zunächst noch namenlosen Studioband zusammen und produzierten eigenständig das Lied Everybody Dance. Als 1977 ein befreundeter Discjockey das bis dahin unveröffentlichte Demoband spät am Abend in der New Yorker Diskothek Night Owl spielte, stürmte das bereits ermüdete Publikum wieder auf die Tanzfläche und verlangte ständige Wiederholungen. Eilig herbeigerufen, überzeugte sich Rodgers vor Ort von der großen Wirkung seiner Musik. Der Anblick der elegant und modisch gekleideten Gäste inspirierte ihn zu dem Bandnamen Chic. Die Plattenfirma WEA Records nahm Chic unter Vertrag.

Ende 1977 erschien das erste Album Chic. Der darauf enthaltene Titel Dance, Dance, Dance gelangte mit seiner stakkatoartigen Basslinie auf Platz 6 der US-Billboard-Charts. In einem Interview mit dem Rolling Stone sagte Nile Rodgers Mitte der 1980er Jahre, er habe 1976 zufällig das Lied Daddy Cool von Boney M gehört und sei überrascht gewesen, dass der Produzent kein Afroamerikaner, sondern der ihm völlig unbekannte deutsche Produzent Frank Farian war, und der mit Daddy Cool ungefähr die Musik mache, von der Rodgers und Edwards seit Jahren geträumt hatten.

Am Silvesterabend 1977 waren Rodgers und Edwards in der New Yorker Discothek Studio 54 mit der Sängerin Grace Jones verabredet. Der Türsteher an der Backstage-Tür glaubte ihnen nicht und wies sie zweimal mit den Worten Fuck off ab. Verärgert kehrten sie in Rodgers Appartement zurück, das gleich um die Ecke lag, und reagierten ihren Frust durch spontanes Jammen ab, wobei sie auf ein Riff den Fluch Fuck off - Fuck Studio 54 sangen. Da ihnen der spontane Sound und die Melodie sofort gefielen, änderten sie den ordinären Text ab und aus Fuck off - Fuck Studio 54 wurde Ah, freak out - Le freak, c’est chic. Der Titel hieß schließlich Le Freak und wurde zum größten Hit Chics.[1] Im Liedtext befindet sich auch noch die Zeile “just come on down to 54, find a spot out on the floor”. Nach seiner Veröffentlichung im September 1978[2] erreichte das Lied Platz 1 in vielen Ländern und ist bis heute, 29 Jahre nach der Veröffentlichung (Stand Juli 2007), die meistverkaufte Single der Plattenfirma WEA Records.

1978 verließ Norma Jean Wright die Band und verfolgte eine Solokarriere. Ihre erste Solo-LP Norma Jean erschien 1978, wurde von Rodgers und Edwards produziert und enthielt den Hit Saturday.[3] An ihre Stelle traten Luci Martin und Alfa Anderson, die schon früher mit Luther Vandross gearbeitet hatte und durch ihn zur Band kam. Im September desselben Jahres erschien die Single Le Freak, mit der die Band Weltruhm erlangte. Das Lied Good Times gelangte im Sommer 1979 ebenfalls an die Spitze der US-Charts und ist in den Vereinigten Staaten eine der kommerziell erfolgreichsten Singles afroamerikanischer Künstler.

Bereits zu aktiven Musikerzeiten waren Edwards und Rodgers auch als Produzenten tätig. Für das Gesangsquintett Sister Sledge schrieben und produzierten sie Hits wie We Are Family und He’s the Greatest Dancer, für Diana Ross unter anderem Upside Down und I’m Coming Out und für Debbie Harry das Soloalbum KooKoo. Mit dem Abklingen der Discowelle Anfang der 1980er Jahre löste sich die Band auf. Rodgers arbeitete weiter als Musikproduzent und förderte die Karrieren damals junger, aufstrebender Künstler wie Madonna und Duran Duran. Auch etablierte Größen wie David Bowie (Let’s Dance und China Girl) baten ihn ins Studio. Edwards betätigte sich als Produzent der Band Power Station.

1990–2013[Bearbeiten]

Anfang der 1990er Jahre fand die Band für die Produktion des Albums Chic-ism mit veränderter Besetzung wieder zusammen, konnte jedoch nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen. Während einer Asientour im Jahre 1996 verstarb Bernard Edwards nach einem Konzert in Tokio an einer Lungenentzündung. Tony Thompson erlag im November 2003 einem Krebsleiden.

Einige Musikkritiker vergleichen die musikalische und kreative Partnerschaft von Rodgers und Edwards mit der von John Lennon und Paul McCartney oder von Mick Jagger und Keith Richards. Im Jahre 2005 erfolgte die Aufnahme der Gruppe in die Dance Music Hall of Fame. 2007 trat Chic zusammen mit Stars wie OMD, Macy Gray oder Soulsister bei Night of the Proms in Antwerpen auf.

Im Jahr 2013 trat die Band am Glastonbury Festival sowie im Rahmen des iTunes Festivals in London auf.

Coverversionen von Chic-Songs[Bearbeiten]

Die englische Rockband Queen baute auf der charakteristischen Basslinie von Good Times ihren Hit Another One Bites the Dust (1980) auf. Der im gleichen Jahr von der Sugar Hill Gang veröffentlichte Titel Rapper’s Delight war eine Rapversion von Good Times. Auch der Titel Last Night a DJ Saved My Life" (1982) der New Yorker New-Wave-Band Indeep bediente sich der Bassline von Good Times.

Am 14. November 2000 veröffentlichte die französische Gruppe Modjo eine Single unter dem Namen Lady (Hear Me Tonight). Der gleichnamige Titel Lady, der in England und der Schweiz zeitweise die erste Chartplatzierung erreichte, ist ein Remix des Chic-Songs Soup for One aus dem Jahre 1982.

Der Song Ein Jahr (Es geht voran), ein Top-10-Hit in Deutschland und der einzige große Hit der Fehlfarben, baut auf einem aus einem Chic-Song adaptierten Riff auf.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[4][5][6] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1978 Chic 27
(40 Wo.)
12
(? Wo.)
US: Gold
Co-Produzent: Kenny Lehman
1978 C’est Chic 10
(21 Wo.)
21
(12 Wo.)
2
(24 Wo.)
4
(48 Wo.)
1
(? Wo.)
UK: Gold, US: Platin
Co-Produzenten: Mark Kreiner, Tom Cossie
1979 Risqué 29
(12 Wo.)
5
(17 Wo.)
2
(? Wo.)
UK: Silber, US: Platin
1980 Real People 30
(15 Wo.)
8
(? Wo.)
Aufnahme: Power Station Studio, New York
1982 Take It Off 124
(9 Wo.)
36
(? Wo.)
1982 Tongue in Chic 173
(6 Wo.)
47
(? Wo.)
1992 Chicism 55
(7 Wo.)
40
(1 Wo.)
39
(17 Wo.)

weitere Alben

  • 1983: Believer

* Hauptproduzenten aller aufgeführten Studioalben sind Bernard Edwards und Nile Rodgers.

Livealben[Bearbeiten]

  • 1999: Live at the Budokan (aufgenommen 1996 im Nippon Budōkan, Tokio)
  • 2005: A Night in Amsterdam (CD + DVD)
  • 2009: Mt. Fuji Jazz Festival ’03
  • 2011: Le Freak Live

Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[4][5][6] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1979 The Best Of 30
(8 Wo.)
1980 Les plus grands succes de Chic –
Chic’s Greatest Hits
88
(9 Wo.)
44
(? Wo.)
1987 Freak Out – The Greatest Hits of
Chic and Sister Sledge
72
(3 Wo.)
mit Sister Sledge, Splitalbum mit je 8 Tracks

weitere Kompilationen

  • 1982: Collection
  • 1990: Best of Chic
  • 1991: Dance, Dance, Dance – The Best Of
  • 1991: Greatest Hits (mit Rose Royce, Splitalbum mit je 9 Tracks)
  • 1992: The Best of Chic – Volume 2
  • 1995: Everybody Dance
  • 1997: Dance, Dance, Dance and Other Hits
  • 1998: The Best of Chic & Remix
  • 1999: The Very Best of Chic and Sister Sledge (mit Sister Sledge, Splitalbum)
  • 2000: The Very Best of Chic
  • 2002: Le Freak
  • 2002: Ultimate Chic
  • 2003: Real People / Tongue in Chic
  • 2005: Good Times – The Very Best of Chic & Sister Sledge – The Hits & the Remixes (mit Sister Sledge, Splitalbum) (2 CDs)
  • 2006: The Definitive Groove Collection
  • 2011: Magnifique! – The Very Best of Chic (2 CDs)
  • 2011: Original Album Series (Box mit 5 CDs)
  • 2013: Up All Night – The Greatest Hits (Nile Rodgers presents the Chic Organization – mit Tracks von Chic, Sister Sledge, Diana Ross, Sheila & B. Devotion, Norma Jean Wright, Carly Simon, Johnny Mathis und Debbie Harry)
  • 2013: Chic / C’est Chic (2 CDs)
  • 2013: The 12" Singles Collection (Box mit 5 Vinyl-Maxis)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[4][6] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1977 Dance, Dance, Dance
(Yowsah, Yowsah, Yowsah)
Chic
40
(4 Wo.)
6
(12 Wo.)
6
(28 Wo.)
6
(? Wo.)
UK: Silber, US: Gold
Co-Autor: Kenny Lehman
1978 Everybody Dance
Chic
9
(11 Wo.)
38
(10 Wo.)
12
(? Wo.)
1978 Le Freak
C’est Chic
5
(22 Wo.)
6
(16 Wo.)
2
(14 Wo.)
7
(17 Wo.)
1
(25 Wo.)
1
(? Wo.)
UK: Gold, US: Platin
1979 I Want Your Love
C’est Chic
27
(7 Wo.)
4
(11 Wo.)
7
(19 Wo.)
5
(? Wo.)
US: Gold
1979 Good Times
Risqué
36
(10 Wo.)
5
(13 Wo.)
1
(19 Wo.)
1
(? Wo.)
US: Gold
1979 My Forbidden Lover
Risqué
47
(3 Wo.)
15
(8 Wo.)
43
(9 Wo.)
33
(? Wo.)
1979 My Feet Keep Dancing
Risqué
21
(9 Wo.)
42
(? Wo.)
1980 Rebels Are We
Real People
61
(6 Wo.)
8
(? Wo.)
1980 Real People
Real People
79
(3 Wo.)
51
(? Wo.)
1980 Chip Off the Old Block
Real People
1981 Stage Fright
Take It Off
34
(? Wo.)
1982 Soup for One
Soup for One (Soundtrack)
80
(6 Wo.)
14
(? Wo.)
vom Soundtrack des gleichnamigen Films
1983 Hangin’
Tongue in Chic
64
(5 Wo.)
48
(? Wo.)
1983 Give Me the Lovin’
Believer
57
(? Wo.)
1984 Chic Cheer (1984 Mix) 81
(2 Wo.)
Remix: Bernard Edwards
1987 Jack Le Freak 19
(6 Wo.)
Mix: Phil Harding
1988 Good Times (Remix ’88) 80
(2 Wo.)
Remix: Anna Jolley, Brian Harris, Mark Jolley
1990 Megachic – Chic Medley
Best of Chic
58
(2 Wo.)
1992 Chic Mystique
Chic-ism
25
(20 Wo.)
20
(9 Wo.)
22
(9 Wo.)
48
(3 Wo.)
48
(8 Wo.)
2000 My Forbidden Lover
Superbad …
59
(1 Wo.)
Romina Johnson feat. Chic
Remixe von T Smoove, Gianni Bini und Paolo Martini
2006 Sensitivity
Sound Advice
40
(3 Wo.)
mit The Shapeshifters
Co-Autoren: Jenna Gibbons, Max Reich, Simon Marlin
2015 I’ll Be There 68
(2 Wo.)
Chic feat. Nile Rodgers und The Martinez Brothers

weitere Singles

  • 1980: 26
  • 1983: You Are Beautiful
  • 1984: Party Everybody

* Hauptautoren aller aufgeführten Lieder sind Bernard Edwards und Nile Rodgers.

Videos[Bearbeiten]

  • 2004: Live at the Budokan
  • 2005: Live at Montreux 2004 (Nile Rodgers & Chic)
  • 2006: Le Freak: Live
  • 2006: Live in Amsterdam
  • 2007: Live in Paradiso Amsterdam 2005
  • 2009: Chic Live
  • 2009: Mount Fuji Jazz Festival ’03

Quellen[Bearbeiten]

  1. Nile Rodgers in: Nile Rodgers - Von Disco zu Daft Punk, Dokumentarfilm von Julie Veille und Marjory Déjardin, ARTE France, 2015
  2. release date Le Freak
  3. LP-Info und Biografie, Discogs
  4. a b c Chartquellen: DE AT CH UK US1 US2
  5. a b The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7
  6. a b c Gold-/Platin-Datenbanken: UK US

Weblinks[Bearbeiten]