Reinhard Seehafer

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Reinhard Seehafer

Reinhard Seehafer (* 6. September 1958 in Magdeburg) ist ein deutscher Dirigent, Komponist, Pianist und Intendant.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von fünf Jahren erhielt Reinhard Seehafer ersten Klavierunterricht. Ab da komponierte er kleine Klavierwerke, Kammermusik, Lieder und trat 1965 erstmals als Pianist in Magdeburg auf. Als junger Musiker war er Preisträger auf dem Beethoven-Klavierwettbewerb Magdeburg und dem Improvisationswettbewerb in Weimar. 1975 erkannte der Leipziger Generalmusikdirektor Rolf Reuter das Talent des jungen Pianisten und Komponisten und unterrichtete ihn in seiner Dirigentenklasse an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig neben Georg Christoph Biller und Claus Peter Flor.

Von 1976 bis 1982 studierte Reinhard Seehafer bei Rolf Reuter und Kurt Masur. Später folgten Studien bei Otmar Suitner und Leonard Bernstein. 1982 erregte er mit dem Dirigat von Giacomo Puccinis Madame Butterfly an der Komischen Oper Berlin großes Aufsehen und wurde sofort an das Haus verpflichtet. Dabei arbeitete er mit den Regisseuren und Choreographen Harry Kupfer, Joachim Herz und Tom Schilling (Choreograf). 1989 wurde er zum Chefdirigenten und Künstlerischen Direktor des Theater Görlitz berufen.

1991 gründete Reinhard Seehafer zusammen mit dem Intendanten des Görlitzer Musiktheaters Wolf-Dieter Ludwig (1928–2007) das länderübergreifende Kulturprojekt EUROPERA, dessen musikalischer Leiter und Chefdirigent er bis 1998 war. Im selben Jahr gründete er die Europa Philharmonie, deren Chefdirigent er bis 2013 war. Von 1994 bis 2000 war Reinhard Seehafer Chefdirigent des Landesjugendorchester Sachsen und von 2000 bis 2006 übernahm er die Position des Künstlerischen Leiters der Internationalen Sommermusikakademie Schloss Hundisburg. Seit 2014 ist er Intendant der Altmark Festspiele in Sachsen-Anhalt.

Reinhard Seehafer gastierte bei der Staatskapelle Dresden, Gewandhausorchester Leipzig, Staatskapelle Weimar, Dresdner Philharmonie, Robert-Schumann Philharmonie, Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, Leipziger Symphonieorchester, Konzerthausorchester Berlin, Arthur Rubinstein Philharmonie Lodz, Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra, PKF-Prague Philharmonia, Janáček Philharmonic Orchestra, dem National Orchestra of Bolschoi Theater Minsk, Orquesta Sinfónica Nacional de Colombia, Belgrad Philharmonic Orchestra, Jerusalem Symphony Orchestra, Orchestra Sinfonica di Roma, Amazonas Philharmonic Manaus, Orchestra dell'Arena di Verona, Orchestra Sinfonica Siciliana, Sofia Philharmonic Orchestra, Philharmonia Moments Musicaux Taipei, Hermitage Orchestra St. Petersburg, Orquesta Sinfónica del Estado de México sowie in China, den VAE, den USA und Japan.

In seinem kompositorischen Schaffen widmet sich Reinhard Seehafer unterschiedlichen Genres und Stilen. Neben der Kammermusik und Oper nehmen große sinfonische Werke eine zentrale Position in seiner Tätigkeit als Komponist ein. Im Jahr 2007 schuf Reinhard Seehafer eine rekonstruierte Fassung der seit dem Dreißigjährigen Krieg verschollenen ersten deutschen Oper „Dafne“ auf der Grundlage des Original-Librettos von Martin Opitz nach Musik von Heinrich Schütz. Von 2009 bis 2012 war er Composer-in-Residence des SAP-Sinfonieorchesters. Seit 2003 ist Reinhard Seehafer Composer-in-Residence der alljährlich stattfindenden Konzertreihe entlang der Straße der Romanik. 2015 übernahm er die Leitung der Komponistenklasse Altmark.

Reinhard Seehafer hat zwei Töchter aus erster Ehe mit der Harfenistin Cornelia Smaczny und lebt in zweiter Ehe mit Sängerin und Kulturmanagerin Carmen Seehafer zusammen, mit der er einen Sohn und eine Tochter hat.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trio für Klavier, Violine und Violoncello Six Variations sur un theme des trouveres (1999); UA 11. September 2004, New York (USA)
  • Parable nach Lessings Nathan der Weise für Sopran, Alt, Bass und Orchester (2002); UA 6. September 2002, Peking (China)
  • Die Wüste hat zwölf Ding Meditation nach Worten der Mechthild von Magdeburg (2002); UA 11. Juli 2003, Magdeburg
  • Concert for Cello and Orchestra (2003); UA 9. August, 2003 Schloss Hundisburg
  • Sinfonie Nr.1 (2003)
  • Oper „Hochzeit an der Elbe“ (2004); Libretto: Julia Melcher; UA konzertant, 7. August 2004, Torgau
  • Sinfonietta Dauna (2005); UA 23. Juli 2005, Barleben
  • Amadeus-Fantasy (2005); UA 11. März 2006, Latina (Italien)
  • Jahreszeiten-Elfchen Zyklus für Kinderchor, Flöte und Klavier (2005)
  • Land of Enchantment (2006); UA 31. März 2007, Las Cruces (USA)
  • Dafne Rekonstruktion der ersten deutschen Oper von Heinrich Schütz und Martin Opitz(2007); UA 6. September 2008, Torgau
  • BachTrium (2007); UA 7. Februar 2008, Paarl (Südafrika)
  • Mondviole Poem nach Israel Phalleen für Viola, Bariton und Orchester (2007)
  • Leaving Saturn Liederzyklus für Mezzosopran und Klavier (2008)
  • Esther Bearbeitung der biblischen Oper von Joseph Messner (2008); UA 28. Mai 2011, Schwaz (Österreich)
  • Unused Rooms ... silence Musik für Blechbläser (2009)
  • Konzert für 2 Klaviere zu acht Händen und Orchester Ludus quadruplus ad honorem Henning Kagermann (2009); UA 3. Mai 2009, Walldorf/Baden
  • Konzert für Violine, Tuba und Orchester (2009); UA 22. Januar 2011, Heidelberg
  • Roots Sinfonische Parabel für großes Orchester zum 70. Geburtstag von Dietmar Hopp (2009); UA 26. April 2010, Walldorf/Baden
  • The Crucified Planet Oratorium (2010)
  • Klavier-Quintett (2011); UA 21. Oktober 2011, New York (USA)
  • Klaviersonate Nr. 3 Campane di Verona (2012); UA 15. Februar 2013, Eilenburg
  • moshemil Konzert für Flöte, Violoncello und Streichorchester (2014)
  • Zum Raum wird hier die Zeit (2015); UA 9. Mai 2015, Kloster Jerichow
  • Das Kirschblütenfest Kammeroper in 2 Akten nach Klabund (2015)
  • Alban und die Königin Musical (2016); Libretto: Kay Zeisberg; UA 5. Mai 2017, Weißenfels
  • Klaviertrio "Schulenburg-Trio" (2017); UA 09. Juli 2017, Burg Apenburg [1]

Seehafers Werke werden beim Breitkopf & Härtel, Verlag Neue Musik Berlin und dem Musikverlag Bergauer (Österreich) verlegt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  1. "Ein musikalisches Gebirge" az-online.de vom 11. Juli 2017, abgerufen am 14. Juli 2017
  2. http://www.verlag-neue-musik.de/verlag/authors.php?authors_id=443
  3. http://www.habama.co.il/Pages/Description.aspx?Subj=5&Area=1&ArticleId=14454
  4. http://www.germany.info/Vertretung/usa/en/__events/GKs/NEWY/2011/10/25__Seehafer.html?archive=1981346
  5. https://www.altmarkfestspiele.de/festspiele/intendant/