Reis (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Reis
Produktionsland Türkei
Originalsprache Türkisch
Erscheinungsjahr 2016
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Hüdaverdi Yavuz
Schnitt Yildiz Kanavülz
Besetzung

Reis (von arabisch رئيس, DMG raʾīs ‚Oberhaupt, Chef‘) ist ein türkischer Spielfilm von Hüdaverdi Yavuz. Er sollte ursprünglich im März 2016 Premiere feiern.[1] Als neuer Termin wurde der 18. Oktober 2016 verbreitet.[2] Am 26. Februar 2017, Erdoğans 63. Geburtstag, wurde der Film bei einer Gala in Istanbul öffentlich vorgestellt und kam am 3. März in die türkischen Kinos. Deutscher Kinostart war am 2. März 2017, der österreichische am 3. März 2017.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film zeigt den Aufstieg von Recep Tayyip Erdoğan aus einfachen Verhältnissen an die Macht. Zunächst wird Erdoğans Kindheit im Istanbuler Hafenviertel Kasımpaşa im Stadtteil Beyoğlu gezeigt. Wichtige Station ist 1994 bis 1998 sein Amt als Bürgermeister von Istanbul. 1999 wurde er vier Monate inhaftiert, nachdem er das Gedicht „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ vorgetragen hatte. Mit der Inhaftierung endet der Film.[1][3]

Rezensionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiker ordnen Reis als verklärenden Propaganda-Film ein.[4] Insbesondere, ihn so kurz vor der Volksabstimmung über die Einführung des umstrittenen Präsidialsystem zu veröffentlichen, stufen sie als gezielte Propagandamaßnahme ein. Erdoğan-Darsteller Beyoğlu wies diese Anschuldigungen jedoch vehement zurück, man habe den bereits vor längerem komplett fertiggestellten Film nicht früher veröffentlicht, weil man Erdoğan mit dem Film ein besonderes Geburtstagsgeschenk machen wolle. Auf die Frage, ob der Film denn gar keine Schwächen Erdoğans aufzeige, war die knappe Antwort Beyoğlus: „Er hat keine Schwächen!“.[5][6]

Der Film läuft in türkischen Kinos bislang nicht sehr erfolgreich. In der Internet Movie Database hat er sehr schlechte Bewertungen, zeitweise wurde er sogar als der schlechteste Film aller Zeiten gelistet.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mike Szymanski: Tage des Frosches. Süddeutsche Zeitung, 27. Januar 2016, abgerufen am 4. März 2017.
  2. Erdogan kommt auf die Leinwand. sputniknews, 19. August 2016, abgerufen am 4. März 2017.
  3. Berliner Zeitung, "Reis" Film zeigt Erdogan als "Freund des Volkes", 27.02.2017
  4. Erdogan-"Propaganda-Film" in Österreichs Kinos. Die Presse, 3. März 2017, abgerufen am 4. März 2017.
  5. Der "Chef" der Türkei überlebensgroß. Tageblatt, 27. Februar 2017, abgerufen am 6. März 2017.
  6. Frank Nordhausen: „Reis“ Film zeigt Erdogan als „Freund des Volkes“. Berliner Zeitung, 27. Februar 2017, abgerufen am 4. März 2017.
  7. Hamburger Abendblatt, Erdogan-Film "Reis" in der Türkei wenig erfolgreich, 11.03.2017